Vulcan Energy Aktie: Bolivien-Auftrag von EAU Lithium

Vulcan Energy meldet Fortschritte bei Lionheart und einen neuen Bolivien-Deal, während die Aktie weiterhin unter Druck bleibt. Analysten sehen Potenzial.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung von Lithium-Abbau in einer Wüstenlandschaft bei goldenem Licht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue Bolivien-Kooperation für VULTEC
  • Lionheart-Projekt bleibt im Zeitplan
  • Aktie rutscht trotz Erfolgen ab
  • Citigroup reduziert ihre Beteiligung

Wer in den vergangenen Wochen auf den Kurs von Vulcan Energy geschaut hat, konnte leicht den Eindruck gewinnen, dass operative Fortschritte am Kapitalmarkt einfach nicht mehr ankommen.

Der deutsche Lithium- und Geothermie-Entwickler hat mit dem Financial Close für sein 2,2 Milliarden Euro schweres „Lionheart“-Projekt, dem Aufsichtsratseintritt von Amanda Lacaze und dem Start der Bohrarbeiten im Oberrheingraben gleich drei fundamentale Meilensteine abgehakt – und die Aktie steht dennoch tiefer als zuvor.

Für mich zeigt genau diese Diskrepanz, worauf Anleger jetzt wirklich achten sollten: nicht auf die nächste Pressemitteilung, sondern auf die Substanz dahinter.

Ein Bolivien-Deal, der kaum jemand auffällt

Fast unbemerkt vom breiten Publikum hat die Vulcan-Tochter VULTEC am 13. August eine zweite Vereinbarung mit EAU Lithium unterzeichnet, einer Tochter von Cosmos Exploration. Es geht um Ingenieurleistungen und die Optimierung der Direct-Lithium-Extraction-Technologie für Lithiumprojekte in Bolivien. Das ist bemerkenswert, weil es zeigt, dass Vulcan sein technologisches Know-how nicht nur für das eigene Oberrhein-Projekt nutzt, sondern zunehmend als Dienstleister für Dritte auftritt.

Für mich ist das ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen sein Geschäftsmodell diversifiziert, weg von der reinen Abhängigkeit vom Lionheart-Projekt hin zu einer zweiten, technologiegetriebenen Einnahmequelle. Ob daraus in absehbarer Zeit relevante Umsätze entstehen, bleibt allerdings offen – die Vereinbarung ist zunächst ein Machbarkeitsauftrag, kein Produktionsvertrag.

Parallel dazu läuft die Infrastruktur für Lionheart selbst weiter an: Future Pipe Industries liefert mehr als zehn Kilometer glasfaserverstärkte Epoxidharz-Rohrleitungen, die Lieferungen sind bis 2027 terminiert. Das unterstreicht, dass das Projekt trotz des schwierigen Kursbildes seinen Zeitplan hält.

Warum die Zahlen trotzdem nicht überzeugen

Der Kurs notiert bei 1,68 Euro und liegt damit 60 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro, das erst Mitte Oktober erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34 Prozent zu Buche, und auch der 200-Tage-Durchschnitt liegt mit 2,29 Euro deutlich über dem aktuellen Niveau. Das ist kein Ausreißer, sondern ein anhaltender Abwärtstrend, den auch gute Nachrichten bislang nicht durchbrechen konnten.

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang der Ausstieg von Citigroup: Die australische Einheit des Finanzkonzerns gab Anfang August ihre Position als bedeutender Anteilseigner auf, nach eigenen Angaben im Zuge gewöhnlicher Markttransaktionen und Wertpapierleihgeschäfte. Ich würde daraus keine dramatische Warnung ableiten, aber es passt ins Bild eines Marktes, der bei Vulcan derzeit eher verkauft als kauft, unabhängig von der Nachrichtenlage.

Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die genau das für übertrieben halten. Eine Modellrechnung nach der Discounted-Cashflow-Methode kam auf einen fairen Wert von 46,24 australischen Dollar je Aktie – eine Zahl, die angesichts der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 814 Millionen Euro eine gewaltige Lücke offenbart.

Solche Modelle sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie stark von Annahmen zu Lithiumpreisen und Projektlaufzeiten abhängen. Dennoch zeigt die schiere Größenordnung, wie sehr der Markt aktuell auf Umsetzungsrisiken statt auf langfristiges Potenzial blickt.

Mein Fazit

Unterm Strich sehe ich bei Vulcan Energy ein Unternehmen, das operativ liefert, aber vom Kapitalmarkt dafür kaum belohnt wird. Die Bolivien-Kooperation zeigt, dass die Technologie des Unternehmens auch außerhalb des Kernprojekts gefragt ist, und die laufende Rohrleitungslieferung bestätigt, dass Lionheart im Zeitplan bleibt.

Diese Fortschritte sprechen dafür, dass die Story intakter ist, als es der Kurs suggeriert. Gleichzeitig zeigen der anhaltende Abwärtstrend und der Rückzug institutioneller Investoren wie Citigroup, dass Vertrauen am Markt derzeit knapp ist.

Wer von der langfristigen Wette auf europäisches Lithium und Geothermie überzeugt ist, dürfte die aktuelle Schwäche eher als Geduldsprobe denn als Warnsignal lesen. Wer kurzfristige Kursstabilität sucht, wird bei diesem Titel weiterhin auf die Probe gestellt.

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Vulcan Energy Aktie

2,61 AUD

– 0,01 AUD -0,38 %
KGV
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 678,36 Mio. AUD
Ø Kursziel 7,25 AUD
ISIN: AU0000066086 WKN: A2PV3A

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