Vulcan Energy Aktie: Wedin wechselt in Gründerrolle
Angus Barker führt Vulcan Energy als unabhängiger Chair, während Lionheart und Ludwig vorankommen und die Aktie weiter nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- Angus Barker übernimmt unabhängigen Board-Vorsitz
- Francis Wedin fokussiert sich auf Gründerrolle
- Lionheart erhält zweite Bergbaulizenz
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 46 Prozent
Vulcan Energy vollzieht einen personellen Umbau an der Unternehmensspitze. Angus Barker übernimmt seit dieser Woche das Amt des unabhängigen Non-Executive Chair, wie das Unternehmen mitteilte. Damit ordnet der Lithium- und Geothermie-Entwickler seine Führungsstruktur neu.
Wedin wechselt in Gründerrolle
Der bisherige Executive Chair Dr. Francis Wedin gibt seine operative Doppelrolle ab und wechselt in eine dedizierte Founder-Position. Nach Unternehmensangaben soll er sich künftig auf das Wachstum und die Geschäftsentwicklung entlang der Geothermie- und Lithium-Ressourcenpipeline sowie der VULTEC-Technologiesparte konzentrieren.
Der Umbau ermögliche eine klassischere Board-Struktur mit unabhängigem Vorsitz neben Managing Director und CEO Cris Moreno sowie Executive Director und Group-CFO Felicity Gooding, teilte Vulcan Energy mit.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Vulcan Energy operativ mehrere Fortschritte gleichzeitig meldet. Für das Kernprojekt Lionheart im Oberrheingraben liegt inzwischen eine zweite Bergbaulizenz der zuständigen Behörde von Rheinland-Pfalz vor, die den Bereich der Genehmigung für die geothermische Produktion in Landau abdeckt.
Das Unternehmen wertet dies als weiteren Meilenstein auf dem Weg zum für 2028 angepeilten Produktionsstart, der nach eigenen Angaben planmäßig verläuft.
Parallel dazu hat Vulcan Energy die Vorstudie für das Anschlussprojekt Ludwig in der Region Ludwigshafen abgeschlossen. Die Studie weist einen Kapitalwert vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro sowie eine interne Verzinsung von 25 Prozent über eine geplante Betriebsdauer von 30 Jahren aus.
Vorgesehen sind jährlich 21.100 Tonnen batteriefähiges Lithiumcarbonat sowie zusätzlich erneuerbare Wärme. Gegenüber einer vergleichbaren Lithiumcarbonat-Basis soll Projekt Ludwig eine um 15 Prozent geringere Kapitalintensität aufweisen, bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,26 Milliarden Euro.
Kurs bleibt unter Druck
Die operativen Fortschritte haben die Aktie bislang nicht stabilisieren können. Das Papier schloss am Donnerstag bei 1,39 Euro und notiert damit rund 34 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,10 Euro – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt die Projektmeldungen bislang nicht honoriert. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 46 Prozent zu Buche.
Der Führungswechsel signalisiert, dass Vulcan Energy in eine reifere Unternehmensphase eintreten will, in der operative Umsetzung stärker von strategischer Weiterentwicklung getrennt wird.
Ob die neue Board-Struktur das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann, hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob die für 2028 angepeilte Produktion bei Lionheart tatsächlich im Zeitplan bleibt und Projekt Ludwig den Sprung von der Vorstudie zur nächsten Planungsstufe schafft.
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