Walmart Aktie: 7,2-Prozent-Abverkauf auf 90,80 Euro
Walmart übertrifft Gewinnerwartungen, doch der vorsichtige Quartalsausblick und Preisdruck bei Medikamenten lassen den Aktienkurs deutlich sinken.

Kurz zusammengefasst
- Gewinnplus übertrifft Analystenerwartungen
- Kursrutsch um 7,2 Prozent
- Schwache Prognose für drittes Quartal
- Preisdeckel belasten Pharmageschäft
Walmart überrascht den Markt mit einem deutlichen Gewinnplus, die Freude der Anleger währt jedoch nur kurz. Das Papier rutschte am Donnerstag um 7,2 Prozent ab. Grund für die schlechte Stimmung ist ein vorsichtiger Ausblick auf das kommende Quartal sowie Gegenwind im Pharmageschäft.
Schwache Prognose belastet den Kurs
Im zweiten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz auf knapp 188 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,81 US-Dollar deutlich über den Schätzungen der Analysten. Das Management blickt allerdings verhalten auf das laufende Vierteljahr.
Walmart erwartet für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von maximal 0,64 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten zuvor mit mindestens 0,68 US-Dollar gerechnet. Parallel dazu enttäuschte das Wachstum in den US-Filialen, das mit 2,6 Prozent hinter den Markterwartungen zurückblieb.
Preisdruck bei Medikamenten
Ein unerwarteter Belastungsfaktor zeigt sich im Segment Gesundheit. Finanzchef John David Rainey verwies auf staatliche Preisdeckel für wichtige Medikamente. Besonders die beliebten Abnehmpräparate und Diabetesmittel stehen unter Druck.
Zwar stieg das Volumen der verkauften Rezepte an. Die geringeren Preise pro Einheit bremsten jedoch das Gesamtwachstum der Sparte aus. Das Unternehmen beziffert den negativen Effekt durch die neuen US-Regulierungen auf rund 700 Basispunkte.
Reinvestition statt Rendite
Walmart verbuchte im abgelaufenen Quartal hohe Rückzahlungen aus gezahlten Zöllen. Diese Sondergewinne fließen jedoch nicht direkt in das Ergebnis. Das Management will die Mittel stattdessen für aggressive Preissenkungen nutzen.
Die Strategie zielt darauf ab, weitere Marktanteile im US-Einzelhandel zu gewinnen. Investoren fürchten allerdings, dass diese Rabattschlacht die Margen in der zweiten Jahreshälfte belastet. Das globale Online-Geschäft wuchs mit 23 Prozent zwar weiterhin stark, verlor gegenüber dem Vorquartal aber etwas an Dynamik.
Chartbild trübt sich ein
Der Kursrutsch auf 90,80 Euro drückte das Papier unter seinen 200-Tage-Durchschnitt. Damit ist der langfristige Aufwärtstrend vorerst unterbrochen. Die Aktie nähert sich technisch gesehen einer überverkauften Situation.
Anleger blicken nun auf die kommenden Monate. Sie entscheiden darüber, ob die aggressive Preisstrategie die Marktführerschaft festigt oder lediglich die Profitabilität schwächt.
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