Charter Communications Aktie: SpaceX-Rumoren treiben 12 Prozent
Charter Communications Aktie erholt sich leicht, während SpaceX-Spekulationen und gesenkte Kursziele den Markt bewegen.
Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs senkt Kursziel drastisch
- SpaceX-Gerüchte treiben Kurs kurzzeitig
- Insider kaufen trotz Kursverlusten ein
- Hohe Schuldenlast belasten den Konzern
Ein Funke Hoffnung für Charter Communications. Die Aktie des US-Kabelnetzbetreibers legte am Freitag um 1,75 Prozent auf 122,20 Euro zu. Die Erholung von den jüngsten Tiefstständen fällt jedoch bescheiden aus. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 31 Prozent eingebüßt. Auf Jahressicht steht ein Minus von 65 Prozent.
Goldman Sachs senkt Kursziel drastisch
Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognose für Charter am 2. Juli kräftig zusammengestrichen. Das Kursziel fiel von 185 auf 125 Dollar. Das Rating blieb bei „Verkaufen“. Analysten sehen den Konzern in einem schwierigen Wachstumsumfeld.
Das erste Quartal lieferte die Quittung. Der Gewinn je Aktie lag mit 9,17 Dollar unter den erwarteten 10,01 Dollar. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar. Die Analystengemeinde ist gespalten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 262 Dollar. Die Konsensempfehlung tendiert inzwischen zu „Reduzieren“. Auch die Deutsche Bank hat ihren Zielkurs auf 215 Dollar gesenkt und bleibt bei „Halten“.
SpaceX-Gerüchte schicken Wellen durch die Branche
Der eigentliche Treiber der jüngsten Kursausschläge: Gerüchte über eine mögliche Partnerschaft mit SpaceX. Ein Bloomberg-Bericht vom 29. Juni ließ die Charter-Aktie zwischenzeitlich um zwölf Prozent nach oben schnellen. Das Szenario: SpaceX könnte das terrestrische Netzwerk von Charter – darunter WLAN-Hotspots und CBRS-Infrastruktur – nutzen, um Daten aus der Starlink-Konstellation auszulagern.
Die Spekulation trieb Charter kurzzeitig an. Gleichzeitig löste sie einen Ausverkauf bei etablierten Mobilfunkanbietern wie AT&T und Verizon aus. Investoren wägen das disruptive Potenzial eines SpaceX-gestützten Markteintritts ab. Analysten von BNP Paribas zeigen sich skeptisch. Sie verweisen auf regulatorische Hürden und technische Integrationsprobleme.
Insider kaufen – aber die Risiken bleiben
Trotz des Kursdrucks gibt es interessante Signale aus dem Unternehmen. In den vergangenen 90 Tagen haben Insider mehr als 20.100 Aktien gekauft, darunter CEO Chris Winfrey und weitere Vorstandsmitglieder. Auch Großinvestoren wie Capital Research und Dodge & Cox haben ihre Positionen aufgestockt.
Die fundamentalen Herausforderungen bleiben gewaltig. Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Verlust von rund 155.000 Breitbandkunden. Der langfristige Schuldenberg des Konzerns beträgt etwa 94 Milliarden Dollar. Der anstehende Quartalsbericht, der für Ende Juli erwartet wird, rückt damit in den Fokus. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie auf 10,24 bis 10,33 Dollar – ein zweistelliges Plus im Vergleich zum Vorjahr. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.
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