Rheinmetall Aktie: 20 Prozent Minus nach F126-Aus

Bundeswehr stoppt F126-Fregattenbau. Rheinmetall-Aktie bricht ein, Analysten senken Kursziele drastisch.

Andreas Sommer ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bundeswehr stoppt F126-Fregatten-Projekt
  • Aktie verliert über 20 Prozent
  • Jefferies senkt Kursziel auf 1.300 Euro
  • RSI-Wert zeigt stark überverkaufte Lage

Das Verteidigungsministerium zieht die Reißleine. Rheinmetall verliert den gigantischen F126-Fregatten-Auftrag. Die Quittung an der Börse folgte prompt. Innerhalb einer Woche verlor die Aktie mehr als 20 Prozent an Wert.

Das Aus für die F126-Fregatten

Am 24. Juni 2026 verkündete die Bundeswehr das offizielle Ende. Sechs geplante Fregatten des Typs F126 werden nicht gebaut. Die Gründe wiegen schwer. Das Ministerium nannte erhebliche Verzögerungen und unkalkulierbare Kostenrisiken.

Ursprünglich kalkulierte der Bund mit rund 18 Milliarden Euro für das Projekt. Nun schwenkt die Marine um. Sie plant die Anschaffung von acht MEKO-Fregatten des Typs A-200 DEU. Die ersten vier Schiffe sollen gut sechs Milliarden Euro kosten.

Eine Option für weitere Schiffe existiert. Auch ein Wechsel des Generalunternehmers konnte das alte Projekt nicht mehr retten. Für Rheinmetall bedeutet das einen massiven Rückschlag im Marine-Geschäft.

Analysten kappen die Kursziele

Die Neubewertung durch den Markt läuft auf Hochtouren. Jefferies reagierte mit einem harten Schnitt. Das Kursziel sinkt von 1.890 Euro auf 1.300 Euro. Analystin Chloe Lemarie stutzte zudem ihre langfristige Umsatzprognose deutlich. Die Einstufung bleibt auf „Buy“.

Die DZ Bank passte ihre Modelle parallel dazu an. Analyst Holger Schmidt reduzierte den fairen Wert auf 1.705 Euro. Auch er rät weiterhin zum Kauf. Er schätzt den entgangenen operativen Gewinnbeitrag auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Den aktuellen Kurssturz hält er für überzogen.

Chartbild tief im roten Bereich

Technisch sieht die Lage düster aus. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 940,60 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 41 Prozent. Die Aktie notiert nur noch knapp über dem Jahrestief von 902,50 Euro.

Die gleitenden Durchschnitte sind weit entfernt. Kein Wunder. Ein RSI-Wert von 23,7 signalisiert eine stark überverkaufte Situation. Das allein stoppt den Abwärtstrend aber nicht.

Bis zum nächsten offiziellen Finanzbericht dauert es noch. Rheinmetall präsentiert die Zahlen für das zweite Quartal am 6. August 2026. Bis dahin richtet sich der Blick nach Berlin. Der Markt wartet auf finale Details zur Beschaffung der neuen MEKO-Fregatten. Das politische Risiko bleibt vorerst der bestimmende Faktor für den Kurs.

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Rheinmetall Aktie

940,60 EUR

– 4,20 EUR -0,44 %
KGV 41,61
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,22 %
Marktkapitalisierung 43,96 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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