Volkswagen Aktie: 29,31 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Volkswagen dementiert BYD-Interesse an Dresdner Werk, hält aber Kooperationen für möglich. Werkschließungen und Stellenabbau belasten die Stimmung.

Redaktion Stock-World ·
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die die Automobilindustrie darstellt. Die Stimmung ist düster und reflektierend, mit gedämpften Farben und langen Schatten, die einen Rückgang der Marktentwicklung andeuten. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Dementi zu BYD-Interesse an Gläserner Manufaktur
  • Blume offen für Kooperationen mit chinesischen Partnern
  • Bis zu vier Werke vor möglicher Schließung
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 75 Euro

Volkswagen weist Gerüchte über einen China-Einstieg in eine deutsche Fabrik zurück. Konzernchef Oliver Blume lässt die Tür für genau solche Kooperationen aber offen. Diese Widersprüchlichkeit prägt eine Woche, in der Sparpläne und Werksängste den Ton angeben.

Dementi zu BYD-Interesse an Gläserner Manufaktur

Am Wochenende kursierten Berichte über ein angebliches Interesse des chinesischen Elektroautobauers BYD an der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Die Spekulationen nannten eine Summe von 50 Millionen Euro. Volkswagen dementierte die Gerüchte umgehend.

Blume äußerte sich dennoch offen für Kooperationen mit chinesischen Partnern bei der Nutzung deutscher Werke. Er nannte das eine „intelligente Lösung“. Ein kompletter Verkauf von Kernbereichen des Konzerns gilt aber als unwahrscheinlich.

Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität von 20 Prozent. Zusätzlich kontrollieren die Familien Porsche und Piëch die Mehrheit der Stimmrechte. Die Gerüchte zeigen trotzdem, wie sich die Kräfteverhältnisse verschieben: BYD verkaufte 2025 über 2,25 Millionen reine Elektrofahrzeuge und wurde damit weltgrößter BEV-Hersteller. Volkswagen kam im selben Zeitraum auf rund 983.100 ausgelieferte batterieelektrische Fahrzeuge.

Gewerkschaften fordern Runden Tisch

Bis zu vier Werke in Deutschland stehen vor der Schließung. Volkswagen plant den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. Der Ton der Arbeitnehmervertreter verschärft sich entsprechend.

Frank Sell, Betriebsratschef des Zulieferers Bosch, forderte am Sonntag einen „Runden Tisch“. Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik sollen dort gemeinsam Strategien für den Industriestandort entwickeln.

Die Krise trifft die gesamte Branche. Laut dem Beratungsunternehmen EY verlor die deutsche Automobilindustrie 2025 fast 50.000 Arbeitsplätze. Volkswagen kämpft aktuell mit einer auf 3 Prozent halbierten Gewinnmarge, während chinesische Importe den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen.

Bosch-Allianz vor dem Aus, Dieselgate abgeschlossen

Im Zuge der Sparpläne erwägt Volkswagen zudem das Ende der Allianz mit Bosch beim autonomen Fahren. Der Konzern muss neue Wege finden, um den Anschluss an führende Technologieanbieter nicht zu verlieren.

Ein anderes Kapitel schließt sich derweil endgültig. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC bestätigte in einem Abschlussbericht, dass Volkswagen seit 2016 rund 9,5 Milliarden US-Dollar an US-Fahrer ausgezahlt hat. Die Gesamtkosten des Dieselgate-Skandals summierten sich für den Konzern auf über 30 Milliarden Euro.

Chartbild bleibt eingetrübt

Die Aktie schloss am Freitag bei 75,00 Euro und legte damit auf Tagessicht 2,60 Prozent zu. Der langfristige Abwärtstrend bleibt davon unberührt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 29,31 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, markiert erst am 1. Juli 2026, beträgt der Abstand nur 8,38 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro klafft dagegen eine Lücke von 31,26 Prozent. Der RSI von 35,8 signalisiert eine überverkaufte Situation, liefert aber noch kein klares Kaufsignal.

Auch der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 94,22 Euro bleibt mit 20,40 Prozent deutlich negativ. Das Chartbild spiegelt damit exakt das Misstrauen wider, das Sparpläne und Werksdebatte bei Anlegern auslösen.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf weitere Details zum Sparprogramm und auf mögliche neue Technologiepartnerschaften. Politischen Druck aus Niedersachsen gibt es bereits: Ein „NiedersachsenTrend“ von November 2024 zeigt, dass 69 Prozent der Bürger Werkschließungen bei Volkswagen unter allen Umständen verhindert sehen wollen.

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Volkswagen Aktie

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Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 7,87 %
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ISIN: DE0007664039 WKN: 766403

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