Volkswagen Aktie: Blume will VW-Gesetz aushebeln
Volkswagen-Chef Oliver Blume will mit der Ausgliederung von Kernmarke und Komponentensparte das VW-Gesetz umgehen.

Kurz zusammengefasst
- Abspaltung von Kernmarke geplant
- VW-Gesetz soll ausgehebelt werden
- Milliardenlücke beim Börsenwert
- Aufsichtsrat entscheidet am 9. Juli
Volkswagen steht vor einem massiven Machtkampf. Konzernchef Oliver Blume will die Kernmarke sowie die Komponentensparte abspalten. Das Ziel: Er plant, das historische VW-Gesetz auszuhebeln.
Streit um das VW-Gesetz
Bisher blockiert das Gesetz harte Sparmaßnahmen. Es sichert dem Land Niedersachsen mit seinem Anteil von 20 Prozent eine faktische Sperrminorität. Wichtige Beschlüsse der Hauptversammlung erfordern eine Mehrheit von vier Fünfteln. Werksschließungen brauchen sogar eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat.
Genau diese Hürden bremsen den Vorstand aktuell stark aus. Gliedert der Konzern die Kernmarke in eigene Gesellschaften aus, ließen sich diese Blockaden entschärfen.
Milliardenlücke beim Börsenwert
Der Streit um den Konzernumbau trifft auf eine extreme Bewertungslücke. Analysten der Citi taxieren den Wert der VW-Mehrheitsanteile an Porsche und Traton auf rund 44 Milliarden Euro. Der gesamte VW-Konzern bringt an der Börse aktuell aber nur knapp 38 Milliarden Euro auf die Waage. Das restliche Kerngeschäft gibt es am Markt also quasi geschenkt.
Marktbeobachter mahnen dennoch zur Vorsicht. Ein politischer Kompromiss gilt als wahrscheinlicher als ein harter Bruch. Niedersachsen wird seine Macht kaum freiwillig abgeben. Parallel dazu rechnen UBS-Analysten mit einer drohenden Gewinnwarnung. Ursache sind hohe erwartete Rückstellungen für die anstehende Restrukturierung.
Anhaltend hohe Volatilität
Am Markt hinterlässt die unsichere Lage deutliche Spuren. Die Aktie notiert aktuell bei 76,26 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 28 Prozent an Wert. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie fällt mit fast 19 Prozent deutlich negativ aus.
Zusätzliche Indikatoren zeigen ein nervöses Umfeld. Der RSI signalisiert bei einem Wert von 39,7 eine angespannte Marktlage. Die annualisierte Schwankungsbreite des vergangenen Monats liegt bei hohen 31 Prozent.
Entscheidung im Aufsichtsrat
Am 9. Juli entscheidet der Aufsichtsrat über das Sparprogramm des Managements. Dieses Treffen markiert den Startschuss für die künftige Struktur des Autobauers. Stimmt das Gremium für den Umbau, droht ein langes politisches Tauziehen mit der Landesregierung.
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