Warner Bros. Discovery Aktie: DOJ verschärft den Ton

Das US-Justizministerium intensiviert die Kartellprüfung der geplanten Übernahme. Trotz regulatorischer Hürden empfiehlt der Vorstand die Annahme des Angebots mit deutlichem Aufschlag.

Andreas Sommer ·
Warner Bros. Discovery (A) Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Kartellbehörde verschärft Fusionsprüfung
  • Vorstand empfiehlt Angebot mit hohem Aufschlag
  • Gewerkschaften warnen vor massivem Stellenabbau
  • Kombinierte Schuldenlast übersteigt Jahresumsatz

Das Justizministerium hat die Gangart im Fusionsverfahren spürbar verschärft. Am 27. März 2026 verschickte die Antitrust-Abteilung Vorladungen an Dritte — ein klares Signal, dass die Behörde die geplante 110-Milliarden-Dollar-Übernahme durch Paramount Skydance nicht ohne gründliche Prüfung durchwinken wird.

Was die Ermittler untersuchen

Im Fokus der DOJ-Untersuchung stehen die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf Studioproduktion, Lizenzrechte und den Wettbewerb im Streaming-Markt. Besonders der Kinobereich gerät ins Visier: Kritiker befürchten, dass ein fusionierter Konzern die Zahl breit gestarteter Spielfilme weiter reduzieren könnte — ein Muster, das nach früheren Medienfusionen bereits beobachtet wurde. Unabhängige Produktionsfirmen werden befragt, ob sie in einem Markt mit weniger, aber größeren Playern noch wettbewerbsfähig agieren können.

Parallel läuft die Überprüfung durch die Europäische Kommission, die kanadische Regierung und den Generalstaatsanwalt Kaliforniens. DOJ-Antitrust-Chef Omeed Assefi stellte klar, dass politische Verbindungen keinerlei beschleunigtes Verfahren ermöglichen würden.

Aktionärsabstimmung und finanzielle Absicherung

Trotz des regulatorischen Gegenwinds hält Warner Bros. Discovery an der Hauptversammlung am 23. April 2026 fest. Der Vorstand empfiehlt den Aktionären einstimmig die Annahme des Angebots von 31,00 Dollar je Aktie in bar. Gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 23,46 Euro entspricht das einem erheblichen Aufschlag — Arbitrage-Analysten beziffern die implizite Abschlusswahrscheinlichkeit auf etwa 80 Prozent.

Das Fusionsvertrag enthält eine sogenannte „Ticking Fee“: Schließt die Transaktion nicht bis zum 30. September 2026, zahlt Paramount Skydance für jede dreimonatige Verzögerung zusätzliche 0,25 Dollar je Aktie. Scheitert der Deal an den Kartellbehörden, greift eine Rücktrittsgebühr von 5,8 Milliarden Dollar.

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Schulden und Jobsorgen als Gegenwind

Gewerkschaften und Verbraucherverbände erhöhen den Druck auf die Behörden. Die Teamsters-Gewerkschaft fordert vom DOJ, die Fusion zu blockieren, sofern keine verbindlichen Jobschutzmaßnahmen vereinbart werden. Hintergrund: Die von Paramount prognostizierten Kosteneinsparungen von sechs Milliarden Dollar dürften nach Einschätzung der Gewerkschaft mit massivem Stellenabbau verbunden sein — Schätzungen sprechen von bis zu 250.000 gefährdeten Arbeitsplätzen in der Branche.

Hinzu kommt die Schuldenlast des künftigen Konzerns. Der kombinierte Schuldenstand würde rund 79 Milliarden Dollar betragen — etwa 12 Milliarden Dollar mehr als der gemeinsame Jahresumsatz beider Unternehmen im Jahr 2025.

Die nächste entscheidende Wegmarke ist die Aktionärsabstimmung am 23. April. Bis dahin dürfte die DOJ-Untersuchung weiter an Fahrt gewinnen.

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Warner Bros. Discovery (A) Aktie

23,50 EUR

KGV 93,34
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 67,16 Mrd. EUR
ISIN: US9344231041 WKN: A3DJQZ

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