Weichai Power Aktie: Klage gegen Ferretti-Vorstand in Bologna
Chinesischer Großaktionär Weichai Power sieht sich in Italien mit einer Klage wegen Verstößen gegen die Golden-Power-Regeln konfrontiert.

Kurz zusammengefasst
- Klage gegen Weichai Power in Italien
- Streit um Führung bei Ferretti Group
- Fokus auf KI-Infrastruktur und Gasgeneratoren
- Aktie zeigt sich unbeeindruckt vom Rechtsstreit
Bei der Ferretti Group fliegen die Fetzen. Der chinesische Großaktionär Weichai Power sieht sich mit einer Klage konfrontiert. Es geht um die Kontrolle über den italienischen Luxus-Yachtbauer.
Klage gegen den neuen Vorstand
Die Investmentgesellschaft KKCG Maritime hält rund 23 Prozent an Ferretti. Sie hat nun in Bologna Klage eingereicht. Das Ziel: Die Beschlüsse der Hauptversammlung von Mitte Mai sollen gestoppt werden. KKCG will die Ernennung des neuen Verwaltungsrats und des neuen CEOs verhindern.
Hintergrund ist ein Streit über die sogenannten „Golden Power“-Regeln. Italien schützt damit Unternehmen von nationaler Bedeutung vor zu viel ausländischem Einfluss. Die Kläger werfen Weichai Power vor, diese Vorschriften missachtet zu haben. Weichai kontrolliert knapp 40 Prozent der Anteile.
Ende einer Ära
Der Führungswechsel markiert einen harten Einschnitt. Alberto Galassi verlässt nach zwölf Jahren den Chefposten. Sein Nachfolger Stassi Anastassov übernimmt das Ruder. Weichai Power hat diesen Wechsel gegen den Widerstand der Minderheitsaktionäre durchgesetzt.
Das neue Management weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. Dennoch sorgt der Rechtsstreit für Unruhe bei der wichtigsten europäischen Tochter von Weichai. Analysten beobachten genau, wie der Konzern mit den strengen regulatorischen Hürden in Europa umgeht.
Fokus auf KI-Infrastruktur
Abseits der juristischen Bühne baut Weichai sein Geschäft um. Der Konzern wandelt sich vom Motorenbauer zum Anbieter für Energie-Infrastruktur. Ein zentraler Baustein sind Gasgeneratoren für KI-Rechenzentren. Diese speziellen Stromlösungen gewinnen massiv an Bedeutung.
Branchenexperten rechnen mit einem starken Anstieg der Auslieferungen bis 2028. Dieser strategische Schwenk weg vom zyklischen Maschinenbau treibt die Bewertung der Aktie. Investoren honorieren den Einstieg in den wachstumsstarken Markt für digitale Backup-Systeme.
Chartbild hellt sich auf
An der Börse zeigt sich die Aktie unbeeindruckt vom Rechtsstreit. Das Papier kletterte zuletzt über den 50-Tage-Schnitt bei 4,09 Euro. Aktuell notiert der Kurs bei 4,279 Euro. Damit stabilisiert sich der Wert nach einer kurzen Korrekturphase.
Seit Ende 2025 hat die Aktie eine beeindruckende Rallye hinter sich. Der Wert stieg in diesem Zeitraum um mehr als 141 Prozent. In Hongkong stößt das Papier nun bei 38,64 HK-Dollar auf Widerstand. Eine wichtige Unterstützung liegt bei 35,54 HK-Dollar.
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