Volkswagen Aktie: Umsatzprognose um 3 Prozent gesenkt
VW korrigiert Umsatzprognose auf bis zu minus drei Prozent und verschärft den Sparkurs. Eigentümerfamilien unterstützen tiefgreifende Restrukturierung.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose deutlich gesenkt
- Hunderte Managementstellen bereits gestrichen
- Eigentümerfamilien fordern schärferen Sparkurs
- Neue US-Strategie mit Pick-up geplant
Volkswagen hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr spürbar zurückgenommen. Statt eines Umsatzwachstums von bis zu 3 Prozent rechnet der Konzern nun mit einem Rückgang von bis zu 3 Prozent, wie Medienberichten zufolge Anfang August bekannt wurde. Die operative Marge soll dagegen unverändert bei 4 bis 5,5 Prozent liegen. Die Korrektur zeigt, wie stark der Gegenwind für den Wolfsburger Autobauer inzwischen geworden ist.
Parallel zur gesenkten Prognose hat Volkswagen bereits mit konkreten Einsparmaßnahmen begonnen. Medienberichten zufolge wurden Anfang August Hunderte Managementstellen gestrichen, weitere Kürzungen in indirekten Bereichen wie Verwaltung, Produktentwicklung und Vertrieb sollen folgen. Der Konzern arbeitet damit an mehreren Fronten gleichzeitig an seiner Kostenbasis.
Eigentümerfamilien erhöhen den Druck
Reuters berichtete Anfang August, dass die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch einen deutlich schärferen Sparkurs unterstützen. Sie stünden hinter einer raschen und tiefgreifenden Restrukturierung, die zehntausende weitere Arbeitsplätze kosten könnte.
Als Kontext nannte die Agentur, dass Volkswagen bereits einen Abbau von bis zu 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030 prüfe. Zugleich diskutiere der Konzern über einen drastischen Umbau seines Portfolios und Anpassungen bei den Fertigungskapazitäten.
Der Rückhalt der kontrollierenden Familien verleiht dem Umbauprogramm zusätzliches Gewicht. Wenn die größten Anteilseigner selbst auf Tempo drängen, dürfte der Vorstand kaum Spielraum haben, das Programm zu verwässern. Für die Belegschaft bedeutet das absehbar weitere Unsicherheit über mehrere Jahre.
Neue US-Strategie soll gegensteuern
Neben dem Sparkurs arbeitet Volkswagen an einer Neuausrichtung des US-Geschäfts. Reuters meldete Anfang August, der Konzern plane eine Überarbeitung seiner Amerika-Strategie samt neuer Führung.
Ein neuer Pick-up-Truck soll demnach vor Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen und in den USA gefertigt werden. Das Vorhaben zielt darauf, im margenstarken nordamerikanischen Markt stärker Fuß zu fassen, wo Volkswagen bislang hinter Wettbewerbern zurückliegt.
Aktie unter Druck, Analysten uneinheitlich
An der Börse spiegelt sich der Umbaudruck deutlich wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 73,88 Euro, nach einem Rückgang von 3,3 Prozent binnen einer Woche und einem Minus von 29 Prozent seit Jahresbeginn.
Zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro aus dem Dezember fehlen der Aktie derzeit 32 Prozent, während der Abstand zum jüngsten Jahrestief bei knapp 7 Prozent liegt.
Die Analysten von RBC senkten Mitte August ihr Kursziel für Volkswagen von 121 auf 120 Euro, stuften die Aktie aber weiterhin mit „Outperform“ ein. Die Einschätzung signalisiert, dass trotz der operativen Belastungen Aufwärtspotenzial gesehen wird – vorausgesetzt, der eingeschlagene Restrukturierungskurs zeigt in den kommenden Quartalen erste Wirkung.
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