Vonovia Aktie: Zinsen drücken auf den Gewinn

Höhere Mieten stärken das operative Geschäft, während Zinsen Verkäufe und Neubau bremsen und Vonovia die Jahresziele vorsichtiger einschätzt.

Dieter Jaworski ·
Modernes Wohngebäude mit dem Vonovia-Logo an der dunklen Fassade, umgeben von Grün. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Vermietungs-EBITDA steigt trotz kleinerem Bestand
  • Value-add-Ergebnis legt um 31,4 Prozent zu
  • Bereinigtes Aktionärsergebnis je Aktie sinkt
  • Finanzchef Grosse verlängert Vertrag nicht

Vonovia wächst bei den Mieten, verdient aber je Aktie weniger. Die endgültigen Neunmonatszahlen zeigen ein Kerngeschäft, das trotz kleinerem Portfolio zulegt, während höhere Zinsen Verkäufe und Neubau bremsen. Hinzu kommt eine Personalie: Finanzchef Philip Grosse verlängert seinen Vertrag nicht.

Vermietung und Handwerker tragen

Das bereinigte EBITDA im Vermietungsgeschäft stieg um 3,5 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro, obwohl der Bestand um fast 5.000 auf gut 527.000 Wohnungen schrumpfte. Die durchschnittliche Monatsmiete kletterte auf 8,57 Euro je Quadratmeter. Die Leerstandsquote blieb mit 2,3 Prozent niedrig.

Noch dynamischer entwickelte sich das Value-add-Segment. Handwerkerorganisation und Energiegeschäft hievten das EBITDA dort um 31,4 Prozent auf 197 Millionen Euro. Konzernchef Luka Mucic sprach von einer „positiven Dynamik“ und verwies auf das kapitalschonende Dienstleistungsgeschäft als weiteren Wachstumstreiber.

Zinsen drücken Ergebnis und Cashflow

Unter dem Strich bleibt weniger hängen. Das bereinigte EBT je Aktie sank um 5,9 Prozent auf 1,66 Euro, das bereinigte Ergebnis für die Aktionäre je Aktie um 8,9 Prozent auf 1,32 Euro. Der operative Free Cashflow fiel um gut ein Drittel, unter anderem wegen höherer Zahlungen an Minderheitsaktionäre der Deutschen Wohnen.

Die Verkäufe erreichten rund 900 Millionen Euro. Im Segment Recurring Sales ging das EBITDA um 11,8 Prozent zurück, im Neubau lag es bei 28 Millionen Euro. Dort verzerrt allerdings ein Grundstücksverkauf an das Land Berlin im Vorjahr den Vergleich. Seit Ausbruch des Nahost-Konflikts haben sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtert, Käufer halten sich zurück, Verkaufsprozesse dauern länger.

Vorsichtigerer Ausblick, Development auf dem Prüfstand

Für 2026 peilt Vonovia beim bereinigten EBITDA die untere Hälfte der Spanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an. Das organische Mietwachstum soll bei 3,8 Prozent statt der zuvor erwarteten rund 4 Prozent liegen.

Für 2027 rechnet der Konzern mit leichtem EBITDA-Wachstum und einem Ergebnis je Aktie auf Vorjahresniveau, für 2028 mit dem unteren Ende der Spanne von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro.

Das Kapital will Vonovia gezielter einsetzen. Neue Manage-to-Green-Investitionen pausieren, der Neubau für den eigenen Bestand wird zurückgefahren, die Ausrichtung des Development-Geschäfts steht grundsätzlich auf dem Prüfstand.

Am Schuldenabbau hält das Unternehmen fest. Das Ziel eines Verschuldungsgrads von rund 40 Prozent bis Ende 2028 dürfte jedoch schwieriger werden, da der Konzern kurzfristig stabile statt steigender Immobilienwerte erwartet. Aktuell liegt der Wert bei 46,1 Prozent.

Wechsel an der Finanzspitze

Grosse, seit mehr als zehn Jahren CFO börsennotierter Immobilienunternehmen, will seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Er habe den Aufsichtsrat früh informiert, damit Zeit für die Nachfolge bleibt. Vonovia kündigt an, den Nachfolger in Kürze zu benennen. An der Börse blieb die Reaktion zunächst gering: Im frühen Tradegate-Handel gab die Aktie leicht nach.

Die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 folgen am 18. Februar 2027, die vollständigen Zahlen am 5. März. Dann will Vonovia auch über die Ergebnisse der Development-Überprüfung informieren.

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Vonovia Aktie

16,38 EUR

+ 0,10 EUR +0,61 %
KGV 3,74
KUV 2,32
Sektor Liegenschaften
Div.-Rendite 7,63 %
Marktkapitalisierung 14,90 Mrd. EUR
Ø Kursziel 22,73 EUR
ISIN: DE000A1ML7J1 WKN: A1ML7J

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