Volkswagen Aktie: Operative Marge auf 1 Prozent gestürzt

Volkswagen reduziert das Margenziel auf höchstens 1 Prozent. Sonderbelastungen, China-Schwäche und geplante Einsparungen erhöhen den Druck.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte, düstere Darstellung einer modernen industriellen Fertigungslinie in der Automobilbranche. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Operative Rendite auf höchstens 1 Prozent gesenkt
  • Rund 10 Milliarden Euro Sonderbelastungen
  • Porsche-Beteiligung mit 6 Milliarden Euro wertgemindert
  • Weitere 4.100 Stellen sollen entfallen

Der Volkswagen-Konzern hat seine operative Prognose für das laufende Geschäftsjahr spürbar zusammengestrichen. Statt der bisher angepeilten Spanne von mehr als vier Prozent rechnet das Management nun mit einer operativen Umsatzrendite von höchstens 1 Prozent. Am Freitag reagierten die Anleger mit deutlichen Verkäufen, woraufhin die Aktie um 5,4 Prozent auf 76,50 Euro nachgab.

Hinter dieser Korrektur stehen erhebliche Sonderbelastungen. Insgesamt belaufen sich die Einmaleffekte im laufenden Turnus auf rund 10 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hat eine Wertminderung auf die Beteiligung an der Porsche AG, die mit rund 6 Milliarden Euro veranschlagt wird.

Ohne die massiven Einmalaufwendungen bliebe das operative Geschäft stabiler. Nach Konzernangaben würde die bereinigte operative Marge ohne diese Belastungen bei rund 4 Prozent liegen. Dennoch zwingt die Gemengelage das Management zu drastischen Schritten, da die Ertragskraft im Kerngeschäft spürbar erodiert.

Belastungen im China-Geschäft

Neben den bilanziellen Abschreibungen setzen Absatzprobleme im wichtigsten Einzelmarkt den Wolfsburgern zu. Finanzvorstand Arno Antlitz machte deutlich, dass der Automarkt in China um rund 20 Prozent eingebrochen sei. Eine zeitnahe Stabilisierung der Nachfrage sei derzeit nicht erkennbar.

Hinzu kommt der anhaltende Wettbewerbsdruck durch lokale Konkurrenten und veränderte Rahmenbedingungen. Eine Branchenanalyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY verdeutlicht, dass die deutschen Autokonzerne im ersten Halbjahr erhebliche Gewinneinbußen hinnehmen mussten. Während internationale Anbieter zulegen konnten, geraten die etablierten Hersteller aus Deutschland bei den Erträgen ins Hintertreffen.

Stellenabbau und Analystenblick

Um die Kostenbasis zu senken, verschärft der Konzern seinen Sparkurs. Laut einem Bericht des Handelsblatts plant das Unternehmen bei der Markengruppe Sport Luxury um Porsche die Streichung von weiteren 4.100 Stellen. Auf diesem Weg soll eine Lücke bei den Gemeinkosten von etwa 700 Millionen Euro geschlossen werden.

Auch im Gesamtkonzern zeichnet sich ein tiefgreifender Umbau der Belegschaft ab. Die anstehenden Maßnahmen stoßen bei der Arbeitnehmervertretung auf deutlichen Widerstand, weshalb Protestaktionen angekündigt sind.

Die Analysten blicken derweil mit Skepsis auf die finanziellen Folgen der Transformation. Die Experten der UBS schätzen die künftigen Restrukturierungskosten des Konzerns auf bis zu 7 Milliarden Euro. Die Analysten der Bank of America rechnen in ihren Schätzungen mit Belastungen von bis zu 10 Milliarden Euro. Die kommenden Monate dürften damit im Zeichen intensiver Verhandlungen über Standorte und Einsparziele stehen.

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Volkswagen Aktie

68,40 EUR

+ 1,32 EUR +1,97 %
KGV 6,63
KUV 0,10
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 7,85 %
Marktkapitalisierung 34,29 Mrd. EUR
Ø Kursziel 104,68 EUR
ISIN: DE0007664039 WKN: 766403

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