Wheaton Precious Metals Aktie: 46 Millionen Unzen Defizit

Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben Gold- und Silberpreise. Wheaton Precious Metals profitiert von der Flucht in sichere Anlagen und steigenden Edelmetallkursen.

Eduard Altmann ·
Wheaton Precious Metals Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Jobwachstum enttäuscht deutlich
  • Goldpreis springt um 2,5 Prozent
  • Silberdefizit im sechsten Jahr
  • Aktie legt um 3,9 Prozent zu

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten haben den Edelmetallsektor aus der Lethargie gerissen. Die schwachen Zahlen schürten am Donnerstag die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen. Wheaton Precious Metals profitierte unmittelbar von der Flucht der Investoren in sichere Häfen.

US-Jobdaten verfehlen Erwartungen deutlich

Die US-Wirtschaft schuf im Juni lediglich 57.000 neue Stellen. Damit verfehlte der Arbeitsmarkt die Prognose von 114.000 Jobs massiv. In der Folge kühlten die Erwartungen an weitere Zinsschritte der Federal Reserve spürbar ab. Die Arbeitslosenquote sank indes leicht auf 4,2 Prozent.

Der Goldpreis reagierte mit einem Sprung um rund 2,5 Prozent auf 4.134 US-Dollar pro Unze. Silber zeigte sich noch volatiler und eroberte die Marke von 62 US-Dollar zurück. Davon profitieren Streaming-Unternehmen wie Wheaton Precious Metals besonders stark, da ihr Geschäftsmodell direkt an den Preisspannen der Edelmetalle hängt.

Fed-Wende rückt näher

Die schwachen Daten verändern die Wahrnehmung der künftigen Geldpolitik. Marktbeobachter taxieren die Chance auf eine Zinserhöhung im September nur noch auf etwa 50 Prozent. Zuvor lag dieser Wert bei 66 Prozent. Sinkende Zinsen reduzieren die Opportunitätskosten für zinslose Anlagen wie Gold und Silber.

An den internationalen Börsen kletterte die Aktie um 3,9 Prozent auf 115,73 US-Dollar. Auf Euro-Basis schloss das Papier am Donnerstag bei 101,00 Euro. Trotz des jüngsten Sprungs notiert der Kurs weiterhin 6,65 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 108,19 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit 46,1 eine neutrale Lage.

Silberdefizit stützt das Fundament

Analysten sehen bei Wheaton Precious Metals erhebliches Potenzial. Der faire Wert wird auf rund 167 US-Dollar geschätzt, was einem theoretischen Aufschlag von 30 Prozent entspricht. Die finanzielle Stabilität des Konzerns gilt mit einem GF Score von 81 als robust.

Zusätzlicher Rückenwind kommt vom physischen Markt. Für 2026 wird das sechste jährliche Silberdefizit in Folge erwartet. Die industrielle Nachfrage aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Elektromobilität dürfte das Angebot um rund 46 Millionen Unzen übersteigen.

Die Kombination aus einem unterversorgten Markt und der absehbaren Zinswende bleibt der zentrale Taktgeber für die kommenden Wochen. Hält die Dynamik bei den Edelmetallen an, rückt die Erholung Richtung der 200-Tage-Linie bei 106,80 Euro in den Fokus.

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Sektor Grundlegende Materialien
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