Volkswagen Aktie: Standort wechselt zur Rüstungsproduktion
Volkswagen rechnet 2026 nur noch mit rund einem Prozent Marge. Abschreibungen, China-Schwäche und Umbaukosten belasten den Konzern.

Kurz zusammengefasst
- Renditeziel für 2026 deutlich reduziert
- Sechs Milliarden Euro Porsche-Abschreibung
- Porsche plant 4.100 weitere Stellenstreichungen
- RBC und JPMorgan bestätigen Bewertungen
Der Wolfsburger Automobilkonzern hat seine Jahresziele für 2026 drastisch nach unten korrigiert. Volkswagen rechnet für die operative Umsatzrendite nun nur noch mit einem Wert von rund einem Prozent, nachdem das Management zuvor eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Am Markt löste die Nachricht am Freitag unmittelbare Verkäufe aus: Die Volkswagen-Aktie gab um 5,4 Prozent nach und beendete den Handel bei 76,50 Euro.
Abschreibungen und Margendruck belasten das Ergebnis
Als Hauptgründe für den Einbruch nannte der Konzern die anhaltende Marktschwäche in China. Hinzu kommt eine nicht zahlungswirksame Abschreibung in Höhe von rund sechs Milliarden Euro auf den Porsche-Geschäftsbereich sowie zusätzliche Kosten für den Umbau des Konzerns. Den Jahresumsatz für 2026 beziffert das Unternehmen nun auf rund 315 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa sieben Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Zu den operativen Belastungsfaktoren zählten nach Unternehmensangaben schwächere Geschäftsverläufe bei den Kernmarken Audi und Volkswagen Pkw. Zugleich beschleunigte sich die Nachfrageverschiebung hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen, die im Portfolio mit niedrigeren Margen verbunden sind.
Insgesamt stellt sich Volkswagen für 2026 auf Sonderbelastungen von etwa zehn Milliarden Euro ein. Davon waren rund 0,9 Milliarden Euro bereits im ersten Halbjahr angefallen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Konzern mit zusätzlichen Effekten von etwa zwei Milliarden Euro, die aus Wertminderungen mit China-Bezug, weiteren Restrukturierungsaufwendungen und sonstigen Posten resultieren.
Restrukturierung greift auch bei Töchtern
Die Sparmaßnahmen erfassen auch bisher ertragsstarke Unternehmensteile. Wie Reuters unter Berufung auf das Handelsblatt gestern berichtete, soll die Tochter Porsche AG im Zuge des von Volkswagen beschlossenen Turnaround-Plans etwa 4.100 weitere Arbeitsplätze abbauen. Dieser Schritt ergänzt bereits zuvor verabredete Maßnahmen zur Senkung der Fixkosten.
Parallel dazu treibt das Management die Neuordnung des Fertigungsnetzwerks voran. Laut Reuters erzielte das Unternehmen am 8. September eine vorläufige Vereinbarung, nach der ein deutscher Volkswagen-Standort unter einem neuen Eigentümer künftig auf Rüstungsproduktion umgestellt werden soll. Dies gilt als erster Schritt im laufenden Umbau der Werksstruktur.
Am 10. September meldete die Nachrichtenagentur zudem unter Berufung auf eine informierte Person, dass Volkswagen die Gesamtkosten für Stellenstreichungen und mögliche Werksschließungen im Rahmen des Restrukturierungsabkommens auf rund 16 Milliarden Euro kalkuliert.
Analysten halten an ihren Bewertungen fest
Trotz der deutlichen Senkung des Renditeausblicks blieben erste Reaktionen aus Analysehäusern am Freitag stabil. Die Experten von RBC Capital Markets bestätigten ihre Einstufung mit „Outperform“ und beließen das Kursziel bei 120 Euro.
Das Analysehaus JPMorgan hielt am selben Tag an seinem Votum „Neutral“ fest und sieht den fairen Wert der Aktie unverändert bei 110 Euro. Beide Institute reagierten damit unmittelbar auf die Veröffentlichung der neuen Konzerndaten.
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 20. September liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...