Sanofi Aktie: Einlenken im Impfstoffstreit
Sanofi bietet der EU-Kommission Zugeständnisse an, um ein Kartellverfahren zu Efluelda abzuwenden. Die Aktie gab nach.
Kurz zusammengefasst
- Angebot zur Beilegung des Streits
- Vorwurf unlauterer Konkurrenzpraktiken
- Zugeständnisse bei Werbung und Aufklärung
- Aktienkurs gab zeitweise nach
Sanofi macht Brüssel ein Angebot, um einem drohenden Kartellverfahren die Spitze zu nehmen. Der Pharmakonzern hat der EU-Kommission Zugeständnisse vorgeschlagen, die den Streit um seinen Grippeimpfstoff Efluelda beilegen sollen. An der Euronext Paris reagierte die Aktie zeitweise mit einem Rückgang von 1,21 Prozent auf 74,86 Euro.
Im Zentrum steht der Vorwurf, Sanofi habe seit 2024 in Deutschland und Frankreich den eigenen Impfstoff Efluelda unlauter über den Konkurrenzimpfstoff Fluad von CSL Seqirus gestellt. Die Kommission vermutet, das Unternehmen habe seine Marktmacht genutzt, um mit irreführenden Behauptungen die Konkurrenz herabzusetzen. Sanofi hatte die Vorwürfe im Juni zurückgewiesen, reagiert nun aber mit einem Paket an Verpflichtungsvorschlägen auf die vorläufigen wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Behörde.
Was Sanofi konkret anbietet
Der Konzern will auf seinen deutschen und französischen Webseiten für mehrere Jahre Erklärungen veröffentlichen, die anerkennen, dass sowohl das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten als auch nationale Beratungsgremien beide Impfstoffe gleichwertig einstufen. In Deutschland soll zusätzlich vier Jahre lang in Werbematerialien auf die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission hingewiesen werden. Gegenüber medizinischem Fachpersonal will Sanofi zudem nationale Impfempfehlungen künftig nicht mehr infrage stellen oder ihnen widersprechen.
Die EU-Kommission hatte im vergangenen September bereits Räumlichkeiten des Konzerns in Deutschland und Frankreich durchsucht. Werden die Zugeständnisse für bindend erklärt, ist damit noch keine Feststellung eines Kartellrechtsverstoßes verbunden – hält sich Sanofi jedoch nicht an die Auflagen, drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder ein tägliches Zwangsgeld in Höhe von fünf Prozent des Tagesumsatzes.
Interessierte Parteien können ihre Stellungnahmen zu den Vorschlägen bis zum 21. August bei der Kommission einreichen. Erst danach entscheidet Brüssel, ob die Zusagen rechtsverbindlich werden.
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