WisdomTree Silver 3x: Makro-Kalender Juni — Payrolls, CPI, Fed
Der 3-fach gehebelte Silber-ETF steht vor wichtigen US-Daten und der ersten Fed-Sitzung unter Kevin Warsh.

Kurz zusammengefasst
- Silbermarkt technisch im Abwärtskanal
- US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten im Fokus
- Erste Fed-Sitzung unter Kevin Warsh
- Angebotsdefizit bei Silber seit sechs Jahren
Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged steht zum Wochenauftakt vor einem dichten Kalender. Nonfarm Payrolls, Inflationsdaten und die erste Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh treffen auf einen Silbermarkt, der fundamental bullisch, technisch aber unter Druck steht.
Technischer Druck trifft auf hartnäckige Inflation
Silber schloss die vergangene Woche bei 73,38 Dollar je Unze — ein minimales Plus von 0,34 Prozent, aber weiterhin in einem bärischen Abwärtskanal. Für den 3SIL bedeutet das: Jede Bewegung im Basiswert wirkt dreifach. Steigt der zugrunde liegende Solactive Silver Commodity Futures SL Index um ein Prozent, steigt das ETC um drei Prozent. Fällt er, fällt das ETC entsprechend.
Die Inflation liegt bei 3,8 Prozent. Das hat kurzfristige Zinssenkungserwartungen vollständig aus dem Markt gedrückt. Steigende Realzinsen deckeln Silbers Kurspotenzial — zumindest vorerst.
Drei Termine, die den Juni prägen
Die kommenden Wochen bringen eine Abfolge marktbewegender Daten:
- 5. Juni: Nonfarm Payrolls — Konsens erwartet 120.000 bis 150.000 neue Stellen, Arbeitslosenquote 4,2 Prozent
- 10./11. Juni: CPI- und PPI-Daten
- 16./17. Juni: FOMC-Sitzung — CME FedWatch zeigt überwältigende Wahrscheinlichkeit einer Zinspause bei 3,50 bis 3,75 Prozent
Es ist Warshs erste Sitzung als Fed-Chef. Er muss hartnäckig hohe Inflation managen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Kein leichter Einstand.
Sechs Jahre Defizit — und kein Ende in Sicht
Kurzfristig drückt das Makro auf den Kurs. Mittelfristig erzählt der Silbermarkt eine andere Geschichte.
2026 tritt der Markt in sein sechstes aufeinanderfolgendes Jahr eines Angebotsdefizits ein. Das Silver Institute prognostiziert ein Fehlvolumen von 46,3 Millionen Unzen — nach 40,3 Millionen im Vorjahr. Seit 2021 summiert sich der kumulierte Rückgang auf 762 Millionen Unzen.
Die COMEX-Lagerbestände an registriertem Silber sind seit 2020 um rund 75 Prozent gefallen — von etwa 346 Millionen Unzen auf rund 88 Millionen Unzen. Institutionelle Käufer, die physische Lieferung statt Barausgleich verlangen, könnten diese Bestände schnell aufzehren.
Industriell verschiebt sich die Nachfragestruktur spürbar. Der Solaranteil an der industriellen Silbernachfrage kletterte von 11 Prozent im Jahr 2014 auf 29 Prozent im Jahr 2024. Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und KI-Infrastruktur kommen als weitere Treiber hinzu.
Institutionelle Prognosen zeigen nach oben
J.P. Morgan erwartet einen Jahresdurchschnittspreis von rund 81 Dollar je Unze. Der Reuters-Mediankonsens aus 30 Analysten liegt bei 79,50 Dollar, ING bei 78 Dollar. Alle drei Häuser sehen Silber deutlich über dem aktuellen Niveau.
Das strukturelle Bild ist klar: Angebot wächst kaum, Nachfrage aus Technologiesektoren steigt. Die Frage ist, wann das Makroumfeld aufhört, diesen Trend zu überlagern. Bis dahin bleibt der 3SIL ein Instrument für Anleger mit hoher Risikotoleranz — der tägliche Hebel-Reset sorgt bei anhaltender Volatilität für erhebliche Pfadabhängigkeit, die die Rendite vom einfachen Dreifachen der Indexbewegung abweichen lässt.
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