Volkswagen Aktie: Vor dem Absatzreport
Porsches Auslieferungen sanken in neun Monaten um 16 Prozent; Volkswagen akzeptierte eine Bafin-Geldbuße von 1,2 Millionen Euro.

Kurz zusammengefasst
- Bafin setzte 1,2 Millionen Euro Buße fest
- Volkswagen stimmte der Verfahrensbeendigung zu
- Porsche lieferte 16 Prozent weniger Fahrzeuge aus
- VW-Absatzzahlen für das dritte Quartal folgen
Ein Bußgeld aus der Vergangenheit, eine kriselnde Tochter und ein Termin am Montag: Bei Volkswagen laufen zum Wochenende mehrere Fäden zusammen. Die Aktie notierte am Morgen im XETRA-Handel zeitweise leicht im Plus bei 66,96 Euro.
Millionenstrafe für alten Verstoß
Die Finanzaufsicht Bafin hat gegen Volkswagen eine Geldbuße von 1,2 Millionen Euro festgesetzt. Der Vorwurf: Der Konzern habe die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 nicht per Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht, obwohl sie deutlich über den Markterwartungen lag. Stattdessen gab es nur eine Pressemitteilung.
Am 3. März 2023 hatte der optimistische Ausblick die Aktie im laufenden Handel um mehr als 10 Prozent nach oben getrieben. Die Behörde sieht darin eine Insiderinformation, die sofort hätte gemeldet werden müssen. Die Buße wurde bereits am 1. Oktober festgesetzt.
Volkswagen akzeptierte sie im Rahmen einer Verständigung zur Beendigung des Verfahrens. Rechtlich bleibt der Konzern jedoch bei seiner Auffassung, die Pflichten erfüllt zu haben. Der Höchstrahmen liegt bei 2,5 Millionen Euro oder bis zu zwei Prozent des Umsatzes, die Summe ist für einen Konzern dieser Größe also überschaubar.
Porsche bleibt auf der Bremse
Wichtiger für das operative Bild sind die Zahlen der Tochter Porsche. Der Sportwagenbauer lieferte in den ersten neun Monaten weltweit 178.532 Fahrzeuge aus, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. In China brach der Absatz um 33 Prozent ein, auch wegen der Immobilienkrise und der Zurückhaltung wohlhabender Käufer.
In Nordamerika fiel das Minus mit 13 Prozent geringer aus, hier wirkt vor allem das Ende der Verbrennervarianten von Boxster und Cayman. Der 911er legte dagegen um 12 Prozent zu. Der Macan verlor 21 Prozent.
Konzernchef Michael Leiters setzt auf den Umbau „Sportwagenschmiede ’35“: mehr Exklusivität, höhere Erträge, aber auch harte Einschnitte. Allein in der Heimatregion fallen rund 9.000 Stellen weg. Die Gewinnschwelle soll unter 200.000 Fahrzeugen liegen.
Sparzwang bei Audi, Impulse aus China
Der Spardruck erreicht auch Audi. Über dem Werk in Neckarsulm steht ein Fragezeichen, die Marge im Konzern gilt als dünn.
Etwas Rückenwind könnte aus Peking kommen. Die EU und China haben sich nach Angaben von Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte verständigt. Die Lieferungen in die EU könnten um mehr als die Hälfte sinken, was europäische Hersteller vor Konkurrenz schützen dürfte.
Am Montag, 12. Oktober, legt Volkswagen um 11:00 Uhr die Absatzzahlen für das dritte Quartal vor. Am selben Tag hält Porsche seinen Pre-Close-Call zum Quartal ab. Die Zahlen zeigen, ob sich die Schwäche der Tochter im Gesamtkonzern fortsetzt.
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