Volkswagen Aktie: Schwierigkeiten nicht ausgeschlossen

VW verfehlt operative Erwartungen deutlich, während Trump neue Zölle auf EU-Autos ankündigt. Die Jahresprognose steht auf wackligen Beinen.

Redaktion Stock-World ·
Volkswagen Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Operatives Ergebnis fällt auf 2,5 Milliarden Euro
  • Absatz in China bricht um 20 Prozent ein
  • Trump droht mit 25 Prozent Zoll auf EU-Autos
  • Jahresprognose basiert auf unveränderter Zollsituation

Schwache Quartalszahlen, dann Trumps nächste Zolldrohung. Volkswagen startet in die neue Handelswoche mit zwei schlechten Nachrichten gleichzeitig — und einer Jahresprognose, die plötzlich auf wackligen Annahmen steht.

Operatives Ergebnis weit unter Erwartungen

Das erste Quartal 2026 lief für den Wolfsburger Konzern schlecht. Das operative Ergebnis fiel auf 2,5 Milliarden Euro — ein Rückgang von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten knapp 4 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz sank auf 75,66 Milliarden Euro, ein Minus von 2,5 Prozent.

Besonders China schwächelt: Der Absatz dort brach um 20 Prozent ein, Nordamerika verlor 9 Prozent. Zuwächse in Südamerika und Westeuropa konnten das nicht ausgleichen.

Finanzvorstand Arno Antlitz sprach offen aus, was die Zahlen zeigen: Die geplanten Kostensenkungen reichen nicht mehr aus. Die operative Marge liegt bei 4,3 Prozent — zu niedrig, auch vor Sondereffekten. Die Welt habe sich seit dem Start des Zukunftsprogramms vor eineinhalb Jahren signifikant verändert, so Antlitz: Zölle, wachsender Wettbewerb in China, zunehmender Exportdruck chinesischer Anbieter nach Europa.

Trumps 25-Prozent-Drohung trifft zur Unzeit

Am Freitagabend folgte die nächste Belastung. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Zölle auf EU-Autos und Lastwagen von 15 auf 25 Prozent anzuheben — bereits in der kommenden Woche. Begründung: Die EU halte ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Handelsabkommen nicht ein.

Ausgenommen sind laut Trump Fahrzeuge, die in US-Werken produziert werden. Für europäische Hersteller ist das ein zweischneidiges Signal: Wer in den USA fertigt, ist fein raus. Wer exportiert, zahlt mehr.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sprach von einer „schwerwiegenden Belastung der transatlantischen Beziehungen“. Der europäische Branchenindex für Automobilhersteller und Zulieferer hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 13 Prozent verloren.

Prognose unter Vorbehalt

Volkswagen bestätigte den Jahresausblick 2026 mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 4 und 5,5 Prozent. Allerdings basiert diese Prognose ausdrücklich auf der Annahme, dass die Zollsituation unverändert bleibt — eine Prämisse, die Trumps Ankündigung bereits unterläuft.

Die Aktie hatte am Donnerstag nach den Quartalszahlen zunächst ein neues 52-Wochen-Tief markiert, erholte sich aber und schloss 1,1 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf über 17 Prozent. Im US-Handel gaben ADRs von Volkswagen und Mercedes nach der Zollankündigung nach — die europäischen Börsen waren feiertagsbedingt geschlossen.

Am 18. Juni findet die Hauptversammlung statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die vorgeschlagene Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie. Spannender dürfte sein, was das Management dort zur Zolllage sagt — und ob die Prognose bis dahin noch Bestand hat.

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Volkswagen Aktie

70,02 EUR

+ 0,88 EUR +1,27 %
KGV 6,64
KUV 0,10
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 7,57 %
Marktkapitalisierung 35,10 Mrd. EUR
Ø Kursziel 101,66 EUR
ISIN: DE0007664039 WKN: 766403

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