Novo Nordisk Aktie: Ziltivekimab in Phase 3 gescheitert
Novo Nordisk verzeichnet einen Forschungsrückschlag, während die Deutsche Bank skeptisch bleibt und die China-Zulassung für Wegovy Hoffnung weckt.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank reduziert Kursziel auf 265 Kronen
- Ziltivekimab scheitert in Phase-3-Studie
- China akzeptiert Wegovy-Zulassungsantrag
- Novo-Aktie verliert zwölf Prozent monatlich
Novo Nordisk muss an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen. Während die Deutsche Bank ihre skeptische Einschätzung zur Aktie untermauert, meldet der Konzern einen Rückschlag in der Forschungspipeline: Das Antikörper-Präparat Ziltivekimab ist in einer Phase-3-Studie gescheitert.
Sell-Votum trotz Gegenargumenten
Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel für Novo Nordisk von 290 auf 265 dänische Kronen gesenkt und die Einstufung auf „Sell“ belassen. Die Analysten zeigen sich skeptisch, ob der Konzern 2027 tatsächlich zu spürbarem Wachstum zurückfindet.
Ihre Umsatzschätzungen sehen 309 Milliarden dänische Kronen für 2025, einen Rückgang auf 299 Milliarden im Jahr 2026 und erst 2027 wieder eine leichte Erholung auf 304,25 Milliarden Kronen.
Das Scheitern von Ziltivekimab in der Phase-3-Studie liefert der pessimistischen Sichtweise zusätzliche Nahrung. Der Antikörper sollte kardiovaskuläre Risiken bei Patienten mit Entzündungsmarkern senken – ein Wirkstoff außerhalb des Kerngeschäfts mit Abnehmpräparaten, aber ein weiterer Beleg dafür, dass sich Novo Nordisk in der Forschungspipeline schwerer tut als erhofft.
Dem steht eine Nachricht aus China gegenüber, die als Silberstreif gilt: Die chinesische Arzneimittelbehörde hat den Zulassungsantrag für die orale Version von Wegovy angenommen. Analysten taxieren das Marktpotenzial in China auf rund 30 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 4,5 Milliarden Dollar, innerhalb der kommenden fünf bis sieben Jahre.
Ob dieser Fortschritt reicht, um die verhaltene Wachstumsprognose der Deutschen Bank zu widerlegen, bleibt umstritten – die Bank hält trotz der China-Nachricht an ihrer negativen Einschätzung fest.
Bewertung wirkt inzwischen günstig
Unabhängig von der Wachstumsdebatte fällt auf, dass Novo Nordisk nach dem Kursverfall der vergangenen drei Jahre mittlerweile deutlich günstiger bewertet ist als der breite Pharmasektor.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 11,2, während die Branche im Schnitt mit 16,8 und die engere Vergleichsgruppe sogar mit 49,6 gehandelt wird. Ein als fair erachtetes KGV von 25,4 würde auf eine spürbare Unterbewertung hindeuten – vorausgesetzt, die Wachstumssorgen bestätigen sich nicht in vollem Umfang.
Auf operativer Seite reagiert der Konzern zudem auf den verschärften Wettbewerb im Adipositas-Markt: Wegovy soll künftig auch in Durchstechflaschen erhältlich sein, eine direkte Antwort auf Eli Lillys Konkurrenzprodukt Zepbound, das im vergangenen Jahr bei US-Verschreibungen an Wegovy vorbeigezogen war.
Konzernchef Mike Doustdar wirbt derweil für eine langfristig positive Einordnung des Gesamtmarktes. Er bezeichnet die Verbreitung von GLP-1-Medikamenten in den USA noch als „frühe Phase“: Von rund 100 Millionen Amerikanern mit Adipositas hätten erst 10 bis 15 Prozent überhaupt ein entsprechendes Präparat ausprobiert. Das gesamte Marktpotenzial schätzt er auf 50 Milliarden Dollar.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Die Kursreaktion auf die jüngsten Nachrichten fällt uneinheitlich aus. Die Aktie notiert aktuell bei 39,66 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortagesschluss von 39,67 Euro. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 12 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier fast 10 Prozent im Minus.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro, erreicht im Januar, trennen die Aktie inzwischen 28 Prozent – ein Abstand, der die Verunsicherung der vergangenen Monate widerspiegelt und der Skepsis der Deutschen Bank zumindest kurzfristig recht gibt.
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