Zum Jahresauftakt vollzieht Vonovia den größten Führungswechsel seiner Unternehmensgeschichte: Luka Mucic übernimmt den Vorstandsvorsitz von Langzeit-Chef Rolf Buch. Der Wechsel fällt in eine Phase der operativen Stabilisierung, aber anhaltender bilanzieller Belastungen. Entscheidend wird, ob der neue CEO die eingeleitete Strategie bis 2028 konsequent auf Wertsteigerung und Finanzdisziplin ausrichten kann.
Führungswechsel mit Signalwirkung
Seit heute ist Luka Mucic offiziell CEO von Vonovia. Die Personalie war bereits im Mai 2025 angekündigt worden, nun erfolgt der formale Übergang. Mucic bringt umfassende Erfahrung als Finanzvorstand von SAP und Vodafone mit und gilt als Manager mit starkem Fokus auf Kostenstrukturen, Kapitalallokation und Digitalisierung.
Rolf Buch, der das Unternehmen zwölf Jahre geführt und zum europäischen Marktführer ausgebaut hat, übergibt ein umfangreiches Wohnungsportfolio, aber auch eine Bilanz, die unter dem gestiegenen Zinsumfeld deutlich gelitten hat. Der Übergang an der Spitze markiert damit auch eine strategische Verschiebung: weg von großen Übernahmen, hin zu Effizienz, Stabilisierung und selektivem Wachstum.
Die Börsen sind heute feiertagsbedingt geschlossen. Die Aktie ging am 30. Dezember bei 24,54 Euro aus dem Handel und startet morgen in das neue Börsenjahr – dann dürfte der Markt die neue Konstellation erstmals direkt einpreisen.
Strategie 2028: Wachstum mit Disziplin
Mit Mucics Amtsantritt rückt die bereits skizzierte „Wachstumsstrategie 2028“ in den Mittelpunkt. Sie setzt an mehreren Stellschrauben an:
- EBITDA-Wachstum: Das bereinigte EBITDA soll bis 2028 um rund 30 Prozent steigen.
- Investitionen: Nach einer Phase von Verkäufen und Bilanzbereinigung plant Vonovia wieder höhere Investitionen in Bestandsimmobilien und Neubau.
- Klimaziele: Energetische Sanierungen werden forciert, um mittelfristig auf einen klimaneutralen Bestand hinzuarbeiten.
Analysten sehen in der Berufung von Mucic ein klares Signal an den Kapitalmarkt. Seine CFO-Erfahrung bei großen internationalen Konzernen soll helfen, das Vertrauen größerer Investoren zurückzugewinnen, das durch hohe Verschuldung und Zinswende beschädigt wurde. Besonders die Optimierung der Finanzierungsstruktur gilt als zentrales Thema für die kommenden Jahre.
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Marktumfeld und Ausgangslage der Aktie
Das Börsenjahr 2025 endete für Vonovia mit einem zweistelligen prozentualen Verlust. Der Schlusskurs von 24,54 Euro liegt deutlich unter früheren Höchstständen, deutet aber auf eine gewisse Bodenbildung hin, die sich im vierten Quartal abgezeichnet hat.
Das Branchenumfeld hat sich leicht aufgehellt:
- Die extreme Zinsangst hat einer nüchterneren Bewertung Platz gemacht.
- Immobilienwerte haben sich auf einem niedrigeren, aber stabileren Bewertungsniveau eingependelt.
- Die Wohnungsknappheit in Ballungszentren sorgt für sehr niedrige Leerstandsquoten und damit für eine robuste Vermietungssituation.
Für Vonovia bedeutet das: Trotz Druck von der Zins- und Schuldenseite verfügt der Konzern über eine stabile Cashflow-Basis, auf der Mucic aufbauen kann. Kurz vor Jahresende sendete das Management ein weiteres Signal in Richtung Markt: Insiderkäufe und unveränderte, stabile Portfoliobewertungen deuten darauf hin, dass die interne Einschätzung des Nettovermögenswerts (NAV) über der aktuellen Marktkapitalisierung liegt.
Termine und charttechnische Marken
Die kommenden Monate liefern mehrere Ansatzpunkte, um den Kurs des neuen Managements einzuordnen:
- Morgen: Mit dem Handelsstart 2026 wird die unmittelbare Reaktion auf den vollzogenen CEO-Wechsel sichtbar.
- 19. März 2026: Der Geschäftsbericht 2025 schließt die Ära Buch bilanziell ab und bietet erstmals einen detaillierten Ausblick unter der neuen Führung.
Charttechnisch ist die Zone um 25 Euro eine zentrale Marke. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde ein technisches Kaufsignal darstellen und die Bodenbildung untermauern.
Im Kern wird 2026 damit zum Prüfstein, ob der Übergang von einer stark wachstumsgetriebenen Phase hin zu einem konsequenten Wertoptimierungs- und Effizienzkurs gelingt und sich in Ergebnissen, Bilanzkennzahlen und letztlich auch im Aktienkurs niederschlägt.
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