Wienerberger Aktie: 41 Prozent Minus seit Jahresstart
Wienerberger verzeichnet Kursverluste, sinkendes operatives EBITDA und Veränderungen bei Fidelity sowie in der Investor-Relations-Führung.

Kurz zusammengefasst
- Fidelity senkt Wienerberger-Beteiligung
- Neuer Verantwortlicher für Investor Relations
- Operatives EBITDA fällt um 15 Prozent
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 41 Prozent
Wienerberger sucht nach Stabilität – personell wie an der Börse. Während sich ein Großanleger aus dem Baustoffkonzern zurückzieht, fällt dies in eine Phase, in der der Aktienkurs bei 18,11 Euro und damit nur wenig über dem 52-Wochen-Tief von 17,38 Euro notiert.
Fidelity zieht sich zurück
Die Fidelity-Gruppe hat ihre Beteiligung an Wienerberger deutlich reduziert. Über die Gesellschaft FMR LLC fiel der Stimmrechtsanteil am 8. September auf 5,95 Prozent Aktien plus 0,34 Prozent Instrumente, zusammen 6,29 Prozent.
Erst wenige Tage zuvor, am 2. September, hatte eine andere Fidelity-Einheit, Fidelity Management & Research Company LLC, die 4-Prozent-Schwelle nach oben durchbrochen und kam auf 4,18 Prozent. Die gegenläufigen Meldungen innerhalb weniger Tage deuten auf Umschichtungen innerhalb der Fondsfamilie hin, nicht zwingend auf einen einheitlichen Ausstieg des gesamten Hauses.
Für Anleger bleibt die Botschaft dennoch ambivalent: Ein institutioneller Schwergewicht baut Engagement ab.
Personalwechsel in der Investor-Relations-Abteilung
Der Führungswechsel an der Konzernspitze – Heimo Scheuch war Anfang August aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, Gerhard Hanke führt seither interimistisch – setzt sich nun auf einer weiteren wichtigen Position fort.
Die Kommunikation gegenüber dem Kapitalmarkt erhält einen neuen Verantwortlichen, just in einer Phase, in der Wienerberger nach den enttäuschenden Halbjahreszahlen besonders auf das Vertrauen der Investoren angewiesen ist. Das operative EBITDA war im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 326 Millionen Euro gesunken, während der Umsatz um 4 Prozent auf 2.434 Millionen Euro zulegte – ein Spagat zwischen wachsendem Geschäft und schrumpfender Profitabilität.
Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit
Der Aktienkurs hat auf die Häufung an Nachrichten mit anhaltender Schwäche reagiert. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 41 Prozent an Wert, ein Ausmaß, das die tieferliegenden operativen und personellen Sorgen des Konzerns widerspiegelt. Die jüngste Kursbewegung zeigt zumindest eine leichte Gegenbewegung: Nach dem gestrigen Schlusskurs von 17,88 Euro legte die Aktie heute um 1,3 Prozent zu.
Ob der neue IR-Chef die Kommunikationslinie glaubwürdiger gestalten kann und ob der Fidelity-Rückzug tatsächlich einen strukturellen Bruch markiert oder nur eine interne Umschichtung war, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
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