Vulcan Energy Aktie: Lionheart erreicht Hochbau
Vulcan Energy klettert nach Rekordtief dank Baufortschritten in Landau und State-Street-Meldung. Finanzierung für Lithium-Projekt gesichert.

Kurz zusammengefasst
- Kurserholung nach 52-Wochen-Tief
- State Street meldet Anteilsveränderung
- Hochbau am Geothermie-Projekt gestartet
- Liquidität von 273,9 Millionen Euro
Nach dem Absturz auf ein neues 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro am 30. Juli zieht Vulcan Energy wieder an. Die Aktie des australisch-deutschen Lithium-Entwicklers steht aktuell bei 1,61 Euro, ein Plus von 3,47 Prozent zum Vortag. Zwei Faktoren treiben die Erholung: Bewegungen im Aktionärsregister und handfeste Baufortschritte am deutschen Geothermie-Projekt.
Institutionelle Anleger bewegen sich
Anfang August meldete der US-Vermögensverwalter State Street eine Überschreitung der Drei-Prozent-Meldeschwelle bei Vulcan Energy. Die Bewegung war allerdings kurzlebig. State Street erhöhte seinen Anteil zum 23. Juli auf 3,09 Prozent, reduzierte ihn aber bereits vier Tage später wieder auf 2,95 Prozent.
Betroffen waren zwischen 14,1 und 14,8 Millionen Stimmrechte, bei insgesamt fast 479 Millionen ausstehenden Rechten. Solche Schwankungen deuten meist auf Portfolio-Anpassungen oder Abwicklungsvorgänge hin, weniger auf eine strategische Positionierung. Der Zeitpunkt der Meldung fällt aber mit dem Versuch der Aktie zusammen, sich von ihren Mehrjahrestiefs zu lösen.
Baustelle Landau nimmt Fahrt auf
Handfester ist der Fortschritt am Projekt „Lionheart“. Die erste Phase des Vorhabens hat die Bauvorbereitung hinter sich gelassen und befindet sich nun im aktiven Hochbau. Auf dem zehn Hektar großen Gelände in Landau entstehen derzeit Fundamente und Betonstrukturen für das geplante 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk, parallel wird die Straßeninfrastruktur ausgebaut.
Im jüngsten Quartalsbericht bestätigte das Unternehmen mehrere technische Meilensteine:
- Die sechste Produktions- und Reinjektionsbohrung wurde termingerecht fertiggestellt. Lithiumgehalte und Temperaturwerte lagen im erwarteten Bereich.
- Eine siebte Bohrung ist im Rahmen des Field Development Plans bereits angestoßen.
- Zentrale Liefer- und Ingenieurverträge sind unterzeichnet, darunter eine Partnerschaft mit Siemens für Automatisierung und Gebäudetechnik.
Kapitalverbrauch trifft auf Steuervorteil
Der intensive Baufortschritt kostet Geld. Im Quartal bis zum 30. Juni gab Vulcan Energy 92 Millionen Euro für die Projektentwicklung aus. Trotz dieses Kapitalverbrauchs verfügt das Unternehmen noch über eine Liquiditätsreserve aus Barmitteln und kurzfristig verfügbaren Einlagen von 273,9 Millionen Euro.
Zusätzlichen Rückenwind liefert eine fünfjährige Befreiung von der Förderabgabe, die das Land Rheinland-Pfalz für die Lithiumproduktion bis 2030 gewährt hat. Sie soll den Aufbau einer heimischen Lieferkette für batteriefähiges Material attraktiver machen. Konzernchefin Cris Moreno betonte, das Projekt liege sowohl im Zeit- als auch im Budgetrahmen. Ziel bleibt eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat.
Die Aktie notiert derzeit rund 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro und bleibt damit ein Papier für risikobereite Anleger. Die gesicherte Finanzierung von 2,2 Milliarden Euro und die sichtbaren Baufortschritte in Landau liefern nun erstmals seit Wochen Argumente gegen die anhaltende Kursschwäche.
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