Microsoft Aktie: Xbox verkauft Studios
Microsoft schraubt an seiner Gaming-Sparte weiter härter als bisher bekannt. Neben dem Stellenabbau bei Xbox rücken jetzt auch komplette Studioverkäufe und Ausgliederungen in den Fokus — mit id Software als sichtbarstem Opfer der Sparmaßnahmen.
Weitere Einschnitte im Gaming-Geschäft
Bis zum Geschäftsjahr 2027 sollen bei Xbox rund 3.200 Stellen wegfallen, etwa 1.600 davon sofort. Intern begründet das Management den Schritt mit Gewinnmargen, die drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Anbietern. Hinzu kommen ein schwächelndes Kerngeschäft und der schleppende Ausbau von Game Pass.
Konkret werden Compulsion Games und Double Fine Productions künftig eigenständig operieren, während Ninja Theory und Undead Labs den Besitzer wechseln sollen. Arkane Studios prüft in Frankreich eigene Optionen. Mojang und King rücken dagegen näher an die Xbox-Führung heran — als größte Plattformen nach aktiven Nutzern behält Microsoft sie fest im Griff.
Besonders hart trifft es Bethesda und ZeniMax Media. Eine Meldung im US-Bundesstaat Texas listet 158 Entlassungen auf, davon 136 bei id Software in Richardson und 22 bei Bethesda Game Studios in Austin. Berichten zufolge hat id Software damit rund die Hälfte seiner Belegschaft verloren, besonders im Qualitätssicherungs-Team. Bereits angekündigte erste Titel sollen davon unberührt bleiben.
Kurs unter Druck, Termin steht
Die Microsoft-Aktie geriet zuletzt im Sog eines breiteren Marktrückgangs unter Druck. Nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, ein Interimsabkommen mit Iran sei „vorbei“, verloren Technologiewerte branchenweit an Boden — Microsoft schloss zeitweise über ein Prozent im Minus. Steigende Ölpreise und wachsende Sorgen um den weiteren Zinspfad der Notenbank belasteten die Stimmung zusätzlich.
Parallel wächst der Wettbewerbsdruck im KI-Geschäft: Die OpenAI Deployment Company hat mit der Übernahme von Northslope bereits ihre zweite Akquisition seit dem Start im Mai 2026 abgeschlossen. Mit einem milliardenschweren Budget für weitere Zukäufe positioniert sich OpenAI zunehmend als eigenständiger Anbieter für die Integration von KI-Systemen in Unternehmen — ein Feld, das bislang Microsoft mit seinem Copilot-Ökosystem dominiert.
Einen konkreten Termin liefert das Unternehmen selbst: Die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 werden am 29. Juli 2026 nach Börsenschluss veröffentlicht, die Telefonkonferenz startet um 14:30 Uhr Pazifischer Zeit. Dann dürfte sich zeigen, wie stark die laufenden Umbauten bei Xbox bereits auf die Bilanz durchschlagen.