Siemens Healthineers Aktie: Keine tiefen Wurzeln?
Der geplante Börsengang von Siemens Healthineers wirft eine Refinanzierungsfrage von rund 14 Milliarden Euro auf. Gleichzeitig belasten schwache Diagnostikumsätze und US-Zölle das operative Geschäft.

Kurz zusammengefasst
- Spin-off von Siemens AG wirft Finanzierungsfrage auf
- Schuldenlast von rund 14 Milliarden Euro zu stemmen
- Diagnostiksparte durch China-Kampagne geschwächt
- US-Zölle kosten Hunderte Millionen Euro
Auf der DMEA in Berlin präsentierte Siemens Healthineers diese Woche neue Entwicklungen in der Präzisionsmedizin. An der Börse dominiert ein wesentlich profaneres Thema. Der geplante Spin-off von der Siemens AG wirft eine gewaltige Finanzierungsfrage auf. Fällt die elterliche Garantie weg, muss der Medizintechnikkonzern Kredite in zweistelliger Milliardenhöhe aus eigener Kraft stemmen.
Warten auf den Fahrplan
Siemens bereitet die Trennung nach dem deutschen Umwandlungsgesetz vor. Aktionäre der Muttergesellschaft sollen 30 Prozent der Healthineers-Anteile direkt erhalten. Damit gäbe der Industriekonzern seine Kontrollmehrheit ab. Das Management hatte sich verpflichtet, bis zum Beginn des zweiten Kalenderquartals konkrete Details zu Struktur und Zeitplan vorzulegen.
Diese Frist ließ die Führung verstreichen. Die ausstehende regulatorische Bestätigung lässt Investoren im Unklaren über die Refinanzierung der rund 14 Milliarden Euro schweren Schuldenlast.
Gegenwind aus China und den USA
Parallel dazu bremst das operative Geschäft. Im Auftaktquartal wuchs der Umsatz zwar leicht, das bereinigte Ergebnis je Aktie sank jedoch auf 0,49 Euro. Besonders die Diagnostiksparte schwächelt. Eine chinesische Anti-Korruptionskampagne zentralisiert dort die Beschaffung und dämpft den lokalen Absatz spürbar.
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Externe Belastungen verschärfen die Lage. Neue US-Zölle kosten in diesem Jahr voraussichtlich rund 400 Millionen Euro beim operativen Ergebnis. Negative Währungseffekte verringern den Gewinn um einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag. Dennoch hält der Vorstand an der Jahresprognose fest und peilt ein vergleichbares Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent an.
Am Aktienmarkt hinterlässt diese Gemengelage deutliche Spuren. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut 17 Prozent an Wert verloren. Mit einem aktuellen Kurs von 36,81 Euro notiert der Titel nur knapp über seinem Ende März markierten Jahrestief. Sämtliche relevanten Durchschnittslinien verlaufen weit über dem derzeitigen Niveau.
Nächster Prüfstein im Mai
Im Mai legt Siemens Healthineers die Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal vor. Der Bericht fungiert als nächster harter Prüfstein. Investoren erwarten dann nicht nur Belege für eine Stabilisierung des chinesischen Diagnostikgeschäfts. Sie fordern vor allem eine belastbare Strategie, wie der Konzern die milliardenschwere Refinanzierung als eigenständiges Unternehmen garantieren will.
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