Walgreens Aktie: Börsenabschied nach Milliarden-Deal
Der US-Apothekenkonzern Walgreens Boots Alliance wurde für 23,7 Milliarden Dollar von Sycamore Partners übernommen und von der Börse genommen. Die neue Eigentümerstruktur soll das angeschlagene Unternehmen radikal umbauen.

Kurz zusammengefasst
- Übernahme durch Sycamore Partners abgeschlossen
- Aktie letztmalig an der Nasdaq gehandelt
- Radikale Umstrukturierung in eigenständige Unternehmen
- Stefano Pessina reinvestiert komplette Beteiligung
Die Ära von Walgreens Boots Alliance als Börsenunternehmen ist Geschichte. Nach dem Abschluss der Übernahme durch die Private-Equity-Gesellschaft Sycamore Partners wurde die Aktie des Apothekenkonzerns heute letztmalig an der Nasdaq gehandelt – ein dramatisches Ende für eines der traditionsreichsten Einzelhandelsunternehmen Amerikas.
Die New Yorker Beteiligungsgesellschaft sicherte sich das angeschlagene Unternehmen für insgesamt 23,7 Milliarden Dollar. Pro Aktie zahlen die neuen Eigentümer 11,45 Dollar in bar. Zusätzlich winken den ehemaligen Aktionären bis zu 3 Dollar je Anteilsschein aus künftigen Erlösen der VillageMD-Sparte.
Komplette Neuaufstellung unter neuer Führung
Der Konzern wird radikal umstrukturiert. Walgreens, Boots, Shields Health Solutions, CareCentrix und VillageMD agieren künftig als eigenständige Unternehmen. An der Spitze von Walgreens steht ab sofort Mike Motz als neuer CEO. Der Manager kommt von Staples US Retail, einem weiteren Sycamore-Portfolio-Unternehmen.
Tim Wentworth, der bisherige Konzernchef, bleibt lediglich als Direktor an Bord. Den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt John Lederer, ein langjähriger Sycamore-Berater.
Pessina bleibt an Bord
Bemerkenswert: Stefano Pessina und seine Familie haben ihre komplette Beteiligung an Walgreens reinvestiert. Der italienische Milliardär war bisher größter Einzelaktionär und Executive Chairman des börsennotierten Konzerns. Seine Entscheidung, bei dem Deal mitzumachen, unterstreicht den Glauben an eine erfolgreiche Privatisierung.
Die Apothekenbranche kämpft seit Jahren mit sinkenden Margen und dem Druck durch Online-Konkurrenten. Ob die neue Eigentümerstruktur und das frische Management dem Traditionsunternehmen zu alter Stärke verhelfen können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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