WisdomTree Silver 3x: 12,66% Wochenverlust nach Fed-Bericht
Der WisdomTree Silber-ETF mit 3x Hebel verliert in einer Woche über zwölf Prozent, ausgelöst durch Inflationssorgen der US-Notenbank.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentlicher Verlust von über zwölf Prozent
- Fed-Bericht treibt Zinserhöhungserwartungen an
- Silber-Spotpreis schwankt um 60 Dollar
- Fed-Chef Warsh vor Kongress nächste Woche
Wer auf dreifach gehebeltes Silber setzt, hat gerade eine brutale Woche hinter sich. Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged schloss am Freitag bei 7,46 US-Dollar, ein Minus von 2,69 Prozent allein an diesem Tag. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 12,66 Prozent, über 30 Tage sind es sogar 26,79 Prozent.
Der Auslöser sitzt in Washington. Die US-Notenbank veröffentlichte am 10. Juli ihren geldpolitischen Bericht — und der hat es in sich.
Der Fed-Bericht als Belastungsprobe
Die Fed konstatiert einen weiteren Anstieg der Inflation im Frühjahr. Als Treiber nennt die Notenbank neue Zölle, steigende Energiekosten durch den Konflikt mit dem Iran und massive Investitionen im KI-Sektor. Die von der Fed bevorzugte PCE-Inflationsrate liegt aktuell bei etwa dem Doppelten des Zwei-Prozent-Ziels.
Zwar hält die Notenbank ihren Leitzins seit Dezember 2025 stabil in der Spanne zwischen 3,5 und 3,75 Prozent. Die anhaltenden Preisanstiege haben die Erwartungen der Märkte allerdings gedreht. Fed-Fund-Futures preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 65 bis 69 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.
Für Silber ist das Gift. Steigende Zinsen machen zinslose Anlagen wie Edelmetalle unattraktiver — und bei einem dreifach gehebelten Produkt wirkt dieser Effekt entsprechend verstärkt.
Widersprüchliche Kräfte am Spotmarkt
Der Silbermarkt selbst zeigte sich in dieser Woche zerrissen. Die Ankündigung, der Waffenstillstand mit dem Iran sei beendet, ließ die Ölpreise um 5 Prozent steigen und schürte geopolitische Risiken. Genau diese Inflationsängste stärkten aber gleichzeitig das Argument für eine straffere Geldpolitik — und drückten damit auf Silber.
Der Spotpreis pendelte zum Wochenende um die Marke von 60 US-Dollar je Feinunze. Auch regionale Märkte wie Vietnam und Indien spürten die Abschwächung, Silber-Futures mit September-Lieferung gaben an der indischen Rohstoffbörse MCX nach. Analysten sehen eine wichtige technische Unterstützung bei rund 57 US-Dollar, während der Widerstand bei 64,20 US-Dollar als stabil gilt.
Extreme Schwankungen, erste Erholungssignale
Das gehebelte Produkt bleibt hochvolatil. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 157,47 Prozent — schon kleine Bewegungen im Silberpreis lösen damit heftige Ausschläge im Fonds aus.
Der 14-Tage-RSI notiert bei 35,8. Der Indikator nähert sich damit der überverkauften Zone, hat die klassische Schwelle von 30 aber noch nicht erreicht.
Trotz des Kursrückgangs bleibt Bewegung im Markt für Edelmetall-Derivate. Ondo Finance startete in dieser Woche eine Perpetual-Futures-Plattform für tokenisierte Assets, darunter auch Silber, mit einem Hebel von bis zu 20.
Warsh-Anhörung als nächster Prüfstein
Die kommende Woche dürfte erneut volatil werden. Fed-Chef Kevin Warsh tritt am 14. und 15. Juli vor dem Kongress auf — es ist sein erster großer Auftritt in dieser Rolle.
Seine Aussagen zum „entschlossenen“ Vorgehen, das der Offenmarktausschuss zur Verankerung der Inflationserwartungen bereit ist zu zeigen, dürften die kurzfristige Richtung für Silber und gehebelte Silberprodukte maßgeblich bestimmen.
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