Wieviel ist zu erwarten?

Die US-Notenbank senkt voraussichtlich den Leitzins um 25 Basispunkte. Die Märkte fokussieren sich auf den weiteren Ausblick und die Entwicklung von US-Indizes gegenüber dem DAX.

Stephan Feuerstein ·
Landschaft verbindet sich mit Finanzdistrikt.

Kurz zusammengefasst

  • Erwartete Zinssenkung der Fed um 0,25 Prozentpunkte
  • Ausblick auf weitere Zinsentscheidungen bis Jahresende
  • US-Aktienindizes zeigen stärkere Performance als DAX
  • Möglicher kurzfristiger Rücksetzer an den Märkten

Es gilt als ausgemachte Sache, dass die US-Notenbank in dieser Woche den Leitzins erstmalig in diesem Jahr senken wird. Auch der Umfang mit 25 Basispunkte wird von der überwältigenden Mehrheit so erwartet und dürfte daher bereits komplett eingepreist sein. Einige Zinsoptimisten brachten zuletzt aber sogar eine Zinssenkung um 50 Basispunkte ins Gespräch. Blickt man auf die Umfragen im Vorfeld, geht aber nur ein niedriger, einstelliger Prozentbereich der Anleger von einem Zinsschritt in dieser Höhe aus. Schließlich dürften sich die Anleger in diesem Fall die Frage stellen, wie schlecht es tatsächlich um die US-Wirtschaft steht, wenn die US-Notenbank so unerwartet vorgehen würde. Dies wiederum würde dann auch zu entsprechend deutlichen Reaktionen an den Märkten führen. Aus aktueller Sicht erscheint eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt am Mittwoch eher unwahrscheinlich zu sein.

Ausblick auf weitere Zinstermine

Sollte es zu der erwarteten Zinssenkung kommen, sind die erklärenden Worte bzw. die Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung besonders interessant. So dürfte FED-Chef einen Ausblick auf die weiteren Zinstermine in diesem Jahr geben und die Märkte etwas auf die Entscheidungen vorbereiten. Dann könnten sich auch weitere Hinweise darauf ergeben, ob es am 29. Oktober und am 10. Dezember zu weiteren Zinssenkungen kommen wird oder ob im verbleibenden Jahr vielmehr nur noch ein zusätzlicher Zinsschritt nach unten zu erwarten ist.

US-Aktienmarkt hängt den DAX ab!

Die zeitweilige Outperformance des DAX ist mittlerweile Geschichte. Vielmehr zogen die US-Indizes nicht zuletzt auch in Erwartung fallender Zinsen klar am führenden deutschen Börsenbarometer vorbei. Wenngleich die Bewegung bei den US-Indizes mittlerweile durchaus als etwas überhitzt betrachtet werden kann, sollten sich diese doch auch in den kommenden Monaten tendenziell besser als der europäische und dabei speziell der deutsche Aktienmarkt entwickeln. Allerdings ist die aufwärts gerichtete Tendenz der letzten Monate sowohl hierzulande als auch in den USA mittlerweile als fortgeschritten zu betrachten, so dass man von einem kurzfristigen Rücksetzer nicht überrascht sein sollte. Da sich der Aktienmarkt in diesem Jahr weitgehend von der Saisonalität abgekoppelt hat, könnte dieser entgegen vieler Erwartungen dann im eigentlich saisonal freundlicheren Oktober erfolgen.

Stephan Feuerstein
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