Mercedes-Benz Aktie: 26 Prozent Minus seit Jahresbeginn
Mercedes-Benz kämpft mit Absatzschwäche in China und verlängert Verbrennerlaufzeiten. Analysten bleiben vorsichtig, der Kurs nahe am Jahrestief.
Kurz zusammengefasst
- Prognosesenkungen wegen China-Schwäche
- Verbrenner-Strategie bis in die 2030er
- Luxusfokus wird aufgeweicht
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
Verbrenner bis in die 2030er, Margendruck in China, Analysten auf Distanz — bei Mercedes-Benz laufen gerade mehrere Baustellen gleichzeitig. Das spürt der Kurs.
China drückt auf die Prognosen
AlphaValue/Baader Europe senkte am Montag die Prognosen für Mercedes-Benz. Begründung: anhaltender Gegenwind aus China. Der Markt ist für den Stuttgarter Konzern zentral — und wird zunehmend zur Belastung für Wachstum und Margen.
Kepler Cheuvreux hält die Einstufung auf „Neutral“. Beide Häuser spiegeln dieselbe Vorsicht wider: Die Abhängigkeit vom asiatischen Markt ist groß, die dortige Nachfrage schwächelt.
Verbrenner bleibt, Luxusstrategie weicht auf
Aufsichtsratschef Martin Brudermüller stellte sich am Montag hinter CEO Ola Källenius. Die Botschaft war klar: Mercedes verlängert die Laufzeiten für Verbrennermodelle deutlich — bis weit in die 2030er-Jahre. Die ursprüngliche „Electric Only“-Ambition ist damit Geschichte.
Wirtschaftliche Notwendigkeit und Kundenwunsch zwingen zum Umdenken. Källenius weicht zudem von der strikten Luxusstrategie ab. Premiumfahrzeuge sollen künftig in mehreren Preisklassen verfügbar sein, um das Volumen zu sichern.
Kein Wunder, dass Anleger skeptisch bleiben.
Kurs nahe am Jahrestief
Die Aktie notiert aktuell bei 45,58 Euro — ein Tagesplus von 1,10 Prozent. Dennoch ist das technische Bild trüb. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 26 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Tief von 43,99 Euro stammt vom 18. Juni — also von vergangener Woche. Der Abstand dorthin beträgt gerade einmal 3,6 Prozent.
Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 55,21 Euro, der aktuelle Kurs rund 17 Prozent darunter. Der RSI von 35,5 zeigt technische Überverkaufung an — ein klares Kaufsignal ist das aber noch nicht.
Herbst als nächste Bewährungsprobe
Brudermüller machte am Montag auch die Kostenseite zum Thema. Der Produktivitätsvorteil des Standorts Deutschland gegenüber internationalen Wettbewerbern ist geschrumpft. Effizienzmaßnahmen seien unumgänglich.
Konkret verwies er auf die Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst 2026. Deren Ergebnis wird die Kostenbasis des Konzerns direkt beeinflussen — in einer Phase, in der Mercedes ohnehin jeden Spielraum braucht.
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