Warum Datadog trotz Rekordzahlen fällt und Heidelberg Materials steigt

Kostendisziplin und Preissetzung stärken Heidelberg Materials und Continental, während Datadogs verhaltener Quartalsausblick die Aktie belastet.

Eduard Altmann ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Heidelberg Materials übertrifft Ergebniserwartungen
  • Sparziel für Jahresende wird übertroffen
  • Continental steigert Ergebnis trotz sinkender Reifenmenge
  • Datadog verliert nach verhaltenem Quartalsausblick

Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

heute zählen Sparprogramme mehr als Wahlergebnisse. Der DAX steht nach den US-Zwischenwahlen zwar über 26.000 Punkten. Die großen Kurssprünge haben aber andere Auslöser.

Heidelberg Materials und Continental liefern Quartalszahlen mit Substanz. Datadog dagegen stürzt trotz Rekorden ab. Die Lehre des Tages ist unbequem für Wachstumsfans. Wer seine Kosten im Griff hat und Geld verdient, wird belohnt. Wer nur Wachstum verspricht, wird es nicht mehr automatisch.

Heidelberg Materials spart sich nach oben

Heidelberg Materials führt den DAX an. Das liegt weniger am Bau-Zyklus als an der eigenen Disziplin. Das operative Ergebnis ohne Sondereffekte stieg im dritten Quartal auf 1,28 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt nur 1,24 Milliarden erwartet.

Was treibt die Aktie wirklich? Das Sparprogramm. Das Ziel von 500 Millionen Euro bis Jahresende wird übertroffen, bis Ende 2028 soll noch mehr dazukommen. Für 2027 hat der Finanzvorstand zudem mehr als die Hälfte der Stromkosten abgesichert. Bei Energiepreisen auf dem höchsten Stand seit 2022 ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

Geld für die Aktionäre ist auch da. Anfang Oktober wurde ein Aktienrückkauf abgeschlossen, über ein nächstes Programm will der Vorstand in den kommenden Monaten entscheiden. Heidelberg Materials notiert bei rund 172 Euro, JPMorgan rät weiter zum Übergewichten und nennt ein Kursziel von 225 Euro.

Wer hier einsteigt, kauft kein Konjunkturwunder. Er kauft einen Konzern, der seine Ertragskraft zunehmend selbst steuert, und genau das rechtfertigt den Abstand zum Kursziel.

Anzeige

Qualität schlägt reine Wachstumsversprechen – nach diesem Muster sortiert der Markt derzeit aus. Der kostenlose Report stellt fünf Unternehmen mit überzeugender Wachstumsperspektive für 2026 vor, die auf Qualität und Trendstärke statt auf blinde Spekulation setzen. Fünf Qualitätswerte im Report entdecken

Continental verdient mehr mit weniger Reifen

Continental zeigt, dass in schwachen Märkten die Macht über die Preise mehr wert ist als die Menge. Das Reifenvolumen sank im dritten Quartal um 4,5 Prozent. Höhere Preise und ein besserer Produktmix glichen das mehr als aus. Das operative Ergebnis ohne Sondereffekte stieg so auf 514 Millionen Euro und lag deutlich über den Erwartungen.

Continental hebt außerdem seine Jahresziele für die Marge an. Aus dem geplanten ContiTech-Verkauf erwartet der Konzern 3,1 Milliarden Euro, davon 2,5 Milliarden für die Aktionäre. Einziger Dämpfer: Im vierten Quartal belasten steigende Rohstoffpreise.

Das Kontrastprogramm liefert BMW. Der Autobauer senkte am Vorabend seine Prognose für die Marge im Autogeschäft auf eine Spanne rund um null. Warum steigt die Aktie trotzdem? Weil der Markt das Schlimmste eingepreist hatte: Seit Jahresbeginn verlor BMW 36 Prozent. Auch Scout24 überzeugt heute, mit kräftigem Umsatzwachstum und einer angehobenen Prognose.

Datadog wird für den ersten Stillstand bestraft

Datadog ist das Gegenbeispiel des Tages und eine Warnung für alle Anleger in KI-Software. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 35 Prozent. Der Gewinn je Aktie ohne Sondereffekte lag klar über den Erwartungen, die Jahresprognose wurde angehoben.

