Volkswagen Aktie: BYD und Chery greifen an
Volkswagen verliert im wachsenden EU-Markt deutlich an Boden. Chinesische Hersteller wie BYD und Chery legen massiv zu und setzen den Konzern unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- VW-Marktanteil fällt auf 26,6 Prozent
- Chinesische Hersteller wachsen rasant in Europa
- E-Auto-Anteil steigt auf 20 Prozent
- VW-Aktie nahe am 52-Wochen-Tief
Während der europäische Automarkt wächst, verliert Volkswagen Boden. Neue Zulassungsdaten zeigen: Chinesische Hersteller greifen in Europa schneller an als erwartet — und Volkswagen trägt die Hauptlast.
EU-Markt wächst, VW schrumpft
Der europäische Verband ACEA veröffentlichte am 23. Juni die Mai-Zahlen. Der EU-Gesamtmarkt legte im Monat Mai um 3,2 Prozent auf rund 955.000 Neuzulassungen zu. Volkswagen ging dagegen in die andere Richtung.
Die Volkswagen Group kam im Mai auf 254.011 Neuzulassungen — ein Minus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil fiel von 28,5 auf 26,6 Prozent. Die Kernmarke VW verlor dabei noch stärker: minus 6,0 Prozent, Marktanteil runter von 11,8 auf 10,8 Prozent.
Auf Jahressicht von Januar bis Mai bleibt der Konzern knapp im Plus. Mit 1.267.224 Neuzulassungen liegt die Gruppe 1,5 Prozent über dem Vorjahr. Der Marktanteil gibt aber auch hier nach — von 27,4 auf 26,7 Prozent.
BYD, Chery, Leapmotor legen massiv zu
Hinter dem VW-Rückgang steckt ein strukturelles Problem. Chinesische Hersteller wachsen in Europa mit einer Dynamik, die den etablierten Marktführern kaum Zeit zum Reagieren lässt.
BYD verzeichnete im Mai in der EU 26.017 Neuzulassungen — fast dreimal so viele wie im Vorjahresmonat. Chery Automobile kam auf 16.282 Fahrzeuge, ein Plus von 240 Prozent. Leapmotor legte sogar um 447 Prozent auf 8.856 Einheiten zu.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Autos & Parts fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit März. Volkswagen geriet dabei besonders unter Druck.
E-Autos auf dem Vormarsch, Verbrenner verlieren
Die Antriebsdaten verschärfen den Kontext. Batterieelektrische Fahrzeuge kamen in der EU von Januar bis Mai auf einen Marktanteil von 20,0 Prozent — nach 15,3 Prozent ein Jahr zuvor. In absoluten Zahlen: 950.521 Neuzulassungen, ein Plus von 35,7 Prozent.
Benziner verloren dagegen 18,2 Prozent, Diesel 16,6 Prozent. Der Verbrenner-Markt schrumpft schnell. Genau dort ist Volkswagen traditionell stark.
Aktie nahe am Jahrestief
Die Volkswagen Aktie schloss am Dienstag bei 78,24 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 77,86 Euro. Seit Jahresanfang beträgt der Verlust 26,3 Prozent, auf Sicht von 30 Tagen sind es 14,3 Prozent. Der RSI liegt bei 25,5 und signalisiert damit einen stark überverkauften Zustand.
Ob das eine Stabilisierung einleitet oder nur eine technische Pause vor weiterer Schwäche wird, hängt davon ab, wie schnell Volkswagen im Elektrosegment aufholen kann. Die nächsten Monatsdaten der ACEA erscheinen Ende Juli — dann zeigt sich, ob der Mai ein Ausreißer war oder ein Trend.
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 24. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...