OHB SE Aktie: Neunmonatsbericht am 12. November
Der Satellitenstart und zwei ESA-Konzeptstudien prägen OHBs operative Entwicklung; der Neunmonatsbericht folgt am 12. November.

Kurz zusammengefasst
- ATHENE-1 trägt 22 wissenschaftliche Experimente
- OHB-Konsortium erhält ESA-Vorstudienauftrag
- Saab-Kooperation per Absichtserklärung vereinbart
- KKR-Anteil sinkt auf rund 20 Prozent
Bei OHB richtet sich die Aufmerksamkeit nach mehreren operativen Schritten auf die anstehende Zwischenbilanz. Der Bremer Raumfahrtkonzern kündigte die Veröffentlichung seines Neunmonatsberichts für den 12. November 2026 an, begleitet von einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren. An der Börse notiert das Papier heute bei 158,00 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 1,9 Prozent entspricht.
Wissenschaftliche Missionen und europäische Vorstudien
Auf operativer Ebene verzeichnete das Unternehmen technische Fortschritte im Satellitengeschäft. Am 2. Oktober startete der gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München entwickelte Technologiedemonstrator ATHENE-1 an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX im Rahmen der Transporter-18-Mission.
Der Kleinsatellit der Tochtergesellschaft OHB LuxSpace erreichte planmäßig die niedrige Erdumlaufbahn und dient dort als Trägerplattform für 22 wissenschaftliche Experimente.
Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen am 29. September einen Forschungsauftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Ein von OHB geführtes Konsortium erhielt den Zuschlag für eine Vorstudie zur Machbarkeit eines künftig europäisch geführten Außenpostens im erdnahen Orbit.
Parallel vergab die Raumfahrtagentur einen vergleichbaren Prüfauftrag an ein Konsortium unter Führung von Airbus Defence and Space. Bei den Aufträgen handelt es sich um vorbereitende Konzeptstudien und nicht um einen formellen Beschluss über den Bau einer Raumstation.
Verteidigungspläne und verändertes Aktionariat
Neben zivilen Projekten lotet der Konzern Partnerschaften im Sicherheitsbereich aus. Vor rund zwei Wochen unterzeichnete OHB Sweden eine Absichtserklärung mit Saab über eine engere Kooperation bei weltraumgestützten Verteidigungsfähigkeiten.
Geprüft wird dabei die Einbindung von Satellitenplattformen der schwedischen Tochtergesellschaft in Systeme von Saab, wobei finanzielle Details nicht genannt wurden. Zudem gab es personelle Weichenstellungen im Trägerraketenbereich: Bei Rocket Factory Augsburg übernahm Alexander Dahm die Führung von Indulis Kalnins, um die Entwicklung der Trägerrakete RFA ONE bis zum Erstflug zu leiten.
Auch auf der Eigentümerseite gab es im Jahresverlauf Veränderungen. Die Familie Fuchs hält weiterhin die Mehrheit an OHB. Die Beteiligungsgesellschaft KKR, die 2023 über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. mit rund 28,6 Prozent als Minderheitsaktionär eingestiegen war, reduzierte ihre Quote bei der Kapitalerhöhung im Juni auf rund 20 Prozent. Dies geht aus dem Halbjahresbericht des Konzerns hervor. Die anstehenden Quartalszahlen dürften zeigen, wie sich diese strategischen Schritte in der Ertragsentwicklung niederschlagen.
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