Hochtief Aktie: Nuklear-Rahmenvertrag sichert Rückenwind?
Neue Infrastruktur- und Bergbauprojekte erweitern Hochtiefs Auftragsbasis; die Quartalszahlen folgen am 5. November.

Kurz zusammengefasst
- Aktie legt um 1,2 Prozent zu
- Sellafield-Auftrag mit bis zu 1,5 Milliarden GBP
- Turner zählt zu acht FARM-III-Auftragnehmern
- Quartalszahlen erscheinen am 5. November
Die Aktie von Hochtief verzeichnet heute ein moderates Plus von 1,2 Prozent auf 393,00 Euro. Damit zeigt sich der Essener Baukonzern nach einer schwächeren Phase gefestigt, nachdem der Titel über die vergangenen 30 Tage ein Minus von 10,0 Prozent verbuchen musste. Medienberichten zufolge lastet vor allem das anspruchsvolle Bewertungsniveau auf dem Kursverlauf, nachdem die Notierung im Frühjahr Höchststände markiert hatte.
Langfristige Großprojekte stärken die Auftragsbasis
Rückenwind erhält der Konzern weiterhin durch das operative Neugeschäft über verschiedene Tochtergesellschaften hinweg. In Großbritannien wurde HOCHTIEF Infrastructure für das Los 2 des Nuklear-Rahmenvertrags PACE in Sellafield ausgewählt.
Das Los hat einen geschätzten Wert von bis zu 1,5 Milliarden GBP, was rund 1,75 Milliarden Euro entspricht. Die Laufzeit erstreckt sich über bis zu 15 Jahre, aufgeteilt in einen festen Zeitraum von neun Jahren sowie eine Verlängerungsoption um weitere sechs Jahre.
Parallel dazu sicherte sich die US-Tochter Turner eine Position beim Großprogramm FARM III der U.S. Air Force. Das Unternehmen gehört zu acht ausgewählten Auftragnehmern für die Modernisierung militärischer Testeinrichtungen in den Vereinigten Staaten. Der Rahmenvertrag weist einen gemeinsamen Höchstwert von 900 Millionen US-Dollar auf und läuft bis zum 4. September 2034.
Auch im asiatisch-pazifischen Raum meldeten die Konzerneinheiten operative Abschlüsse. Die CIMIC-Tochter Sedgman erhielt von KGL Resources den Zuschlag für das Jervois-Kupferprojekt im australischen Northern Territory.
Sedgman verantwortet dabei Planung, Beschaffung und Bau der Aufbereitungsanlage sowie die anschließende Inbetriebnahme samt Tests. Zudem verlängerte die Konzerntochter Thiess ihren Vertrag für Bergbaudienstleistungen am Okvau-Goldprojekt in Kambodscha um zwei Jahre.
Neunmonatszahlen als nächster Impulsgeber
Für Anleger richtet sich der Blick nun darauf, wie effizient der Konzern diesen umfangreichen Auftragsbestand in Umsatz und Ertrag ummünzen kann. Die Abarbeitung der langfristigen Projekte gilt am Markt als wesentliche Voraussetzung dafür, die Bewertung fundamental zu rechtfertigen.
Klarheit über die jüngste geschäftliche Entwicklung bringen die anstehenden Zwischenergebnisse. Hochtief legt am 5. November die Finanzzahlen für das dritte Quartal vor. Dieser Bericht dürfte zeigen, wie sich die Auftragseingänge im operativen Ergebnis des laufenden Jahres niederschlagen.
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