WisdomTree Silver 3x: 6,36% Sprung am Freitag
Schwacher US-Arbeitsmarktbericht beflügelt Silber und das gehebelte WisdomTree-Produkt. Zinssenkungserwartungen steigen.

Kurz zusammengefasst
- Kurssprung von 6,36 Prozent
- US-Jobwachstum enttäuscht deutlich
- Fed-Zinserhöhung wird unwahrscheinlicher
- Silberpreis erreicht vierten Gewinntag
Ein enttäuschender Arbeitsmarktbericht aus den USA hat am Freitag eine Rally im Silbermarkt ausgelöst. Das WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged Produkt profitiert davon überproportional: Der Kurs springt um 6,36 Prozent auf 8,66 US-Dollar, nach einem Schlusskurs von 8,14 US-Dollar am Donnerstag.
Schwache Jobzahlen setzen Fed unter Zugzwang
Auslöser der Bewegung ist der Non-Farm-Payrolls-Bericht für Juni. Die US-Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen. Analysten hatten mit 110.000 gerechnet. Zusätzlich wurden die Zahlen der Vormonate um rund 74.000 Jobs nach unten korrigiert.
Die Folge: Die Markterwartungen für die Fed-Zinspolitik verschieben sich spürbar. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September sank von 66 Prozent auf etwa 52 Prozent. Für die Juli-Sitzung rutschte die Wahrscheinlichkeit auf 21,9 Prozent.
Silber zahlt keine Zinsen. Genau deshalb profitiert das Edelmetall, wenn die Fed vorsichtiger wird. Steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause, sinken die Opportunitätskosten fürs Halten von Silber – und die Nachfrage zieht an.
Silber-Spotpreis markiert vierten Gewinntag in Folge
Der Silber-Spotpreis kletterte über die Marke von 62,50 US-Dollar und erreichte im Tagesverlauf ein Hoch bei rund 62,60 US-Dollar. Es ist bereits der vierte Gewinntag in Folge. Parallel dazu schwächelte der US-Dollar-Index und fiel auf 100,80 Punkte.
Das gehebelte Produkt reagiert auf solche Bewegungen naturgemäß verstärkt. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt aktuell bei 36,7 – das Instrument verlässt damit die überverkaufte Zone. Die annualisierte Volatilität bleibt mit 150,42 Prozent extrem hoch, ein typisches Merkmal der dreifachen Hebelstruktur.
Trotz des kräftigen Tagesgewinns zeigt die 30-Tage-Bilanz noch immer ein Minus von 43,62 Prozent. Auf Wochensicht dagegen steht ein Plus von 17,54 Prozent zu Buche. Die Diskrepanz zeigt, wie heftig Hebelprodukte auf kurzfristige Trendwenden reagieren können.
Für den Silberpreis selbst gilt eine Widerstandszone zwischen 63,80 und 65,20 US-Dollar. Hält der Aufwärtstrend an, sehen Marktbeobachter Potenzial bis in Richtung 70 US-Dollar.
Strukturelles Angebotsdefizit stützt langfristig
Neben den kurzfristigen Zinserwartungen sprechen auch fundamentale Faktoren für Silber. Die Industrienachfrage bleibt hoch, getrieben von Solarenergie, Elektrofahrzeugen und zunehmend auch von KI-Infrastruktur. Analysten von JP Morgan rechnen für 2026 bereits mit dem sechsten Jahr in Folge mit einem physischen Angebotsdefizit und nennen einen Durchschnittspreis von 81 US-Dollar je Feinunze als Zielmarke.
Ein Gegenwind bleibt das sogenannte „Thrifting“ – Hersteller reduzieren den Silberanteil in Bauteilen wie Solarmodulen, um Kosten zu sparen. Das Angebot aus den Minen wächst dennoch nicht schnell genug, um die steigende Nachfrage zu decken. Mehrere Wall-Street-Häuser sehen den Silberpreis bis Jahresende im Korridor zwischen hohen 70ern und niedrigen 80ern – vorausgesetzt, das makroökonomische Umfeld bleibt für Edelmetalle günstig.
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