Volkswagen Aktie: Warnsignale unüberhörbar!

Volkswagen bekommt in den USA den ersten Gewerkschaftsvertrag im Süden, der zu deutlich höheren Lohnkosten führt. Gleichzeitig sorgt ein Urteil des Supreme Court für neue Zollunsicherheiten.

Kurz zusammengefasst:
  • Historische Tarifeinigung im US-Werk Chattanooga
  • Löhne steigen um über 21 Prozent bis 2030
  • Supreme Court kippt Teile der US-Zollpolitik
  • Sparprogramm von 60 Milliarden Euro läuft parallel

Volkswagen schreibt Geschichte in den USA: Die Belegschaft des Werks Chattanooga hat den ersten Gewerkschaftsvertrag in einem großen Automobilwerk des amerikanischen Südens ratifiziert – mit 96 Prozent Zustimmung. Gleichzeitig sorgt ein Urteil des Supreme Court für neue Unsicherheit bei den Zöllen. Für den Konzern beginnt damit eine Phase, in der höhere Arbeitskosten auf ohnehin angespannte Margen treffen.

6.550 Dollar für jeden Beschäftigten

Der am 19. Februar ratifizierte Vierjahresvertrag bringt den rund 3.000 Mitarbeitern in Tennessee unmittelbar 6.550 Dollar auf das Konto – bestehend aus einem Ratifizierungsbonus von 4.000 Dollar und dem ersten Jahresbonus von 2.550 Dollar. Über die gesamte Laufzeit bis 2030 steigen die Löhne kumuliert um 21,6 Prozent. Produktionsmitarbeiter erreichen dann Spitzenlöhne von etwa 39 Dollar pro Stunde, Fachkräfte sogar 50 Dollar.

Volkswagen

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Hinzu kommen ein einmaliger Rentenbonus von 50.000 Dollar für qualifizierte Mitarbeiter, eine Senkung der Krankenversicherungsprämien um mindestens 20 Prozent sowie Lebenshaltungskosten-Anpassungen. Bei temporären Entlassungen garantiert der Vertrag 80 Prozent Lohnfortzahlung.

Die Einigung ist das Ergebnis 18-monatiger Verhandlungen, nachdem die Belegschaft 2014 und 2019 noch gegen die Gewerkschaft gestimmt hatte. Im April 2024 wendete sich das Blatt.

Supreme Court kippt Teile der Zölle

Am selben Tag entschied der Supreme Court in einem 6:3-Urteil, dass die auf dem International Emergency Economic Powers Act basierenden Zölle verfassungswidrig sind. Betroffen sind die sogenannten „reziproken“ und „Fentanyl“-Zölle, die einen Großteil der neuen Zolleinnahmen ausmachten.

Allerdings bleiben die 25-Prozent-Autozölle auf importierte Fahrzeuge und Teile bestehen – sie basieren auf Argumenten der nationalen Sicherheit. Präsident Trump reagierte unmittelbar und unterzeichnete eine neue Verordnung, die einen pauschalen Zoll von 10 Prozent auf alle Importe vorsieht, mit Ankündigung einer Erhöhung auf 15 Prozent.

Für Volkswagen als europäischen Hersteller mit Importen aus Deutschland bleibt die Zollbelastung damit erheblich.

Sparprogramm läuft parallel

Im Hintergrund arbeitet der Konzern an einem drastischen Sparprogramm: 20 Prozent Kostensenkung über alle Marken bis Ende 2028, was laut Spiegel einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro entspricht. Werkschließungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Die höheren Arbeitskosten in Chattanooga laufen dieser Zielsetzung direkt entgegen.

Immerhin meldete Volkswagen im Januar einen besser als erwarteten Netto-Cashflow von 6 Milliarden Euro für 2025 – eine Milliarde mehr als im Vorjahr und deutlich über der eigenen Prognose von nahezu null.

Am 10. März folgen die vollständigen Geschäftszahlen. Dann wird sich zeigen, wie CEO Oliver Blume die strategische Neuausrichtung zwischen Kostendruck, höheren Lohnkosten und anhaltender Zollunsicherheit konkret umsetzen will.

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