Vulcan Energy Aktie: 1,73 Milliarden NPV für Ludwig
Vulcan Energy wirbt für Ludwig um Kapitalpartner, während Lionheart gebaut wird. Die Aktie bleibt trotz Projektfortschritten unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Zusätzliche Partner für Ludwig gesucht
- Vorstudie kalkuliert 21.100 Tonnen Jahresproduktion
- Lionheart-Bau mit Mersen-Unterstützung gestartet
- Aktie seit Jahresbeginn 37 Prozent schwächer
Vulcan Energy treibt den Ausbau seines Lithiumprojekts Ludwig voran und wirbt parallel um weitere strategische Investoren. Laut Reuters sucht das Unternehmen zusätzliche Partner für Phase zwei des Projekts, während gleichzeitig der Bau der Lionheart-Anlage beginnt. Damit laufen bei Vulcan Energy mehrere Entwicklungsstränge gleichzeitig – die Finanzierungssuche für Ludwig und der operative Start bei Lionheart.
Vorstudie liefert die Zahlenbasis
Die vor gut einer Woche abgeschlossene Vorstudie zu Ludwig bildet dabei die Grundlage für die aktuellen Investorengespräche. Sie sieht eine Jahresproduktion von 21.100 Tonnen batteriefähigem Lithiumcarbonat über eine geplante Laufzeit von 30 Jahren vor.
Auf dieser Basis kommt Vulcan Energy auf einen Netto-Barwert (NPV8) von 1,73 Milliarden Euro nach Steuern und eine unlevered Rendite von 20,2 Prozent. Den gesamten Entwicklungsaufwand beziffert das Unternehmen auf 1,26 Milliarden Euro Kapitalkosten, inklusive eines Sicherheitspuffers von 15 Prozent.
Diese Größenordnungen erklären, warum Vulcan Energy nun aktiv nach zusätzlichen Kapitalgebern sucht: Ein Projekt dieser Dimension lässt sich kaum allein aus der eigenen Bilanz stemmen. Das Unternehmen hat die Ergebnisse der Vorstudie in einer eigens einberufenen Investorenpräsentation sowie einem Webinar zu Phase zwei von Ludwig vorgestellt, um potenzielle Geldgeber von den Kennzahlen zu überzeugen.
Lionheart nimmt Fahrt auf
Während die Finanzierungsgespräche für Ludwig laufen, kommt das bereits weiter fortgeschrittene Lionheart-Projekt operativ voran. Der Zulieferer Mersen teilte mit, für den Bau eine Eco&FLEX-Einheit an Vulcan Energy zu liefern. Der parallele Baustart bei Lionheart dürfte den Investoren signalisieren, dass Vulcan Energy trotz der offenen Finanzierungsfrage bei Ludwig operativ liefert.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat sich das positive Zahlenwerk der Vorstudie bislang nicht in Kursgewinnen niedergeschlagen. Seit deren Veröffentlichung vor gut einer Woche hat die Aktie ein Prozent verloren, am Dienstag schloss sie bei 1,62 Euro nach einem Tagesminus von 2,4 Prozent. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 2,16 Euro und liegt gut ein Fünftel unter diesem Referenzwert.
Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 37 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Investorensuche für Ludwig noch mit Skepsis begleiten, solange keine konkreten Zusagen vorliegen.
Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob Vulcan Energy die im Rahmen der Vorstudie präsentierten Kennzahlen tatsächlich in feste Finanzierungszusagen für Phase zwei von Ludwig übersetzen kann. Bis dahin bleibt der Fortschritt bei Lionheart der greifbarste Beleg dafür, dass das Unternehmen seine Projekte operativ vorantreibt.
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