Volkswagen Aktie: Olaf Lies bringt China-Modelle ins Spiel
Niedersachsens Regierungschef schlägt Bau von China-Modellen in Deutschland vor, um VW-Werke auszulasten. Die Aktie fällt weiter.

Kurz zusammengefasst
- Politiker schlägt China-Import für deutsche Werke vor
- VW-Absatz in China bricht um 20 Prozent ein
- Operative Marge liegt bei nur 3,3 Prozent
- Aktie nähert sich 52-Wochen-Tief
Volkswagen kämpft mit leeren Werkshallen in der Heimat. Nun dreht sich die bisherige Produktionslogik möglicherweise um. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bringt einen ungewöhnlichen Plan ins Spiel. Er schlägt vor, in China entwickelte Konzernmodelle künftig auch in deutschen Werken zu bauen.
Neue Auslastung für leere Hallen
Der Vorstoß ist kein beschlossener Unternehmensplan. Er stammt von einem zentralen politischen Akteur. Niedersachsen hält gut 20 Prozent der Stimmrechte am Autokonzern. Damit stellt das Land den zweitgrößten Stimmrechtsblock.
Lies will mit der Idee die Produktion stabilisieren und Arbeitsplätze sichern. Zuvor kursierten Berichte über mögliche tiefgreifende Einschnitte an den heimischen Standorten.
Bislang stand die China-Strategie für reine Lokalisierung. Volkswagen plant allein im laufenden Jahr mehr als 20 neue Elektrofahrzeuge für den asiatischen Markt. Bis 2030 soll das Angebot auf 50 Modelle wachsen.
Importierte Technologie
Auf der Auto China zeigte der Konzern kürzlich erste Ergebnisse. Dazu gehört der mit Xpeng entwickelte ID. UNYX. Ein weiteres Beispiel ist der ID. AURA T6. Er basiert auf einer lokal entwickelten Elektronik-Architektur.
Die Debatte lenkt den Blick auf die schwache operative Basis. Im ersten Quartal schrumpfte der weltweite Fahrzeugabsatz auf zwei Millionen Einheiten. Besonders der chinesische Markt enttäuschte mit einem Minus von 20 Prozent.
Das operative Ergebnis fiel auf 2,5 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite landete bei mageren 3,3 Prozent.
Für das Gesamtjahr bleibt das Management bei seiner Prognose. Der Vorstand peilt eine Rendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an.
Aktie im freien Fall
An der Börse verpufft die politische Diskussion. Die Volkswagen Aktie verliert heute weitere 2,20 Prozent und notiert bei 72,76 Euro. Damit rutscht das Papier bedrohlich nahe an das 52-Wochen-Tief von 72,12 Euro.
Seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf über 31 Prozent. Ein RSI-Wert von 21,5 signalisiert zwar eine stark überverkaufte Lage. Eine fundamentale Erholung bleibt bisher aber aus.
Am 13. Juli präsentiert Volkswagen erste Eckdaten zum abgelaufenen Halbjahr. Der vollständige Bericht folgt am 24. Juli. Spätestens dann muss das Management erklären, wie es die deutschen Werke künftig auslasten will.
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