Volkswagen Aktie: Anzeichen für Stagnation?

VW verzeichnet 2025 einen operativen Gewinnrückgang um 53 Prozent und leitet eine umfassende Restrukturierung mit Kapazitäts- und Stellenabbau ein.

Redaktion Stock-World ·
Volkswagen Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Operativer Gewinn halbiert sich
  • Kapazitätsabbau von einer Million Einheiten
  • Porsche verkauft Bugatti-Anteile
  • Bis zu 50.000 Stellenstreichungen geplant

Ein Minus von 53 Prozent beim operativen Ergebnis — das ist keine Delle, sondern ein Strukturproblem. Volkswagen hat 2025 einen der schwersten Gewinneinbrüche der Konzerngeschichte verbucht, und die Antwort des Managements fällt entsprechend weitreichend aus.

Zu viele Werke, zu wenig Nachfrage

Das operative Ergebnis sank auf 8,9 Milliarden Euro, nach 19,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Der Grund liegt nicht allein in schwacher Konjunktur, sondern in einer strukturellen Überkapazität, die Konzernchef Oliver Blume nun offen einräumt. Bei einer installierten Kapazität von rund 12 Millionen Fahrzeugen lieferte VW 2025 tatsächlich knapp 9 Millionen Einheiten aus. Diese Lücke soll bis 2028 geschlossen werden — durch den Abbau von einer Million Einheiten Kapazität, hauptsächlich bei den Marken Volkswagen und Audi in Europa. Als besonders drastische Option prüft der Konzern sogar den Verkauf eines europäischen Werks an einen chinesischen Wettbewerber.

Die Aktie spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem Kurs von 87,30 Euro notiert das Papier rund zehn Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr und liegt knapp über dem 52-Wochen-Tief von 85,34 Euro.

Porsche trennt sich von Bugatti

Parallel zur Kapazitätsanpassung räumt die Konzerntochter Porsche ihr Portfolio auf. Der 45-Prozent-Anteil am Joint Venture Bugatti Rimac sowie eine Beteiligung an der Rimac Group gehen an ein US-Konsortium unter Führung von HOF Capital und BlueFive Capital — voraussichtlich bis Ende 2026. Nach 26 Jahren endet damit die Zugehörigkeit der Luxusmarke Bugatti zum VW-Verbund. Die operative Kontrolle über Bugatti verbleibt bei Rimac.

Stellenabbau in Deutschland, Lohnplus in den USA

Die Restrukturierung trifft vor allem die deutschen Standorte hart. Bis 2030 könnten konzernweit rund 50.000 Stellen wegfallen, überwiegend in Deutschland.

Anders sieht es im US-Werk Chattanooga aus. Dort einigte sich VW vorläufig mit der Gewerkschaft UAW auf eine Lohnerhöhung von 20 Prozent über die Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Die rund 3.200 Beschäftigten erhalten bei Ratifizierung eine Einmalzahlung von 6.550 US-Dollar sowie jährliche Boni. Das Abkommen soll auch niedrigere Gesundheitskosten und mehr Arbeitsplatzsicherheit bringen.

Langfristig setzt Blume auf die neue Marke Scout, die speziell für den nordamerikanischen Markt entwickelt wird. Ob das ausreicht, um gegen deutlich günstigere chinesische Komponenten — laut Konzern 20 bis 30 Prozent billiger als europäische Pendants — und mögliche US-Zölle anzukommen, wird sich spätestens zeigen, wenn die ersten Absatzzahlen aus Nordamerika vorliegen.

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Volkswagen Aktie

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Sektor Zyklischer Konsum
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