Volkswagen Aktie: 9. Juli über Werksschließungen
Volkswagen plant massiven Stellenabbau und verkauft Motorentochter. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf von Everllence an Bain Capital
- Bis zu 100.000 Stellenstreichungen geplant
- Neues Jahrestief der Aktie erreicht
- Prüfung chinesischer Modelle für Europa
Die Volkswagen AG steht vor einer Zerreißprobe. Auf der einen Seite spült ein Milliarden-Deal frisches Kapital in die Kasse. Auf der anderen Seite droht ein beispielloser Stellenabbau. Anleger reagieren panisch auf die anstehenden Einschnitte.
Kahlschlag in deutschen Werken
Der Konzern verkauft 51 Prozent seiner Motorentochter Everllence an Bain Capital. Dieser Deal bringt rund 7,4 Milliarden Euro ein. Volkswagen will die Erlöse direkt in die Elektrifizierung der Flotte stecken. Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Dennoch stürzt der Aktienkurs ab. Der Grund ist die sich zuspitzende interne Krise. Am 9. Juli berät der Aufsichtsrat über drastische Sparmaßnahmen. Vorstandschef Oliver Blume plant offenbar, bis zu 100.000 Arbeitsplätze zu streichen. Zuvor standen lediglich 50.000 Stellen im Raum.
Vier deutsche Standorte gelten als akut gefährdet. Dazu zählen Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Parallel dazu senkt das Management die geplanten Investitionen um 15 Prozent. Das Budget sinkt damit auf etwa 130 Milliarden Euro.
Strategiewechsel als Rettungsanker
Um die kriselnden Werke auszulasten, prüft Volkswagen einen Tabubruch. Der Autobauer könnte bald in China entwickelte Modelle in Europa fertigen. Konkret geht es um den SUV ID.Era 9X aus einem Joint Venture mit SAIC.
Die Folge: Das bisherige Prinzip der rein regionalen Fertigung fällt. Dieser Schritt könnte Volkswagen auch vor möglichen EU-Sonderzöllen auf Importe aus China schützen.
Aktie im freien Fall
Die Börse bestraft die Unsicherheit gnadenlos. Am Mittwoch markierte die Volkswagen-Aktie ein neues Jahrestief bei exakt 69,48 Euro. Aktuell pendelt der Kurs eng um die Marke von 69,58 Euro.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 34 Prozent. Technische Indikatoren wie der RSI signalisieren mit einem Wert von 18,4 eine extrem überverkaufte Lage.
Anleger agieren vor der Aufsichtsratssitzung am 9. Juli extrem vorsichtig. An diesem Tag entscheidet das Gremium über das genaue Ausmaß der Werksschließungen. Bis die endgültigen Zahlen zum Stellenabbau auf dem Tisch liegen, bleibt das Abwärtsrisiko hoch.
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