Volkswagen Aktie: Metzler hebt Ziel auf 130 Euro
Volkswagen-Chef Blume plant Ausgliederung der Kernmarke und drastische Sparmaßnahmen. Der Aufsichtsrat entscheidet am 9. Juli.

Kurz zusammengefasst
- Konzernchef plant Ausgliederung der Kernmarke
- Aufsichtsrat berät über Werkschließungen
- Möglicher Abbau von 100.000 Stellen
- Analysten sehen Kurspotenzial trotz Kursverlusten
Allein die Mehrheitsbeteiligungen an Porsche und der Nutzfahrzeugholding Traton sind rund 44 Milliarden Euro wert. An der Börse kostet der gesamte Volkswagen-Konzern aber nur knapp 38 Milliarden Euro. Das bedeutet: Das eigentliche Kerngeschäft hat faktisch einen negativen Wert. Um dieses Bewertungs-Paradoxon aufzulösen, plant Konzernchef Oliver Blume drastische Schritte.
Ausgliederung der Kernmarke
Blume will die klassische Marke Volkswagen und die Komponentensparte in eigenständige Gesellschaften überführen. Das Ziel: mehr operativer Spielraum. Bisher blockiert das historische VW-Gesetz tiefgreifende Restrukturierungen. Durch rechtlich selbstständige Einheiten könnte der Vorstand den harten Sparkurs leichter umsetzen.
Niedersachsen hält allerdings eine Sperrminorität von 20 Prozent am Konzern. Ministerpräsident Olaf Lies kündigte bereits Widerstand gegen eine Schwächung der Mitbestimmung an. Ein politischer Konflikt bahnt sich an.
Aufsichtsrat berät über Streichliste
Am 9. Juli 2026 trifft sich der Aufsichtsrat. Das Gremium berät über ein massives Sparprogramm. Folgende Maßnahmen stehen laut Medienberichten im Raum:
- Die Schließung von bis zu vier Werken (darunter Hannover, Zwickau und Emden).
- Der weltweite Abbau von rund 100.000 Arbeitsplätzen.
- Eine Kürzung der Investitionen auf 130 Milliarden Euro.
Verweigert der Aufsichtsrat seine Zustimmung, gibt es offenbar einen Plan B. Blume droht in diesem Fall mit einer außerordentlichen Hauptversammlung. Dort sollen die Aktionäre direkt über die Maßnahmen abstimmen.
Analysten sehen massives Potenzial
Analysten werten die Pläne positiv. Das Bankhaus Metzler hob das Kursziel für die Vorzugsaktien am Montag von 105 auf 130 Euro an. Die Experten bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie sehen trotz der laufenden Debatten erhebliches Aufwärtspotenzial.
An der Börse notiert der Titel aktuell bei 75,26 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 29 Prozent. Erst Anfang Juli markierte der Kurs ein neues Tief. Zudem verläuft die Aktie weit unter ihrem langfristigen Durchschnittstrend.
Am 9. Juli entscheidet der Aufsichtsrat über den weiteren Kurs des Konzerns. Hält das Land Niedersachsen an seiner Blockadehaltung fest, droht eine Eskalation auf der Hauptversammlung. Die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal folgen dann am 24. Juli.
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