Volkswagen Aktie: Everllence-Verkauf rückt näher

VW-Konzern treibt milliardenschweren Verkauf der Mehrheit an der Schiffsmotorentochter Everllence voran. Drei Bieter ringen um die Anteile.

Redaktion Stock-World ·
Nahaufnahme eines Computerbildschirms mit Aktienchart (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • VW-Vorstand berät über Everllence-Verkauf
  • Drei Bieter für 51-Prozent-Mehrheit
  • Unternehmenswert auf acht Milliarden taxiert
  • Konzern fokussiert sich auf Kernbereiche

Volkswagen steht kurz vor einem milliardenschweren Einschnitt: Der Konzern will sich von einer Mehrheit seiner Schiffsmotorensparte Everllence trennen — und die Entscheidung darüber fiel offenbar noch diese Woche.

Drei Bieter, ein ungewöhnliches Konsortium

Laut einem Medienbericht beriet der VW-Vorstand bereits am Mittwoch über den Zuschlag, für den Abend hatte der Aufsichtsrat eine Sitzung angesetzt. Im Rennen um die 51-Prozent-Mehrheit an Everllence stehen drei Beteiligungsgesellschaften. Eine davon tritt in einem ungewöhnlichen Verbund an — gemeinsam mit der Porsche SE als VW-Hauptaktionär und dem Großaktionär Qatar.

Den Unternehmenswert taxieren Beteiligte auf acht bis neun Milliarden Euro. Everllence — früher bekannt als MAN Diesel & Turbo, dann als MAN Energy Solutions — erzielte 2025 mit rund 16.200 Beschäftigten einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro. Die Einheit ist damit keineswegs ein Randgeschäft, sondern ein substanzieller Konzernbaustein.

Rückzug aus dem Nicht-Kerngeschäft

VW hatte die Mehrheit an dem Traditionsunternehmen vor rund 15 Jahren übernommen. Ein erster Verkaufsversuch scheiterte 2019. Nun läuft der zweite Anlauf: Im Spätsommer 2025 mandatierte der Konzern zwei US-Investmentbanken für den Prozess. Anfang Juni legten die verbliebenen Bieter zunächst Absichtserklärungen mit Standort- und Beschäftigungsplänen vor, diese Woche folgten konkrete Preisgebote.

Der geplante Verkauf passt in ein größeres Bild: Volkswagen konzentriert sich auf seine Kernbereiche und streicht gleichzeitig Kosten. Passend dazu eröffnete VW-Softwaretochter Cariad gerade einen zentralisierten „Automotive Software Campus“ in Berlin, wo rund 1.000 Experten an KI-Technologien für softwaredefinierte Fahrzeuge arbeiten — zuvor waren diese Teams auf sieben Standorte verteilt. Auch das ein Teil des konzernweiten Sparkurses.

Ob der Aufsichtsrat am Mittwochabend tatsächlich grünes Licht für einen konkreten Bieter gegeben hat, bestätigte Volkswagen bislang nicht. Die offiziell angepeilte Transaktion — sollte sie zustande kommen — würde dem Konzern frischen Spielraum verschaffen, gerade in einer Phase, in der Investitionen in Elektromobilität und Software erhebliche Mittel binden.

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Volkswagen Aktie

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