Volkswagen Aktie: Gegenwind und Polster

Volkswagen kämpft mit einem US-Rückruf für Elektro-SUVs und hohen Zollkosten, überrascht aber mit einem deutlich höheren Netto-Cashflow und baut seine Liquidität aus.

Kurz zusammengefasst:
  • Rückruf von 44.500 ID.4-SUVs in den USA
  • Zollbelastung von 2,1 Milliarden Euro 2025
  • Netto-Cashflow übertrifft Prognose deutlich
  • Investitionsplan wird auf 160 Milliarden Euro reduziert

Volkswagen ringt um seinen Kurs in den USA – politisch wie technisch. Ein großer Rückruf von Elektro-SUVs trifft den Konzern mitten in einer Phase, in der Strafzölle Milliarden kosten und Investitionspläne neu sortiert werden. Gleichzeitig überrascht der Autobauer mit einem deutlich stärkeren Cashflow als erwartet und baut seine Liquiditätsreserve aus. Wie passt das zusammen?

Rückruf in den USA und Zollbelastung

In den USA muss Volkswagen rund 44.500 Elektro-SUVs des Modells ID.4 zurück in die Werkstätten holen. Laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA betrifft der Rückruf Fahrzeuge der Baujahre 2023 bis 2025. Hintergrund ist ein erhöhtes Risiko, dass die Hochvolt-Batterien überhitzen und sich im Extremfall entzünden können. In einigen Fällen können zudem falsch ausgerichtete Elektroden in Batteriezellmodulen das Brandrisiko zusätzlich erhöhen.

Volkswagen

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Technische Rückrufe sind in der Autoindustrie nichts Ungewöhnliches, dennoch kommt der Schritt zur Unzeit. Konzernchef Oliver Blume hatte sich kurz zuvor kritisch zur geplanten US-Expansion geäußert. Die Pläne für ein neues Audi-Werk in den Vereinigten Staaten stehen auf der Kippe. Unter den aktuellen Zollbedingungen sei eine große zusätzliche Investition finanziell nicht darstellbar, so Blume.

Die von der Trump-Administration verhängten Autozölle schlagen spürbar zu Buche. Nach Angaben des Vorstandschefs haben sie Volkswagen allein in den ersten neun Monaten 2025 rund 2,1 Milliarden Euro gekostet. Der Konzern fordert kurzfristig niedrigere Belastungen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Gespräche mit der US-Regierung haben bislang aber keine greifbaren Ergebnisse gebracht.

Dabei waren die US-Pläne bereits weit fortgeschritten: Schon 2023 präsentierte Volkswagen die Idee eines Audi-Werks, im Mai 2025 wurden drei potenzielle Standorte geprüft, darunter Chattanooga (Tennessee) und Columbia (South Carolina). Nun ist offen, ob diese Projekte in der ursprünglich geplanten Form realisiert werden.

Die wichtigsten Belastungsfaktoren

  • Rückruf von rund 44.500 ID.4-Elektro-SUVs in den USA
  • Potenzielles Batteriebrandrisiko durch Überhitzung und fehlerhafte Elektroden
  • Zusätzliche Zollkosten von etwa 2,1 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen 2025
  • US-Werkpläne für Audi aufgrund der Rahmenbedingungen infrage gestellt

Starker Cashflow als Gegengewicht

Für Entlastung sorgten zuletzt die Finanzzahlen. Am 21. Januar veröffentlichte Volkswagen eine Ad-hoc-Mitteilung mit vorläufigen Kennziffern für 2025. Der Netto-Cashflow in der Automobilsparte lag bei rund 6 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern sowohl seine eigene Prognose von etwa null Euro als auch den Vorjahreswert von 5 Milliarden Euro deutlich.

Die Netto-Liquidität der Autosparte stieg zum 31. Dezember 2025 auf mehr als 34 Milliarden Euro. Dieses Polster verschafft Volkswagen Spielraum – sowohl für notwendige Ausgaben rund um Rückrufaktionen als auch für strategische Entscheidungen bei Investitionen und Standortfragen.

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Die Börse reagierte zunächst positiv: Am 22. Januar führte die Aktie zeitweise den DAX an, mit einem Tagesplus von über vier Prozent. Inzwischen hat sich der Kurs wieder beruhigt. Gestern schloss das Papier bei 102,60 Euro und liegt damit rund 6,7 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 109,95 Euro, zugleich aber klar über dem Tief der vergangenen zwölf Monate.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe dem 50‑Tage-Durchschnitt von 103,50 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 27,8 signalisiert eine eher überverkaufte Situation, was die jüngliche Kursschwäche trotz solider Fundamentaldaten unterstreicht.

Investitionsplan wird zurückgefahren

Parallel zu den operativen Herausforderungen arbeitet Volkswagen am Fünf-Jahres-Investitionsplan. Die ursprünglich angesetzten Ausgaben von 180 Milliarden Euro für Werke, neue Modelle und Technologien wurden bereits auf 160 Milliarden Euro reduziert. Konzernchef Blume schloss weitere Kürzungen vor der offiziellen Präsentation im März nicht aus.

Der Schwerpunkt der Investitionen soll klar in Europa liegen. Geplant sind unter anderem:

  • rund 10 Milliarden Euro für den Aufbau der Batterieproduktion in Spanien
  • eine neue Familie kompakter Elektrofahrzeuge für die Marken Volkswagen, Cupra und Skoda

Damit setzt der Konzern stärker auf seine Heimatregion und den europäischen Markt, während die US-Strategie durch Zölle und Standortunsicherheit gebremst wird.

Blick nach vorn: Termine und Einordnung

Anleger und Marktbeobachter erhalten in den kommenden Monaten weitere Klarheit über die finanzielle und strategische Ausrichtung des Konzerns. Wichtige Termine sind:

  • 10. März 2026: Veröffentlichung der endgültigen Jahreszahlen 2025 und Ausblick für 2026
  • 30. April 2026: Quartalsbericht Januar bis März 2026
  • 18. Juni 2026: Hauptversammlung

Zusammengefasst steht Volkswagen vor einem Spannungsfeld: Belastungen durch Zölle und Rückrufe auf der einen Seite, ein deutlich stärkerer Cashflow und hohe Liquidität auf der anderen. Entscheidend wird sein, wie der Konzern auf Basis des gekürzten Investitionsplans seine Prioritäten setzt – insbesondere bei der regionalen Ausrichtung zwischen Europa und den USA.

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