Volkswagen Aktie: 69,20 Euro neues Tief vor 9. Juli
VW-Chef Blume plant ein hartes Sparprogramm mit möglichen Werksschließungen und Stellenabbau. Der Aufsichtsrat entscheidet am 9. Juli über die Zukunft.

Kurz zusammengefasst
- Harter Sparkurs bei VW geplant
- Vier deutsche Werke gefährdet
- Aufsichtsrat stimmt am 9. Juli ab
- Gewerkschaften kündigen Widerstand an
Die Volkswagen AG bereitet einen radikalen Konzernumbau vor. Der Vorstand will Kernmarke und Teilegeschäft mit einem harten Sparprogramm stabilisieren. Vier deutsche Werke stehen auf der Kippe. Bis zu 100.000 Stellen wackeln. Ein zentrales Datum rückt näher. Am 9. Juli 2026 stimmt der Aufsichtsrat über das Vorhaben ab. CEO Oliver Blume plant offenbar das Ende der Standorte in Hannover, Zwickau und Emden. Auch das Audi-Werk in Neckarsulm ist betroffen.
Milliarden-Verkäufe für die E-Mobilität
Um den Umstieg auf Elektroautos zu finanzieren, stößt der Konzern Randbereiche ab. Kürzlich ging die Marine-Motoren-Sparte Everllence an Bain Capital. Der Deal spült rund 7,4 Milliarden Euro in die Kasse. Parallel dazu kursieren Spekulationen über einen Verkauf der Luxusmarken Ducati und Lamborghini. Analysten bewerten allein Lamborghini mit über 22 Milliarden US-Dollar.
Politischer Widerstand wächst
Die IG Metall und der Betriebsrat kündigen heftigen Widerstand an. Sie lehnen den geplanten Abbau von 15 Prozent der Belegschaft strikt ab. Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte und positioniert sich ebenfalls gegen das Ende deutscher Werke. Wirtschaftsminister Olaf Lies bringt einen Kompromiss ins Spiel. Er schlägt vor, in China entwickelte Modelle künftig in Deutschland zu bauen. Das würde heimische Fabriken auslasten.
Aktie extrem überverkauft
Am Finanzmarkt herrscht enorme Unsicherheit. Die Aktie fiel am Mittwoch auf ein neues 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro. Heute erholt sich der Kurs leicht auf 71,68 Euro.
Seit Jahresbeginn büßte der Titel gut 32 Prozent ein. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 24,5 eine überverkaufte Lage. Der Abstand zur 50-Tage-Linie bleibt mit 16 Prozent beträchtlich.
Ein operativer Lichtblick: der Verkaufsstart des ID.3 Neo. Erste Tests bescheinigen dem Elektroauto eine deutlich bessere Software. Das Topmodell startet bei rund 45.000 Euro.
Die Entscheidung über die Zukunft des Konzerns fällt am 9. Juli. An diesem Tag stimmt das Gremium über den Sparplan ab. Setzt das Management die Schließungen durch, droht ein historischer Konflikt mit den Gewerkschaften.
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