Volkswagen Aktie: EU genehmigt Everllence-Verkauf für 7,4 Mrd.
VW erhält EU-Zustimmung für Everllence-Deal und erwartet 7,4 Mrd. Euro Zufluss. Weitere Schritte wie Arbeitnehmerkonsultationen stehen noch aus.
Kurz zusammengefasst
- EU-Kommission genehmigt Everllence-Transaktion
- 7,4 Milliarden Euro Liquiditätszufluss erwartet
- Abschluss erst zum Jahresende geplant
- Traton-Aktienverkauf wird parallel verhandelt
Volkswagen kommt bei der geplanten Trennung von seiner Tochtergesellschaft Everllence einen entscheidenden Schritt voran. Die EU-Kommission hat die kartellrechtliche Genehmigung für die Transaktion erteilt, wie am Montag bekannt wurde. Der Konzern soll aus dem Verkauf einen Liquiditätszufluss von 7,4 Milliarden Euro erhalten.
Der endgültige Abschluss des Deals bleibt jedoch an weitere Bedingungen geknüpft: Neben üblichen regulatorischen Freigaben stehen noch die vorgeschriebenen Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern aus, der Vollzug wird erst zum Jahresende erwartet.
Für den Wolfsburger Autobauer ist das Geld ein wichtiger Baustein in einem größeren finanziellen Umbauprogramm. Zeitgleich verhandelt das Unternehmen laut Medienberichten über den Verkauf eines signifikanten Aktienpakets an der börsennotierten Lkw-Tochter Traton, um die Kapitalreserven weiter zu stärken. Beide Transaktionen zusammen sollen dem Konzern Spielraum verschaffen, während die Sanierung im Kerngeschäft auf Hochtouren läuft.
Sparprogramm trifft auf Sonderschichten
Der finanzielle Aderlass durch Verkäufe steht in einem auffälligen Kontrast zur Lage in der Belegschaft. Konzernführung und Betriebsrat verhandeln derzeit über eine deutliche Ausweitung des Sparprogramms. Medienberichten zufolge stehen zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 Stellen bis zu 50.000 weitere Arbeitsplätze bis 2030 zur Disposition.
Die Verunsicherung in der Belegschaft dürfte in den kommenden Wochen zunehmen: Am 25. August findet eine Betriebsversammlung im Werk Wolfsburg statt, tags darauf folgen Versammlungen in Emden und Zwickau, am 31. August schließlich in Hannover.
Gleichzeitig zeigt sich im operativen Geschäft ein widersprüchliches Bild. Das Stammwerk Wolfsburg fährt trotz des laufenden Sanierungskurses Sonderschichten – ausgelöst durch eine unerwartet hohe Nachfrage nach Modellen mit Verbrennungsmotor.
Parallel dazu meldet der Konzern für seine neue „Electric Urban Car Family“, insbesondere das Modell ID. Polo, einen Bestelleingang von über 70.000 Fahrzeugen. Auch in Europa verzeichnet Volkswagen einen Anstieg der E-Auto-Bestellungen über den eigenen Planungen, was die Auflösung von Rückstellungen für CO2-Strafzahlungen möglich erscheinen lässt.
Druck aus China und von der Holding
Nicht alle Nachrichten fallen positiv aus. Eine Analyse des Center of Automotive Management zeigt, dass Volkswagen in China Marktanteile an BYD und Geely verloren hat, die EBIT-Marge stand dort unter Druck.
Zusätzlich belastet die Lage bei der Porsche SE das Bild: Die Holdinggesellschaft wies für das erste Halbjahr 2026 einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro aus, maßgeblich verursacht durch Wertberichtigungen auf ihre Beteiligungen an Volkswagen und der Porsche AG.
Der Kapitalmarkt reagiert auf all das bislang verhalten. Die Vorzugsaktie notiert bei 73,88 Euro und liegt damit rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro, das im Dezember erreicht wurde. Zum Jahresauftakt steht ein Minus von 29 Prozent zu Buche.
Näher liegt das Papier am 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, von dem es nur noch knapp 7 Prozent entfernt notiert. Mit einem RSI von 45,9 zeigt sich der Titel weder überkauft noch überverkauft – die Anleger scheinen abzuwarten, wie sich der Spagat zwischen Kapitalbeschaffung, Stellenabbau und operativer Erholung auflöst.
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