Vonovia Aktie: BVR erwartet 3 Prozent Preisanstieg
Eine Studie des BVR prognostiziert steigende Immobilienpreise, was Vonovia stützt. Analysten sehen den Sektor günstig bewertet.
Kurz zusammengefasst
- BVR erwartet drei Prozent Preisplus
- Neubau deckt Bedarf nur zur Hälfte
- Analysten sehen Sektor als günstig an
- Aktie erholt sich vom Jahrestief
Vonovia klettert weiter aus dem Tief. Die Aktie des größten privaten Vermieters Deutschlands notiert bei 22,73 Euro, ein Plus von 0,84 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Anstieg von 12,08 Prozent zu Buche. Eine aktuelle Studie zur Wohnraumknappheit liefert den fundamentalen Hintergrund – ein Analystenkommentar bremste den Schwung zwischenzeitlich.
Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 5,62 Prozent. Damit setzt der Wohnungskonzern seine Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 19,53 Euro fort. Den Tiefpunkt erreichte die Aktie erst Anfang Juni.
Bankenverband erwartet höhere Immobilienpreise
Rückenwind kommt von einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Der BVR erwartet für dieses Jahr einen Anstieg der Immobilienpreise um drei Prozent. Der Grund: Der stockende Neubau deckt den Bedarf an neuen Wohnungen nur zur Hälfte.
Hinzu kommt eine ungleiche Verteilung. Neuer Wohnraum entsteht oft in schrumpfenden ländlichen Regionen. In den Ballungszentren fehlen Wohnungen weiterhin.
Für Vonovia ist die Angebotsknappheit grundsätzlich positiv. Steigende Marktpreise stützen den Substanzwert des Portfolios. Sie verbessern zudem die Verschuldungskennzahlen des Konzerns.
Der Verband kritisiert zugleich die politische Debatte um Wohnungsbestände in Berlin. Eine Vergesellschaftung schafft laut BVR keinen zusätzlichen Wohnraum. Sie verunsichert stattdessen Investoren und finanzierende Banken.
Der BVR fordert außerdem niedrigere Kaufnebenkosten. Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer sollen den privaten Wohneigentumserwerb wieder attraktiver machen.
Analysten nehmen Sektor neu unter die Lupe
Trotz der positiven Studie reagierte die Vonovia-Aktie am Tag der Veröffentlichung zunächst verhalten. Auslöser waren Gewinnmitnahmen. Der Analyst Gregory Simpson von Exane BNP Paribas hatte zuvor die Coverage für den europäischen Immobiliensektor wieder aufgenommen.
Seine Kernthese: Der Sektor blieb seit dem Zinsanstieg 2022 hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Bewertungen gelten inzwischen als günstig. Wachstum und Transaktionsvolumen nehmen wieder zu.
Innerhalb des Sektors bevorzugt Simpson allerdings den polnischen Markt gegenüber dem deutschen. Für Vonovia selbst legte Exane BNP Paribas noch keine konkrete Einstufung vor.
Chartbild zeigt vorsichtige Stabilisierung
Die Aktie notiert mittlerweile 5,53 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 21,54 Euro.
Zur 200-Tage-Linie bei 24,24 Euro fehlt aber noch ein Abstand von 6,21 Prozent. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 66,1 – die Dynamik zieht an, ohne bereits überkauft zu sein.
Zum Jahreshoch bei 29,28 Euro, erreicht vor rund zwölf Monaten, bleibt der Abstand bei gut 22 Prozent. Die jüngste Erholung hat den langfristigen Kursverlust seit dem Zinsanstieg damit noch nicht wettgemacht.
Für den weiteren Kursverlauf bleibt die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ein wichtiger Faktor. Hält der Aufwärtstrend an, dürfte der 50-Tage-Durchschnitt bei 21,54 Euro als Unterstützung dienen. Die 200-Tage-Linie bei 24,24 Euro markiert den nächsten Widerstand nach oben. Bis weitere Analysten nach Exane BNP Paribas eigene Einstufungen vorlegen, bleibt die strukturelle Wohnraumknappheit der zentrale Pfeiler der Investmentthese für den Bochumer Konzern.
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