Wienerberger Aktie: BlackRock meldet 3,99-Prozent-Position
Schwache Nachfrage und höhere Kosten belasten Wienerberger; das Unternehmen beschleunigt Einsparungen und prüft seine Strategie.

Kurz zusammengefasst
- Jahresziel auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt
- Drittes Quartal mit niedrigerem EBITDA erwartet
- Strategische Überprüfung und Einsparungen laufen
- Neunmonatsergebnisse für den 12. November angekündigt
Gedämpfter Ausblick für das Gesamtjahr
Wienerberger hat gestern die Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr 2026 nach unten korrigiert. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem operativen EBITDA von rund €640–650 Mio. Zum Jahresbeginn hatte Wienerberger noch mehr als €800 Mio. angepeilt, ehe das operative Ziel im Juli bereits auf rund €700 Mio. zurückgestutzt worden war.
Im dritten Quartal 2026 zeichnet sich nach Unternehmensangaben ein Umsatz zwischen rund €1,2 Mrd. und €1,3 Mrd. ab. Das operative EBITDA wird für diesen Zeitraum auf rund €170–180 Mio. taxiert. Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt das Management eine anhaltend schwache Nachfrage im Wohnungsneubau in Großbritannien sowie in Nordamerika. Zugleich drückt eine beschleunigte Kosteninflation auf die Ertragsentwicklung.
Sparprogramm und strategische Überprüfung
Als Reaktion auf das eingetrübte Marktumfeld treibt Wienerberger Einsparmaßnahmen voran. Das Unternehmen hat die Umsetzung von Kostensenkungen beschleunigt und zudem eine strategische Überprüfung des Geschäfts eingeleitet.
Die operativen Anpassungen fügen sich in eine Serie früherer Schritte ein. Vor gut drei Wochen stellte Wienerberger bereits eine Ziegelproduktion ein. Vor über einem Monat war es zudem zum Rücktritt des Vorstandschefs gekommen.
Auch auf Seiten der Investoren gab es Bewegungen: BlackRock meldete am 24. September das Berühren einer Meldeschwelle bei Wienerberger. Die Gesamtposition des Investors sank auf 3,99 %, wovon 2,75 % auf Stimmrechte aus Aktien und 1,25 % auf Finanzinstrumente entfallen.
Neunmonatszahlen im November erwartet
Klarheit über die künftige Ausrichtung und die Resultate des Sparprogramms sollen die kommenden Wochen bringen. Wienerberger kündigte an, am 12. November 2026 die offiziellen Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vorzulegen. An diesem Tag will das Unternehmen auch ein Update zur strategischen Überprüfung und den Kostensenkungsmaßnahmen präsentieren.
An der Börse zeigt sich die anhaltende Schwächephase deutlich im Kursbild. Am heutigen Mittwoch notiert die Wienerberger-Aktie bei 15,88 €, was einem Rückgang von 1,6 % entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 48 %.
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