SANDISK Aktie: 12-Prozent-Sturz auf 1.993,85 Dollar
Nach Rekordhoch bricht SanDisk-Aktie um zwölf Prozent ein. Auslöser ist ein Kursrutsch bei südkoreanischen Chip-Herstellern.
Kurz zusammengefasst
- Kurssturz von über zwölf Prozent
- Auslöser aus Südkorea
- Western Digital steigt aus
- Technische Indikatoren zeigen Korrektur
Ein historischer Hochflug endet abrupt. Am Dienstag stürzte die Aktie des Speicherspezialisten um mehr als zwölf Prozent auf 1.993,85 US-Dollar ab. Noch am Vortag hatte das Papier mit 2.354,39 US-Dollar ein neues Rekordhoch markiert. Der Kursrutsch löscht binnen eines Tages einen Großteil der jüngsten Gewinne aus — bleibt aber astronomisch im Plus: Seit Jahresanfang steht ein Plus von über 600 Prozent.
Ansteckung aus Seoul
Der Auslöser kam aus Asien. In Südkorea erlebten Speicherchiphersteller einen regelrechten Crash. Samsung Electronics und SK Hynix brachen beide um mehr als zwölf Prozent ein. Die südkoreanische Börse löste daraufhin marktweite Handelsunterbrechungen aus.
Analysten nennen mehrere Faktoren. Hinweise auf eine verschärfte Regulierung von gehebelten Halbleiter-Finanzprodukten verunsicherten die Märkte. Gleichzeitig wachsen die Zweifel an den Bewertungen der KI-Infrastruktur. Da Samsung und SK Hynix die zentralen Produzenten von NAND- und DRAM-Chips sind, die SanDisk nutzt und mit denen es konkurriert, zog der Kurssturz in Seoul unmittelbare „Sympathieverkäufe“ bei US-Speicherwerten nach sich.
Warnsignale vor dem Absturz
Die Korrektur kommt nicht aus heiterem Himmel. In den vergangenen Tagen mehrten sich die Warnungen vor der steilen Kursentwicklung. Ein Morgan-Stanley-Report fragte, ob die Bewertungen von KI-Hardware zwischenzeitlich ihren Höhepunkt erreicht hätten.
Die technischen Indikatoren untermauern diese Sicht. Der RSI lag Mitte Juni bei extrem überkauften Werten über 90. Nach dem Kursrutsch ist er auf 59,0 gefallen — ein neutrales Niveau. Der Ausverkauf zeigt: Anleger reagieren empfindlich auf Preisniveaus, die Analysten als „priced for perfection“ bezeichnen.
Ende der Western-Digital-Verbindung
Ein weiterer Punkt belastete die Stimmung. Am Montag schloss Western Digital den geplanten Aktientausch ab. Der ehemalige Mutterkonzern tauschte rund 1,04 Millionen SanDisk-Aktien in Privatgeschäften mit institutionellen Anlegern.
Der Deal war so strukturiert, dass er keine Verkäufe an der Börse auslösen sollte. Dennoch werteten Marktteilnehmer den Ausstieg des Ex-Mutterkonzerns nahe den Rekordhochs als taktisches Signal. Die Transaktion beendet zwar die letzte Altlast aus der Abspaltung im Februar 2025 – sie fiel aber in eine Phase der Gewinnmitnahmen.
Der Ausblick
SanDisk bleibt ein reiner KI-Speicheranbieter in einem angespannten Markt. Der Rohstoffmangel bei Hochleistungs-NAND-Flash stützt das Geschäft fundamental. Der Kurs liegt noch 37 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.451 US-Dollar.
In den kommenden Tagen veröffentlichen mehrere Hersteller ihre Quartalszahlen. Sollten die Ergebnisse enttäuschen, drohen weitere Verkäufe in der gesamten Branche. Der aktuelle Ausverkauf könnte dann erst der Anfang gewesen sein.
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