SpaceX Aktie: Fusion und Starlink
Medienberichte nennen eine mögliche Tesla-Fusion für 2027; zugleich bleibt die Wiederherstellung von Starlink in der Ukraine unbestätigt.
Kurz zusammengefasst
- Aktie verlor am Donnerstag 9,14 Prozent
- Tesla-Zusammenschluss für 2027 im Gespräch
- SpaceX-Umsatz im dritten Quartal deutlich gestiegen
- Starlink-Einschränkung in der Ukraine umstritten
Zwei Themen bewegen SpaceX nach dem Kursrutsch vom Donnerstag. Zum einen kursieren Pläne für einen Zusammenschluss mit Tesla. Zum anderen sorgt die Drosselung von Starlink in der Ukraine für politischen Druck auf Elon Musk. Die Aktie fiel am Donnerstag um 9,14 Prozent auf 144,75 Dollar, nachbörslich legte sie zuletzt um gut 1 Prozent auf 146,44 Dollar zu.
Starlink: Trump drängt Musk
US-Präsident Donald Trump sagt, Musk habe die Drosselung des Satelliteninternets für die Ukraine aufgehoben. Ob er selbst bei Musk angerufen habe, ließ er offen. Entscheidend sei, dass die Einschränkung zurückgenommen wurde. Zuvor hatten das Weiße Haus und Musk den Vorwurf einer gezielten Drosselung zurückgewiesen.
Die Lage vor Ort bleibt uneinheitlich. Ukrainische Vertreter berichteten von höheren Geschwindigkeiten als unter der Begrenzung, aber nicht von voller Funktionsfähigkeit. Präsident Selenskyj hatte betont, die Geschwindigkeit sei nicht wiederhergestellt. Eine offizielle Bestätigung aus Kiew fehlt bislang. Starlink dient der Ukraine für Gefechtskommunikation und Drohneneinsätze, die Einschränkungen trafen daher Angriffs- wie Abwehrmissionen.
Tesla-Fusion: Rechnung mit Haken
Parallel dazu soll Musk laut Medienberichten eine Fusion von SpaceX und Tesla im ersten Halbjahr 2027 ankündigen und noch vor dem Ende von Trumps Amtszeit abschließen wollen. Eine offizielle Bestätigung der Unternehmen liegt nicht vor. ARK-Invest-Futurist Brett Winton rechnet vor, Tesla-Aktionäre stünden bis 2036 etwa fünfmal besser da als ohne Fusion.
Die Quartalszahlen liefern dafür Argumente. SpaceX steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar und verdiente operativ 2,79 Milliarden Dollar. Treiber ist die Sparte Superintelligenz, die vor allem Rechenleistung vermietet. Tesla erzielte bei rund 28 Milliarden Dollar Umsatz nur 718 Millionen Dollar operativen Gewinn.
Dem steht der Kapitalbedarf gegenüber. SpaceX verbrannte rund zehn Milliarden Dollar Free Cash Flow und plant für das vierte Quartal Investitionen von 35 bis 40 Milliarden Dollar. Tesla liegt auf einem Barbestand von 45,4 Milliarden Dollar.
Wer bei welchem Preis gewinnt
Zu den Schlusskursen vom 22. Oktober wären Tesla-Aktionäre mit 43 Prozent am neuen Konzern beteiligt. SpaceX kommt auf einen Börsenwert von 1,96 Billionen Dollar, Tesla auf 1,48 Billionen. Bei einer Prämie von 30 Prozent stiege der Tesla-Anteil auf 49,6 Prozent.
Für SpaceX-Aktionäre wäre ein solcher Tausch verwässernd. Musks Stimmenanteil käme Schätzungen zufolge von rund 20 Prozent bei Tesla auf etwa 56 Prozent im kombinierten Konzern. Das größte Risiko liegt im Zeitplan: Wer unter Termindruck verhandelt, verhandelt schlechter über den Preis.
Für 2027 gilt damit das erste Halbjahr als Zielmarke für eine mögliche Fusionsankündigung. Bis dahin dürfte das Umtauschverhältnis die zentrale Stellschraube bleiben.
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