Vulcan Energy: Alle Lionheart-Abnehmer unter Vertrag
Vulcan Energy hat die gesamte Jahreskapazität seines Lithiumprojekts Lionheart langfristig an vier Großabnehmer verkauft und die Finanzierung sowie einen Automatisierungspartner gesichert.

Kurz zusammengefasst
- Komplette Jahreskapazität von 24.000 Tonnen vertraglich gebunden
- Vier Großkunden sichern sich langfristige Lithium-Lieferungen
- Siemens als Automatisierungspartner mit 40-Millionen-Euro-Vertrag
- Finanzierungskonsortium aus 13 Banken stellt Fremdkapital bereit
Vulcan Energy hat die kommerzielle Absicherung seines Lithiumprojekts Lionheart abgeschlossen. Mit der Unterzeichnung eines Rahmenvertrags mit Siemens sind nun sämtliche Abnahmeverträge für die geplante Phase-1-Produktion unter Dach und Fach. Die gesamte Jahreskapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) ist vertraglich gebunden — noch vor dem geplanten Produktionsstart 2028.
Vier Großabnehmer teilen die Produktion unter sich auf
Die Käuferseite liest sich wie ein Who’s who der europäischen Batterie- und Rohstoffbranche:
- LG Energy Solution: 31.000 Tonnen LHM über sechs Jahre
- Umicore: 23.000 Tonnen LHM über sechs Jahre
- Stellantis: 128.000 Tonnen LHM über zehn Jahre
- Glencore: 36.000 bis 44.000 Tonnen LHM über acht Jahre
Stellantis sichert sich damit den mit Abstand größten Anteil. Das zeigt, wie stark der Druck auf Automobilhersteller ist, europäische Lithiumquellen langfristig zu binden.
Siemens übernimmt Automatisierung an beiden Standorten
Der Siemens-Vertrag hat ein Volumen von 40 Millionen Euro. Der Konzern wird als Hauptautomatisierungspartner tätig — für die Lithiumextraktionsanlage in Landau, die bereits im Bau ist, und für die zentrale Lithiumanlage im Industriepark Höchst in Frankfurt.
Das umfasst Leitsysteme, Industrienetzwerke, Cybersicherheit und Gebäudeautomation. Der Vertrag ist als Rahmenvereinbarung strukturiert. Vulcan kann einzelne Arbeitspakete stufenweise abrufen — passend zum Baufortschritt.
Siemens Financial Services wird nach Abschluss der Transaktion außerdem Minderheitsinvestor. Das Unternehmen hat zudem den dänischen Exportkreditgeber EIFO in das Finanzierungskonsortium eingebracht.
1,185 Milliarden Euro Fremdkapital von 13 Banken
Die Finanzierungsseite steht ebenfalls. Ein Konsortium aus 13 Banken — darunter die Europäische Investitionsbank und fünf Exportkreditagenturen — stellt vorrangiges Fremdkapital bereit. Strategische Investoren sind neben Siemens Financial Services auch HOCHTIEF und Demea Sustainable Investment.
Das Land Rheinland-Pfalz hat Vulcan eine Royalty-Befreiung für die Lithiumproduktion gewährt. Sie gilt zunächst bis Ende 2030 — also genau für die Bau- und Anlaufphase. Ein Jahr vor Ablauf erfolgt eine Überprüfung.
Quartalsbericht am 29. April gibt erste Antworten
Die kommerzielle Struktur ist gesichert. Das operative Risiko bleibt. Im Dezemberquartal verbrannte Vulcan 7,2 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Ob das Management diesen Mittelabfluss bei gleichzeitig laufenden Großbauprojekten kontrolliert, zeigt der Quartalsbericht am 29. April.
Hinzu kommt: CEO Cris Moreno und CFO Felicity Gooding haben Ende März einen Teil ihrer leistungsabhängigen Vergütung verloren. Über 400.000 Performance Rights verfielen — ein Hinweis auf verfehlte interne Meilensteine. Auf der Hauptversammlung Ende Mai stimmen die Aktionäre dann über die Bestellung von Roberto Gallardo als unabhängigen Direktor ab. Gallardo wurde von HOCHTIEF nominiert, das sich im Zuge seiner Investition Nominierungsrechte gesichert hat.
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