Volkswagen Aktie: 27 Prozent Jahresverlust bis 77,48 Euro
VW-Aktie fällt auf Jahrestief: Schwache Verkaufszahlen in Europa und sinkende Margen belasten den Autobauer trotz neuer E-Mobilitätsstrategie.

Kurz zusammengefasst
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- Absatz in Europa rückläufig
- Operative Marge schrumpft deutlich
- Neue Vehicle-to-Grid-Strategie gestartet
Volkswagen treibt die Elektromobilität voran und vernetzt seine Autos mit dem Stromnetz. An der Börse verpufft dieser Technologieimpuls völlig. Die Aktie rutscht gefährlich nahe an ihr Jahrestief ab. Schwache Verkaufszahlen in Europa und sinkende Margen schrecken Investoren ab.
Kurs fällt unter wichtige Marken
Am Donnerstag schloss das Papier bei 77,48 Euro. Damit notiert der Kurs nur knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief von 75,70 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 27 Prozent.
Auch das technische Bild bleibt düster. Der Kurs liegt deutlich unter den wichtigen Durchschnittslinien der vergangenen 50 und 200 Tage. Ein RSI-Wert von 28 signalisiert zwar eine stark überverkaufte Lage. Der Markt preist aktuell aber vor allem Risiken ein.
Absatz in Europa schwächelt
Ein Hauptgrund für die Kursverluste sind die schwachen Neuzulassungen in Europa. Im Mai verkaufte die Volkswagen Group rund 300.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu sank der Marktanteil auf 26,1 Prozent.
Besonders die Kernmarke Volkswagen verliert an Zugkraft. Zwischen Januar und Mai fielen die Verkäufe hier um vier Prozent. Der Konzern bleibt zwar Europas größter Autobauer. Er verliert aber spürbar an Boden gegenüber Konkurrenten wie Stellantis und Renault.
Um gegenzusteuern, sucht das Management neue Einnahmequellen. Die Tochter Elli startete kürzlich ein neues Vehicle-to-Grid-Angebot in Deutschland. Kunden können ihre Elektroautos damit an den Energiemarkt anbinden. Europaweit haben rund eine Million Fahrzeuge die technische Basis dafür.
Margendruck dominiert
Strategisch ist das ein sinnvoller Schritt. Kurzfristig dominiert jedoch der harte Margendruck das Geschehen. Im ersten Quartal brach das operative Ergebnis um über 14 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro ein. Die Rendite schrumpfte auf magere 3,3 Prozent.
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand eine operative Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an. Dafür muss der Konzern aber hohe Hürden nehmen. Der harte Wettbewerb und volatile Rohstoffmärkte belasten das Geschäft.
Die Marke von 75,70 Euro dient nun als entscheidende charttechnische Unterstützung. Fällt die Aktie darunter, drohen weitere Abverkäufe. Das neue Energieangebot liefert zwar langfristige Perspektiven. Für eine Trendwende an der Börse braucht Volkswagen aber handfeste Erfolge bei den kommenden Quartalszahlen. Das Ziel: Die Kosten müssen sinken und die Marge muss steigen.
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