Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines spektakulären Übernahmekampfes. Paramount Skydance hat sein Angebot für den Medienriesen deutlich erhöht – und damit den Druck auf Netflix massiv verstärkt. Die Aktionäre müssen sich zwischen zwei Milliarden-Deals entscheiden, während die Uhr tickt.
Paramount legt nach: Über 31 Dollar pro Aktie
Paramount Skydance hat am Montag ein verbessertes Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery vorgelegt. Das neue Gebot liegt bei über 31 Dollar pro Aktie – deutlich über dem ursprünglichen Angebot von 30 Dollar. Zum Vergleich: Netflix hatte im Dezember 27,50 Dollar pro Aktie für die Film-, TV- und HBO-Vermögenswerte geboten.
Paramount adressiert mit dem erhöhten Angebot auch die Bedenken des Warner-Boards bezüglich der Finanzierungssicherheit. Oracle-Gründer Larry Ellison stützt den Deal mit über 40 Milliarden Dollar an Eigenkapital – flankiert von den Staatsfonds Saudi-Arabiens, Katars und Abu Dhabis sowie RedBird Capital.
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery wird voraussichtlich am Dienstagmorgen bekannt geben, dass er das neue Paramount-Angebot prüfen wird. Dies geschieht, obwohl das Board bereits den Netflix-Deal empfohlen hat. Die einwöchige Verhandlungsfrist mit Paramount endete am Montag.
Netflix hat vier Tage zum Kontern
Sollte der Vorstand das Paramount-Angebot als überlegen einstufen, erhält Netflix vier Tage Zeit für ein Gegenangebot. Der Streaming-Riese verfügt über reichlich Liquidität und könnte sein Gebot aufstocken. Netflix‘ Deal umfasst allerdings eine komplexe Abspaltung der Kabelsparten wie CNN und TNT in eine neue Einheit namens Discovery Global.
Genau hier liegt ein Knackpunkt: Während Warner Bros. Discovery argumentiert, die Kabelsparte könne zwischen 1,33 und 6,86 Dollar pro Aktie wert sein, hält Paramount diese Abspaltung für faktisch wertlos. Analyst-Schätzungen von MoffettNathanson zufolge würde ein Paramount-Angebot von rund 34 Dollar pro Aktie die Debatte beenden.
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Der aktivistische Investor Ancora Capital, der eine Position von rund 200 Millionen Dollar aufgebaut hat, erhöht den Druck zusätzlich. Ancora warnte: Sollte Warner Bros. Discovery die Gespräche mit Paramount nicht wieder aufnehmen, werde man gegen den Netflix-Deal stimmen und den Vorstand zur Rechenschaft ziehen.
Regulatorische Hürden bleiben hoch
Die Aktionäre sollen am 20. März über den Netflix-Deal abstimmen. Doch selbst bei Zustimmung steht eine intensive Prüfung durch US-amerikanische und europäische Wettbewerbsbehörden bevor. Beide Deals werfen Fragen zur Marktkonzentration auf.
Ein Zusammenschluss von Paramount und Warner würde ein Studio schaffen, das größer wäre als Marktführer Disney – und zwei große TV-Betreiber fusionieren. Demokratische Senatoren warnen, die kombinierte Entität würde „fast alles kontrollieren, was Amerikaner im Fernsehen sehen“. Zudem würde CNN unter die Kontrolle der konservativ orientierten Ellisons geraten, die kürzlich CBS News übernahmen und Bari Weiss zur Chefredakteurin ernannten.
Netflix hingegen würde durch die Fusion mit HBO Max zum weltgrößten Streaming-Anbieter mit rund einer halben Milliarde Abonnenten. Co-CEO Ted Sarandos zeigte sich zuversichtlich bezüglich der Genehmigung und argumentierte, die Kombination würde Arbeitsplätze in der bereits angeschlagenen Branche schützen. Das US-Justizministerium prüft allerdings, ob Netflix wettbewerbswidrige Praktiken anwendet.
Paramount betont, einen klareren Weg zur regulatorischen Genehmigung zu haben als Netflix. Das Unternehmen hat bereits die ausländische Investitionsfreigabe in Deutschland erhalten und führt Gespräche mit Kartellbehörden in den USA, der EU und Großbritannien.
Die Warner Bros. Discovery-Aktie notiert aktuell deutlich unter beiden Angeboten – ein Zeichen dafür, dass der Markt erhebliche Unsicherheit über den Ausgang dieses Bieterwettstreits einpreist.
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