Wienerberger Aktie: EBITDA-Ziel auf 700 Millionen

Wienerberger senkt Jahresprognose drastisch, der Aktienkurs fällt. Mehrere Analystenhäuser stufen die Papiere daraufhin herab.

Eduard Altmann ·
Moderne Baustelle mit architektonischen Strukturen bei goldenem Licht als Symbol für Bauindustrie und wirtschaftliches Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EBITDA-Prognose auf 700 Millionen Euro gesenkt
  • Aktie bricht um über acht Prozent ein
  • Citi und Erste Group stufen Aktie herab
  • Integration der Terreal-Gruppe abgeschlossen

Der Baustoffkonzern Wienerberger hat seine Aktionäre mit einer deutlichen Prognosesenkung überrascht. Der Kurs reagierte prompt – und die Analystenzunft zog mit teils kräftigen Abstufungen nach. Die Aktie notiert nun nur noch knapp über ihrem Jahrestief.

Prognosesenkung als Auslöser

Am 21. Juli kappte Wienerberger seine EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 810 Millionen Euro auf nunmehr rund 700 Millionen Euro. Als Grund nannte das Unternehmen die anhaltend schwache Nachfrage im Wohnungsbau, besonders in Großbritannien und den USA. Der Aktienkurs brach daraufhin um mehr als 8 Prozent ein. Am selben Tag veröffentlichte Wienerberger sein Trading Update zum zweiten Quartal: Das operative EBITDA sank auf 230 Millionen Euro, nach 253 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Immerhin ein Lichtblick: Die Segmente Infrastruktur und Renovierung steuerten inzwischen mehr als 60 Prozent zum Konzernumsatz bei – ein Hinweis darauf, dass sich Wienerberger von der reinen Wohnbau-Abhängigkeit zunehmend entfernt.

Im gestrigen Handel gewann die Aktie 2,07 Prozent und schloss bei 20,70 Euro. Der Kurs bewegt sich damit nur noch 3,92 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 19,92 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Minus von 32,13 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das den fundamentalen Ernst der Lage unterstreicht.

Analysten reagieren mit Herabstufungen

Die Kurszielsenkungen folgten Schlag auf Schlag. Am 22. Juli stufte Citi die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ zurück und senkte das Kursziel von 30,00 auf 22,00 Euro. Als Begründung verwies das Analysehaus darauf, dass in den Überseemärkten die Talsohle noch nicht erreicht sei. Am selben Tag bestätigte die Berenberg Bank zwar ihre Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel aber ebenfalls kräftig von 34,00 auf 25,00 Euro.

Noch schärfer fielen die Reaktionen in der zweiten Wochenhälfte aus. Am Donnerstag bekräftigte UBS-Analyst Julian Radlinger sein „Sell“-Rating und senkte das Kursziel von 21,00 auf 18,00 Euro – die pessimistischste Einschätzung im aktuellen Analystenfeld. Einen Tag später vollzog die Erste Group die deutlichste Kehrtwende: Sie stufte Wienerberger von „Buy“ auf „Accumulate“ herab und kappte das Kursziel von 34,70 auf 24,20 Euro, ebenfalls unter Verweis auf die angepassten Jahresziele. Die Bandbreite der Kursziele reicht damit von 18,00 bis 25,00 Euro – ein deutliches Zeichen, dass der Markt die Wachstumsstory neu bewertet.

Zukäufe laufen weiter, Integration abgeschlossen

Trotz der operativen Schwäche im Kerngeschäft hat Wienerberger seine Akquisitionsstrategie zuletzt konsequent fortgesetzt. Mitte Juni schloss der Konzern die Integration der 2024 übernommenen Terreal-Gruppe mit Standorten in Frankreich, Italien, Spanien und den USA sowie der deutschen Creaton ab. Diese Akquisition trägt Berichten zufolge planmäßig rund 725 Millionen Euro zum Jahresumsatz bei. Im Mai kam mit der serbischen Univerzum Group ein weiterer Baustein für die Marktposition in Südosteuropa hinzu, im April sicherte sich Wienerberger eine Mehrheitsbeteiligung am italienischen Keramikspezialisten Italcer, um das Renovierungsportfolio auszubauen. Bereits im März war die schwedische NEWS Group, ein Anbieter nachhaltiger Abwasserlösungen, übernommen worden.

Auf der Investorenseite meldete BlackRock im April das Überschreiten der 5-Prozent-Schwelle und hält nun 5,01 Prozent an Wienerberger. Zudem erhielten die Vorstandsmitglieder Heimo Scheuch, Harald Schwarzmayr und Gerhard Hanke im Rahmen des langfristigen Vergütungsprogramms insgesamt fast 14.000 eigene Aktien zugeteilt.

Ausblick

Der Kurs hat sich zwar von den jüngsten Tiefstständen leicht erholt, bleibt aber deutlich unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt und damit in einer angeschlagenen technischen Verfassung – automatisierte Marktindikatoren signalisieren derzeit eine überverkaufte Situation. Entscheidend für die weitere Kursrichtung dürften die finalen Halbjahreszahlen werden, die Wienerberger am 12. August veröffentlicht. Zusätzlichen Aufschluss über die strategische Ausrichtung könnte der Auftritt des Managements bei der Baader Investment Conference im September in München liefern.

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Wienerberger Aktie

17,56 EUR

– 0,04 EUR -0,23 %
KGV 31,43
KUV 0,42
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 5,22 %
Marktkapitalisierung 1,92 Mrd. EUR
Ø Kursziel 22,40 EUR
ISIN: AT0000831706 WKN: 852894

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