Vonovia Aktie: Berenberg traut Aktie Erholung zu
Der Konzern will Wohnungen für Soldaten bauen und betreiben; Berenberg hält an Kaufempfehlung und Kursziel fest.
Kurz zusammengefasst
- Vonovia sagt Wohnungsbau für Soldaten zu
- Berlin-Bestand umfasst rund 138.000 Wohnungen
- Aktie verlor seit Jahresbeginn 30 Prozent
- Berenberg bestätigt Kaufurteil und 34,50 Euro Kursziel
Der Wohnungskonzern Vonovia sucht nach neuen Betätigungsfeldern jenseits des klassischen privaten Mietwohnungsmarkts. Gestern erklärte sich das Unternehmen bereit, für die geplante Vergrößerung der Bundeswehr Wohnungen für Soldaten zu bauen und zu betreiben. Mit diesem Vorstoß signalisiert der Konzern Bereitschaft, sich an staatlichen Bauaufgaben zu beteiligen und neue Kapazitäten zu schaffen.
Enteignungsdebatte belastet das Berliner Geschäft
Die Initiative fällt in eine Phase spürbarer politischer Verunsicherung am Berliner Wohnungsmarkt. Nach dem Wahlsieg der Linken bei der dortigen Abgeordnetenhauswahl rückte das Thema einer möglichen Vergesellschaftung großer Bestände erneut in den Fokus. Laut Reuters verfügen Vonovia und die Tochtergesellschaft Deutsche Wohnen im Großraum Berlin über einen gemeinsamen Bestand von rund 138.000 Wohnungen.
Konzernchef Luka Mucic wandte sich bereits am 18. September öffentlich gegen solche Pläne. Der Vorstand betonte, dass eine Enteignung keine einzige neue Wohnung schaffe. Stattdessen wolle das Unternehmen durch Neubauprojekte und bezahlbare Mieten zur Entspannung der Lage beitragen. Zudem stehe Vonovia einer künftigen Landesregierung als konstruktiver Gesprächspartner zur Verfügung und verstehe sich als Teil der Lösung.
Zusätzliche Streitpunkte belasten das Image des Unternehmens. Vor gut einer Woche reichte die Deutsche Umwelthilfe Klage gegen Vonovia ein, da der Konzern mutmaßlich rechtswidrige Hürden bei der Installation von Balkonkraftwerken aufbaue. Medienberichten zufolge sorgten darüber hinaus Beschwerden betroffener Haushalte über bauliche Mängel und mutmaßlich fragwürdige Mietpraktiken für Kritik.
Analysten sehen trotz Kurstiefs Erholungschancen
Die politischen Diskussionen in Berlin spiegelten sich unmittelbar in der Kursentwicklung wider. Am Dienstag reagierte das Papier auf die Enteignungssorgen und sackte zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023 ab. Aktuell notiert der Titel bei 17,25 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 30 %.
Das Analysehaus Berenberg stuft die Lage dennoch zuversichtlich ein. Am Dienstag bestätigten die Analysten ihre Einstufung „Buy“ für Vonovia und beließen das Kursziel unverändert bei 34,50 Euro. Trotz der Debatten um Regulierung und Enteignung trauen sie dem Wohnungsunternehmen damit eine deutliche Kurserholung zu.
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