Volkswagen Aktie: 1,54 Milliarden Gewinn eingebrochen

VW korrigiert Jahresumsatzerwartung nach unten, operativer Gewinn sinkt. China-Geschäft und Audi belasten, während Porsche Stellenabbau verschärft.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Autoproduktionshalle in gedimmtem, kühlem Licht als Symbol für wirtschaftliche Herausforderungen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Operativer Gewinn fällt auf 3,5 Milliarden Euro
  • China-Auslieferungen brechen um 26 Prozent ein
  • Porsche plant Abbau von 9.000 Stellen

Der Wolfsburger Automobilhersteller sieht sich nach Vorlage seiner Halbjahresbilanz zu einer Korrektur seiner Erwartungen gezwungen. Während der Umsatz im zweiten Quartal 2026 mit rund 82 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil blieb, geriet das operative Ergebnis deutlich unter Druck. Es sank von 3,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun 3,5 Milliarden Euro. Die operative Marge verschlechterte sich parallel dazu von 4,7 auf 4,2 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Konzernergebnis nach Steuern aus, das um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro einbrach.

Schwache Rendite und gesenkte Umsatzprognose

Angesichts der aktuellen Geschäftsentwicklung hat die Konzernführung ihre Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Beim Jahresumsatz wird nun lediglich noch ein Wert zwischen minus drei und null Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, nachdem zuvor ein optimistischerer Ausblick gegolten hatte. Das Renditeziel für die operative Rendite beließ das Unternehmen hingegen in einer Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent. Im ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf insgesamt 158 Milliarden Euro, bei einem operativen Ergebnis von 5,9 Milliarden Euro.

Trotz der gedämpften Gesamtstimmung gibt es Lichtblicke bei der Elektromobilität. Der Auftragsbestand für vollelektrische Fahrzeuge in Europa legte um 50 Prozent zu. Auch regional zeigten sich Kontraste: Während die Auslieferungen in Westeuropa um drei Prozent und in Südamerika um acht Prozent stiegen, belastet vor allem die Schwäche auf dem wichtigsten Einzelmarkt das Ergebnis massiv.

Krisenherde China und Audi

Das Geschäft in China bereitet dem Konzern zunehmend Sorgen. Die Auslieferungen in der Region brachen im ersten Halbjahr um 26 Prozent ein. Dieser Rückgang bei den volumenstarken und margenstarken Modellen konnte durch Zuwächse in anderen Weltregionen nicht kompensiert werden. Hinzu kommt eine deutliche Schwäche bei der Tochtermarke Audi, die die Erwartungen im zweiten Quartal verfehlte.

Als Reaktion auf Überkapazitäten und die schleppende Nachfrage wurden bei Audi bereits drastische Maßnahmen eingeleitet. Am Standort Neckarsulm wird die Produktion von jährlich 225.000 auf 150.000 Fahrzeuge gedrosselt, was auch den Wegfall ganzer Schichten zur Folge hat. Konzernweit hält Volkswagen jedoch an seinem langfristigen Ziel fest, bis zum Jahr 2030 eine Marge von acht bis zehn Prozent zu erreichen, und stellte hierfür bereits entsprechende Maßnahmenpakete vor.

Porsche verschärft den Sparkurs massiv

Zusätzliche Unruhe bringt die Situation bei der Tochtergesellschaft Porsche. Wie gestern bekannt wurde, weitet der Sportwagenbauer sein Effizienzprogramm erheblich aus. Bis zum Jahr 2035 sollen in Stuttgart-Zuffenhausen und Weissach weitere 5.000 Stellen gestrichen werden. Insgesamt plant das Unternehmen damit den Abbau von rund 9.000 Arbeitsplätzen über das nächste Jahrzehnt, was etwa jeder fünften Stelle entspricht.

Der Stellenabbau soll laut Unternehmensangaben sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge erfolgen, wobei betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen bleiben. Hintergrund sind auch hier schwache Absatzzahlen in China, die im ersten Halbjahr um 33 Prozent zurückgingen, sowie Probleme im Bereich der Elektromobilität.

Die Analysten bewerten die Lage derweilen differenziert. Tim Rokossa von Deutsche Bank Research senkte zwar das Kursziel für die Volkswagen-Aktie von 120 auf 115 Euro, bestätigte jedoch die Einstufung auf „Buy“. Er verwies darauf, dass der freie Barmittelzufluss trotz der Audi-Schwäche die Erwartungen übertroffen habe. An der Börse bleibt die Lage für Anleger jedoch angespannt. Die Aktie notiert aktuell bei 71,42 Euro und weist damit seit Jahresbeginn ein Minus von 31,43 Prozent auf. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief ist mit 3,21 Prozent inzwischen gefährlich klein geworden.

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Volkswagen Aktie

69,14 EUR

KGV 6,58
KUV 0,10
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 7,87 %
Marktkapitalisierung 34,66 Mrd. EUR
Ø Kursziel 101,66 EUR
ISIN: DE0007664039 WKN: 766403

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