Berkshire Hathaway Aktie: Greg Abel erklärt Alphabet-Ausbau
Greg Abel erklärt Berkshires Alphabet-Käufe, Energiepläne und Japan-Strategie. Rückkäufe und hohe Barreserven prägen den neuen Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Alphabet wird drittgrößte Portfolio-Position
- Bankenanteile zugunsten von Technologiewerten reduziert
- Rechenzentren treiben Energieinvestitionen an
- Japanische Handelshäuser bleiben strategisch wichtig
Greg Abel hat sich am heutigen Mittwoch erstmals ausführlich zu den strategischen Weichenstellungen von Berkshire Hathaway geäußert, seit er die Führung des Konzerns übernommen hat. Im Interview mit CNBC erklärte der Berkshire-CEO, warum das Unternehmen seinen Anteil an Alphabet massiv ausgebaut hat und weshalb steigende japanische Anleiherenditen die Beteiligungen an den fünf großen japanischen Handelshäusern nicht gefährden.
Alphabet als drittgrößte Position
Berkshire hatte bereits vor rund drei Wochen mit der Offenlegung seiner Portfolio-Umschichtungen für Aufsehen gesorgt, seither hat die Aktie rund 1,1 Prozent verloren.
Nun liefert Abel die Begründung nach: Alphabet sei ein „bedeutender Akteur“ im Bereich Künstliche Intelligenz. Der Konzern hatte bereits vor rund 15 Monaten mit einem Rabatt von 6,5 Prozent zehn Milliarden Dollar in die Google-Mutter investiert.
Im zweiten Quartal 2026 kaufte Berkshire für weitere 17 Milliarden Dollar Alphabet-Aktien hinzu und hält nun rund 106 Millionen Papiere im Wert von etwa 37,8 Milliarden Dollar – die drittgrößte Position im Aktienportfolio. Abel betonte, dass ursprünglich Warren Buffett das Investment eingefädelt habe, dieser habe eingeräumt, nicht früher eingestiegen zu sein.
Parallel zum Alphabet-Ausbau baute Berkshire im selben Quartal seine Bankenbeteiligungen ab: Der Capital-One-Anteil sank um 58 Prozent, bei Bank of America wurden 30,2 Millionen Aktien verkauft, der Ally-Anteil schrumpfte um 7 Prozent. Diese Umschichtung war bereits vor rund drei Wochen bekannt geworden – neu ist nun die Erklärung des Managements, dass Technologie- statt Finanzwerte im Fokus stehen.
Energie als Wachstumschance durch Rechenzentren
Abel sieht in der wachsenden Nachfrage von Rechenzentren nach Strom eine Chance für die Energiesparte Berkshire Hathaway Energy. In Iowa stammten 2025 bereits acht Prozent der gesamten Stromlast aus Datenzentren, die Kapazität der Sparte liegt bei 32.400 Megawatt bei 5,4 Millionen Kunden. Für die Jahre 2025 und 2026 plant Berkshire Hathaway Energy Investitionen von rund 33,5 Milliarden Dollar.
Abel machte zugleich deutlich, dass Hyperscaler nur bedient werden sollen, ohne dass sich das auf die Tarife anderer Kunden auswirkt – ein Zugeständnis an den wachsenden politischen Widerstand gegen neue Rechenzentren, den er selbst als „deutlich mehr Gegenwind“ bezeichnete. Mehr als 4.700 Rechenzentren gibt es bereits in den USA, New York hat inzwischen ein Moratorium erlassen.
Japan bleibt strategischer Anker
Zu den japanischen Handelshäusern Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo, an denen Berkshire jeweils mehr als zehn Prozent hält, äußerte sich Abel entspannt. Die japanische Zehnjahresrendite kletterte zuletzt über die Marke von drei Prozent und markierte damit ein 30-Jahres-Hoch, während die US-Zehnjahresrendite bei 4,8 Prozent liegt.
Keine der fünf Firmen sehe darin eine fundamentale Herausforderung, so Abel. Berkshire hält ein Yen-Anleihenportfolio von etwa 15 Milliarden Dollar mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren und will bei Bedarf weitere Yen-Anleihen begeben. An der Versicherungsgruppe Tokio Marine hält Berkshire zudem einen Anteil von 2,49 Prozent im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.
Zur allgemeinen Wirtschaftslage sagte Abel, US-Verbraucher fühlten sich weiterhin angespannt, der Wohnungsmarkt bleibe holprig. Mit Blick auf die Barreserven von zuletzt 364,7 Milliarden Dollar zeigte sich Abel dennoch zuversichtlich: Er halte die eigene Aktie für unterbewertet und hatte im zweiten Quartal bereits Rückkäufe im Volumen von 4,5 Milliarden Dollar getätigt.
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