Wienerberger Aktie: Wohnungsneubau-Desaster!
Schwacher Wohnungsneubau und höhere Kosten belasten Wienerbergers Quartalsausblick; detaillierte Neunmonatszahlen folgen am 12. November 2026.
Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt
- Operatives EBITDA zwischen 170 und 180 Millionen Euro erwartet
- Wohnungsbau in Großbritannien und Nordamerika schwach
- Strategische Prüfung der Geschäftsbereiche eingeleitet
Die anhaltende Schwäche der internationalen Baukonjunktur hinterlässt tiefe Spuren in der Zwischenbilanz von Wienerberger. Im dritten Quartal verfehlte der Baustoffkonzern die Erwartungen der Analysten spürbar. Während das Management für das Quartal einen Umsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro und ein operatives EBITDA von 170 bis 180 Millionen Euro in Aussicht stellt, hatten Branchenbeobachter mit besseren Ergebnissen gerechnet.
Nach Erhebungen von Raiffeisen Research lag der Konsens im Vorfeld bei einem Quartalsumsatz von 1,33 Milliarden Euro sowie einem operativen EBITDA von 200 Millionen Euro. Die Erste Group hatte sogar 212 Millionen Euro operatives EBITDA prognostiziert. Der erwartete Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal beläuft sich nach Berechnungen der Erste Group auf rund 13 Prozent.
Die Zahlen spiegeln wider, wie drastisch das konjunkturelle Umfeld auf die Ertragskraft durchschlägt. Der saisonale Aufschwung im September, der im Bausektor nach den Sommermonaten üblicherweise einsetzt, fiel deutlich schwächer aus als vom Konzern veranschlagt.
Wohnungsneubau in Kernmärkten unter Druck
Verantwortlich für die Verfehlung ist vor allem der Wohnungsneubau. Besonders in Großbritannien, den USA und Kanada bleibt die Bautätigkeit schwach, was die Nachfrage und die Auslastung der Produktionsanlagen spürbar belastet. Vergleichsweise stabil präsentieren sich dagegen die Segmente Renovierung und Infrastruktur.
Erschwerend kam hinzu, dass seit Ende August die Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik wieder deutlich anzogen. Vertriebsinitiativen, eigene Preisanpassungen sowie Effizienzprogramme reichten im dritten Quartal nicht aus, um die wieder aufflammende Kosteninflation vollständig zu kompensieren. Die Wirkung dieser Gegenmaßnahmen soll sich erst schrittweise entfalten.
An den Finanzmärkten sorgte die Eintrübung für Verunsicherung. Die Wienerberger-Aktie notiert heute mit einem Minus von 4,9 Prozent bei 15,98 Euro und bewegt sich damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 15,82 Euro.
Weichenstellung im November
Interimschef Gerhard Hanke, der die Konzernführung nach dem krankheitsbedingten Rücktritt des Vorstandschefs vor über einem Monat übernommen hat, steuert operativ gegen. Um die Profitabilität zu stützen und die Verschuldung abzubauen, forciert das Management Kostensenkungen. Zudem wurde eine strategische Überprüfung der verschiedenen Geschäftsbereiche eingeleitet.
Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Belastungen erhalten Anleger Mitte des vierten Quartals. Am 12. November 2026 will Wienerberger die detaillierten Zahlen für die ersten neun Monate 2026 veröffentlichen und über die Fortschritte der eingeleiteten Portfolio- und Sparmaßnahmen berichten.
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