Volkswagen Aktie: Mission Efficiency fährt 1.278 Kilometer
Volkswagen erhält höhere Kursziele, präsentiert einen effizienten Elektro-Technologieträger und steht zugleich vor einem milliardenschweren Umbau.

Kurz zusammengefasst
- Morgan Stanley erhöht VW-Kursziel auf 89 Euro
- Oxcap hebt Ziel auf 116 Euro
- Technologieträger schafft 1.278 Kilometer
- Restrukturierungskosten von rund 16 Milliarden Euro
Die Aktie von Volkswagen hat gestern mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent bei 81,36 Euro geschlossen. Für neue Impulse am Markt sorgen angehobene Bewertungsmodelle von Analystenseite sowie die Präsentation eines neuen Technologieträgers, mit dem der Konzern die Effizienzgrenzen seiner künftigen Elektroplattform MEB+ auslotet.
Analysten sehen Tiefpunkt bei Margen überwunden
Morgan Stanley hob das Kursziel für die VW-Papiere von 77 auf 89 Euro an und beließ die Einstufung auf „Equal-Weight“. Nach Einschätzung des Hauses dürften die europäischen Autobauer die Talsohle bei ihren operativen Margen inzwischen durchschritten haben. Auch das Analysehaus Oxcap passte seine Bewertung an: Das Kursziel stieg dort von 114 auf 116 Euro bei einer unveränderten Kaufempfehlung („Overweight“).
Die Anpassungen spiegeln vorsichtigen Optimismus wider, dass die Talsohle im operativen Geschäft erreicht sein könnte. Mit dem aktuellen Niveau notiert das Papier gut 18 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro.
Technologieträger „Mission Efficiency“ erzielt Verbrauchswerte
Auf Produktebene stellte Volkswagen mit dem Projekt „Mission Efficiency“ einen straßenzugelassenen Technologiedemonstrator vor, der auf der Architektur des künftigen ID.Polo aufbaut. Das 2+2-sitzige Coupé teilt mehr als 80 Prozent seiner Komponenten mit dem Serienmodell, verfügt über einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,158 und nutzt eine auf 54,9 Kilowattstunden nutzbare Batteriekapazität.
Auf einer 1.278 Kilometer langen Testfahrt von Wolfsburg nach Wien kam das Fahrzeug mit einem einzigen Ladestopp aus und verzeichnete inklusive Ladeverlusten einen Durchschnittsverbrauch von 7,51 Kilowattstunden auf 100 Kilometer.
Zwar ist das Einzelstück nicht für den Verkauf an Endkunden vorgesehen, einzelne Komponenten und aerodynamische Lösungen sollen jedoch schrittweise in kommende Serienmodelle einfließen. Der Konzern will damit belegen, dass die weiterentwickelte Kleinwagen-Architektur auch bei höheren Reisegeschwindigkeiten signifikante Verbrauchsvorteile erzielen kann.
Hohe Kosten und Proteste begleiten den Konzernumbau
Die technologischen Schritte vollziehen sich vor dem Hintergrund massiver Sparzwänge im Kernkonzern. Nach Beratungen des Aufsichtsrats über den Umbau vor gut einer Woche steht die Transformation weiterhin unter hohem Druck.
Medienberichten zufolge belaufen sich die veranschlagten Restrukturierungskosten auf rund 16 Milliarden Euro, wovon ein Großteil auf den geplanten Abbau von weltweit bis zu 60.000 Stellen entfällt. An mehreren deutschen Werksstandorten drohen Schließungen oder Nutzungsänderungen, darunter der geplante Verkauf des Standorts Osnabrück zur Umrüstung auf Rüstungsgüter.
Für den 21. September hat die Gewerkschaft IG Metall zu bundesweiten Aktionen an über 200 Orten aufgerufen, um gegen die Einschnitte zu demonstrieren. Für Anleger bleibt die Umsetzung des Sparkurses bei gleichzeitigem Anlauf der neuen volumenstarken Modellgenerationen der entscheidende Faktor für die weitere operative Erholung.
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