Vonovia Aktie: Skandinavien-Deal als Lichtblick
Ein schwedischer Pensionsfonds erwägt Vonovia für die Verwaltung eines Wohnungsportfolios; bestätigt ist der Auftrag noch nicht.

Kurz zusammengefasst
- Alecta-Mandat über rund zehn Milliarden Euro
- Verwaltung von etwa 50.000 Wohnungen vorgesehen
- Transaktion zwischen Alecta und Heimstaden Bostad
- Berliner Debatte und Zinsen belasten Vonovia
Ein möglicher Großauftrag aus Schweden könnte Vonovia neue Einnahmen erschließen. Der Konzern soll für den Pensionsfonds Alecta ein Wohnimmobilienportfolio im Wert von rund 10 Milliarden Euro verwalten. Bestätigt ist das Mandat bislang nicht.
Was hinter dem möglichen Mandat steckt
Den Hintergrund bilden Gespräche zwischen Alecta und Heimstaden Bostad. Beide wollen ihr gemeinsames Immobilienvermögen von rund 25 Milliarden Euro aufteilen. Alecta würde dabei seine Beteiligung von 38,7 Prozent an Heimstaden Bostad gegen einen entsprechenden Anteil am Portfolio tauschen.
Alecta könnte so etwa 50.000 Wohnungen in Schweden, Norwegen, Dänemark und Deutschland erhalten. Nach Abschluss der Transaktion soll Vonovia die Verwaltung übernehmen.
Für den DAX-Konzern wäre das ein Novum in dieser Größenordnung. Bislang konzentriert sich Vonovia vor allem auf Besitz und Bewirtschaftung eigener Wohnungen. Ein Drittkunden-Mandat würde gebührenbasierte Einnahmen bringen und das Geschäftsmodell verbreitern.
Berlin belastet weiter
Die Aktie profitiert davon bislang nicht. Vonovia verlor zur Mittagszeit rund ein Prozent auf 17,32 Euro, zeitweise rutschte das Papier sogar unter die Marke von 17,00 Euro. Anleger blicken vor allem nach Berlin, wo über die künftige Landesregierung verhandelt wird und die Debatte um die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände anhält.
Neue Argumente liefern Kieler Ökonomen. Sie halten Neubau für das wirksamere Mittel gegen steigende Mieten als eine Vergesellschaftung. An der Börse verpuffte die Studie, der Wohnungskonzern scheiterte erneut an einer wichtigen Chartmarke.
Hinzu kommt die weiterhin ungünstige Zinsperspektive, die die gesamte Branche belastet. Ein Befreiungsschlag wäre der Alecta-Auftrag daher nicht. Erst bessere Zinsaussichten und eine Entspannung im politischen Streit um die Berliner Bestände dürften die Aktie nachhaltig stützen. Der Alecta-Deal würde Vonovia in dieser Lage zumindest einen zweiten Ertragspfad jenseits des eigenen Bestands eröffnen.
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