Vulcan Energy Aktie: Siemens-Liefervertrag für Lionheart
Vulcan Energy meldet Baufortschritte am Lithium-Projekt Lionheart, doch die Aktie notiert nahe dem Jahrestief. Ein Milliardenpaket sichert die Finanzierung.

Kurz zusammengefasst
- Bauarbeiten am Geothermiekraftwerk laufen
- Sechste Bohrung termingerecht abgeschlossen
- Land Rheinland-Pfalz gewährt Steuerbefreiung
- Aktie verliert seit Jahresbeginn über 36 Prozent
Vulcan Energy legt Zement in Landau, während die Aktie an der Börse weiter durchhängt. Der Lithium-Entwickler meldet für das zweite Quartal 2026 handfeste Baufortschritte am Flaggschiff-Projekt Lionheart in Deutschland — die Anleger honorieren das bislang kaum.
Am 28. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen seinen Tätigkeits- und Cashflow-Bericht für die drei Monate bis Ende Juni. Der Kurs notiert aktuell bei 1,62 Euro, ein Plus von 0,37 Prozent zum Vortag. Erst am Dienstag hatte die Aktie mit 1,55 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.
Volle Kassen, aktive Baustelle
Zum Quartalsende verfügte Vulcan Energy über 273,9 Millionen Euro an Barmitteln und kurzfristig verfügbaren Einlagen. Für Bohrungen und Bau am Lionheart-Projekt gab das Unternehmen im Quartal 92 Millionen Euro aus.
Rückgrat der Finanzierung ist ein Fremd- und Eigenkapitalpaket über 2,2 Milliarden Euro, das im Quartal final abgeschlossen wurde. Kurz nach Quartalsende floss bereits die erste strategische Eigenkapitalrate von den Finanzierungspartnern. Das sichert laufenden Nachschub für die kommenden Bauphasen.
Bohrerfolg und Steuervorteil aus Rheinland-Pfalz
Im Oberrheingraben kam einiges voran. Die sechste Produktions- und Reinjektionsbohrung ist fertig — termingerecht und unter Budget.
Das Land Rheinland-Pfalz gewährte Vulcan Energy zudem eine fünfjährige Förderabgaben-Befreiung für die Lithiumproduktion, gültig bis 2030. Das dürfte die Cashflow-Rechnung des Projekts über Jahre spürbar entlasten.
Beim 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk Lionheart in Landau hat der eigentliche Hochbau begonnen, nach vorbereitenden Erdarbeiten laufen jetzt Fundament- und Straßeninfrastruktur. Parallel dazu steht ein finalisierter Liefervertrag mit Siemens AG für Engineering, Automatisierung und Gebäudetechnik.
Verfallene Rechte, kaum Verwässerung
Neben dem Quartalsbericht meldete Vulcan Energy eine routinemäßige Anpassung der Kapitalstruktur. 134.225 nicht notierte Performance Rights verfielen, weil die zugrunde liegenden Vesting-Bedingungen nicht erfüllt wurden oder unerreichbar geworden waren. Eine Entschädigung gab es dafür nicht.
Nach dieser Anpassung hält Vulcan Energy noch 3.028.139 ausstehende Performance Rights, neben 478.660.737 quotierten Stammaktien.
Kurs unter Druck, Chartbild überverkauft
Operative Fortschritte hin oder her — der Kurs bleibt seit Monaten in der Abwärtsspirale. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 36,48 Prozent verloren, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro vom 7. Oktober 2025 sind es sogar fast 60 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 31,8 und signalisiert damit eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Das Marktumfeld bleibt geprägt von Skepsis gegenüber Lithium-Entwicklern vor Produktionsstart — trotz konkreter Baufortschritte.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob das Milliardenpaket tatsächlich in dem Tempo abfließt, das für den Zeitplan bis zur kommerziellen Produktion nötig ist. Mit der Förderabgaben-Befreiung und dem abgeschlossenen sechsten Bohrloch hat Vulcan Energy zumindest zwei konkrete operative Argumente gegen die anhaltende Kursschwäche geliefert.
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