Wall Street gerät vor US-Zwischenwahlen unter Druck

Schwache Quartalsreaktionen und Zweifel an KI-Erträgen belasten Tech-Aktien; Zwischenwahlen und Konjunkturdaten rücken in den Fokus.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nasdaq verliert am Freitag 2,9 Prozent
  • Intel-Aktie fällt nach Quartalsbericht knapp 29 Prozent
  • Defensive Branchen legen im Oktober zu
  • US-Zwischenwahlen stehen kommende Woche an

Hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz und ernüchternde Quartalsberichte haben die US-Aktienmärkte vor einer richtungsweisenden Woche ausgebremst. Wachsende Zweifel an den kurzfristigen Erträgen der milliardenschweren Technologie-Investitionen treffen nun auf politische Unsicherheit durch die anstehenden Kongresswahlen. Der Nasdaq Composite gab am Freitag um 2,9 Prozent nach, während der S&P 500 um 1,8 Prozent auf 7.579,86 Zähler nachgab.

Besonders Halbleiter- und Cloud-Konzerne gerieten unter Abgabedruck. Die Aktie von Intel brach nach der Vorlage des jüngsten Quartalsberichts um knapp 29 Prozent ein. Zuvor hatten bereits die Zahlen von Alphabet und Amazon die Erwartungen an eine schnelle Monetarisierung der immensen Ausgaben für neue Rechenzentren gedämpft.

Hohe Hürden für Technologiekonzerne

Die Messlatte für die Berichtssaison liegt hoch. Unternehmen, die diese Erwartungen verfehlen oder lediglich bestätigen, werden von Investoren umgehend abgestraft. Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor am Donnerstag neun Prozent, nachdem der Konzern seine Jahresprognose trotz anhaltend starker Nachfrage aus dem Rechenzentren-Sektor lediglich beibehielt.

Der Gegenwind trifft den Markt in einer Phase der Neuorientierung. Während Technologiewerte zuletzt nachgaben, verzeichneten defensivere Marktbereiche wie Versorger, das Gesundheitswesen sowie Finanz- und Energiewerte im Oktober Zuwächse. Auf Jahressicht liegt der S&P 500 weiterhin mit über zehn Prozent im Plus.

Kongresswahlen und Konjunkturdaten im Blick

In der kommenden Woche entscheidet sich die künftige Mehrheitsverteilung in Washington. Die Zwischenwahlen bestimmen, ob die Demokraten den Republikanern die Kontrolle über das Repräsentantenhaus oder den Senat entreißen können. Marktbeobachter richten ihr Augenmerk vor allem auf mögliche Konsequenzen für die Regulierung von Technologiekonzernen und Großprojekten im Energiesektor.

Parallel dazu legen mehr als 100 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Zwischenbilanzen vor. Am Montag berichtet Apple, gefolgt von AMD, Qualcomm und Palantir im weiteren Wochenverlauf. Zum Ausklang der Handelswoche liefert der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Oktober neue Anhaltspunkte über die Verfassung der weltweit größten Volkswirtschaft.

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