BYD Aktie: 175.349 Auslandsverkäufe im Juni
Chinesischer Autobauer liefert im zweiten Quartal 2026 mehr reine Stromer aus als Tesla und treibt Expansion voran.
Kurz zusammengefasst
- BYD überholt Tesla bei E-Auto-Verkäufen
- Auslandsgeschäft als Wachstumstreiber
- Neue Batterie-Generation vorgestellt
- Milliarden-Deal mit Masdar vereinbart
BYD hat Tesla im zweiten Quartal 2026 bei den reinen Elektroauto-Verkäufen wieder überholt. Der chinesische Autobauer lieferte zwischen April und Juni 557.090 vollelektrische Fahrzeuge aus. Tesla kam auf 480.126 Einheiten. Damit kehrt sich der Trend aus dem ersten Quartal um, als Tesla die Führung knapp zurückerobert hatte.
Der Vorsprung fällt je nach Datenquelle unterschiedlich aus. Manche Schätzungen sahen Teslas Auslieferungen bei nur rund 396.500 Fahrzeugen und damit BYD über 160.000 Einheiten voraus. Andere Berechnungen kommen auf eine Differenz von etwa 77.000 Fahrzeugen. In jedem Fall steht BYD wieder an der Spitze des globalen BEV-Marktes.
Auslandsgeschäft treibt das Wachstum
Der Erfolg hat einen klaren Treiber: BYDs Expansion außerhalb Chinas. Im heimischen Markt drücken Preiskämpfe und starke Konkurrenz auf die Margen. BYD reagiert mit verstärktem Fokus auf Europa, Lateinamerika und Südostasien.
Im Juni kamen bereits 43 Prozent der Gesamtverkäufe aus dem Ausland. Die Auslandsverkäufe erreichten mit 175.349 Einheiten einen Rekordwert für einen einzelnen Monat. Das entspricht einem Plus von 94,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
BYD hebt seine Jahresziele entsprechend an. Statt der ursprünglich angepeilten 1,3 Millionen Auslandsverkäufe soll die Marke 2026 nun bei 1,5 Millionen Fahrzeugen liegen. Im ersten Halbjahr summierten sich die globalen Verkäufe auf 1.808.511 Fahrzeuge. Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pickups allein erreichten 789.367 Einheiten – ein Plus von 68 Prozent zum Vorjahr.
Neue Technik und ein Milliarden-Deal
Parallel zum Verkaufsrekord meldet BYD einen Produktionsmeilenstein. Am 10. Juli überschritt die kumulierte Produktion von Neuenergiefahrzeugen – also BEVs und Plug-in-Hybride zusammen – die Marke von 17 Millionen Einheiten. Das 17-millionste Fahrzeug lief am 8. Juli vom Band: eine Seal 08, offiziell erst am 2. Juli vorgestellt.
Die Limousine bringt BYDs zweite Blade-Battery-Generation mit und lädt dank Schnelllade-Technologie in fünf Minuten spürbar Reichweite nach. Die batterieelektrische Version läuft auf einer 800-Volt-Plattform und schafft nach CLTC-Norm bis zu 905 Kilometer Reichweite.
BYD baut zudem sein Energiegeschäft aus. Am 10. Juli unterzeichnete der Konzern eine Vereinbarung mit dem Erneuerbare-Energien-Unternehmen Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Deal umfasst die Lieferung von Batteriespeichersystemen mit einer Kapazität von 11,275 GWh für ein Projekt in Abu Dhabi.
Aktie erholt sich, bleibt aber unter Druck
Die operativen Erfolge spiegeln sich am Aktienmarkt bislang nur teilweise. BYD-Aktien notieren aktuell bei 9,56 Euro, ein Tagesplus von 3,33 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 9,25 Euro. Auf Wochensicht bewegt sich der Kurs mit 0,24 Prozent kaum, im Monatsvergleich steht ein leichtes Minus von 0,18 Prozent zu Buche.
Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt das eigentliche Bild: Die Aktie liegt 27,04 Prozent im Minus und rangiert 35,42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro vom Juli 2025. Erst am 30. Juni markierte das Papier bei 8,03 Euro ein neues Jahrestief. Von dort aus hat sich der Kurs bereits um 19,01 Prozent erholt.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 9,76 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,70 Euro – die Aktie handelt also weiterhin unter beiden Marken. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 42,11 Prozent bleibt das Papier ausgesprochen schwankungsanfällig. Der RSI von 55,4 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen.
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