Was stört die Anleger dann? Der Ausblick. Die Prognose für das vierte Quartal bedeutet laut TD Cowen nur 3 Millionen Dollar Zuwachs gegenüber dem dritten Quartal. Zudem gewann Datadog weniger neue Großkunden als zuvor, und die Marge beim freien Cashflow sank. Dieser Wert zeigt, wie viel Geld nach allen Ausgaben tatsächlich übrig bleibt.

Die Datadog-Aktie notiert 11 Prozent unter dem Vortag und 29 Prozent unter dem Stand von vor einem Monat. Truist hält trotzdem an seinem Kursziel fest. Die Botschaft ist klar: Bei Bewertungen dieser Höhe bestraft der Markt nicht schlechte Zahlen. Er bestraft das erste Anzeichen von Stillstand.

AMD: Der Umsatz glänzt, die Kasse nicht

Bei AMD lohnt heute der Blick unter die Umsatzzeile. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs im dritten Quartal um 97 Prozent. Für das vierte Quartal stellt AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, das wäre erstmals mehr als Intel.

Und was bleibt davon in der Kasse? Erstaunlich wenig. Der freie Cashflow schrumpfte auf rund 550 Millionen Dollar, erwartet waren etwa 2 Milliarden. Der Lagerbestand stieg kräftig. Für die Optionsscheine an OpenAI und Meta verbuchte AMD zudem einen Milliardenbetrag. Diese Papiere können später zu neuen Aktien werden und so den Anteil der bisherigen Aktionäre verwässern.

Die AMD-Aktie liegt heute leicht im Plus, hat in diesem Monat aber deutlich verloren. Rekordumsatz allein reicht offenbar auch hier nicht mehr.

Anzeige

Datadog und AMD machen deutlich, wie genau Anleger im KI-Umfeld hinschauen müssen, wo Wachstum tatsächlich Ertrag bringt. Der kostenlose Report ordnet die Top 10 der Big-Data-Unternehmen ein und zeigt, wie sich gezielt in Künstliche Intelligenz investieren lässt. Top-10-Übersicht herunterladen

Unterm Strich

Die Inflation im Euroraum ist im Oktober auf 4,0 Prozent gestiegen, und die Preiserwartungen der Industrie klettern laut ifo weiter. Ein Zinsschritt der EZB im Dezember gilt als nahezu sicher. In diesem Umfeld gewinnen Unternehmen, die ihre Kosten abgesichert und ihre Preise durchgesetzt haben. Heidelberg Materials und Continental zeigen heute, wie das aussieht.

Für Ihr Depot heißt das: Schauen Sie bei Wachstumswerten nicht nur auf den Umsatz, sondern darauf, ob Geld hängen bleibt. Datadog muss sich das Vertrauen erst wieder verdienen. Bei AMD entscheidet der Cashflow, ob der Rekordumsatz am Ende auch bei den Aktionären ankommt.

Beste Grüße, Ihr Eduard Altmann

Anzeige

Stand heute, 4. November: Datadog – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Datadog investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 4. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Datadog: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Ähnliche Artikel

Klarna Aktie: Mollie öffnet die Tür zu 26 Märkten

Klarna Aktie: Mollie öffnet die Tür zu 26 Märkten

E-Commerce ·
TUI Aktie: Mallorca-Projekt räumt globalen Preis ab

TUI Aktie: Mallorca-Projekt räumt globalen Preis ab

Konsum & Luxus ·
Coupang Aktie: Mizuho kappt das Kursziel auf 21 Dollar

Coupang Aktie: Mizuho kappt das Kursziel auf 21 Dollar

E-Commerce ·
CEREBRAS SYSTEMS INC - A Aktie: Oracle-Deal ohne Auftrag?

CEREBRAS SYSTEMS INC - A Aktie: Oracle-Deal ohne Auftrag?

KI & Quantencomputing ·
IonQ Aktie: Elisity-Übernahme ist unter Dach und Fach

IonQ Aktie: Elisity-Übernahme ist unter Dach und Fach

Cyber Security ·