Branicks: Restrukturierungsplan bindend in Kraft
Branicks Group hat die Lock-Up-Vereinbarungen mit Gläubigern abgeschlossen. Der Sanierungsplan ist bindend, eine Gläubigerabstimmung folgt im August.

Kurz zusammengefasst
- Lock-Up-Vereinbarungen erfolgreich vollzogen
- 95 Millionen Euro Brückenfinanzierung gesichert
- Neuer Sanierungsvorstand berufen
- Gläubigerabstimmung für August geplant
Die Branicks Group hat die entscheidende Hürde ihrer finanziellen Sanierung genommen. Am Freitag bestätigte der Immobilienkonzern per Ad-hoc-Mitteilung, dass die Lock-Up-Vereinbarungen mit den wesentlichen Gläubigergruppen vollzogen sind. Der umfassende Restrukturierungsplan für die Muttergesellschaft und die Tochter VIB Vermögen AG ist damit bindend in Kraft getreten.
Im Zentrum des Plans steht die mit 400 Millionen Euro ausstehende Anleihe, die im September 2026 fällig geworden wäre. Zusammen mit den Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen wird sie nun neu geordnet. Nach Unternehmensangaben stimmten mehr als 50 Prozent der Anleihegläubiger sowie sämtliche Schuldscheingläubiger den Bedingungen zu – damit waren alle Vollzugsvoraussetzungen erfüllt.
Neue Führung für die Sanierungsphase
Parallel zur finanziellen Neuordnung baut Branicks auch seine Führungsstruktur um. Der Aufsichtsrat berief Josef Schultheis mit sofortiger Wirkung zum Chief Restructuring Officer in den Vorstand. Zeitgleich legte der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende sein Amt nieder. Die Personalie unterstreicht, wie sehr die Sanierung inzwischen die operative Agenda des Konzerns bestimmt.
Frisches Geld soll die Liquiditätslage in der kritischen Phase absichern. Bereits am Donnerstag hatte das Unternehmen eine Brückenfinanzierung über insgesamt 95 Millionen Euro vermeldet. Davon fließen 35 Millionen Euro direkt an die Branicks Group AG, die restlichen 60 Millionen Euro erhält die Tochtergesellschaft VIB Vermögen AG. Die Mittel sollen den Konzern durch die verbleibenden Schritte der Restrukturierung tragen.
Gläubigerabstimmung im August steht bevor
Formal ist der Prozess damit noch nicht abgeschlossen. Für August ist eine Abstimmung ohne Versammlung nach dem Schuldverschreibungsgesetz angesetzt, mit der die Gläubiger der Anleihe 2021/2026 die vereinbarten Anpassungen der Anleihebedingungen offiziell besiegeln sollen. Erst danach greifen die neuen Konditionen vollständig.
Der reguläre Berichtskalender geriet durch die Verhandlungen zuletzt ins Hintertreffen. Bereits am 21. Juli hatte Branicks mitgeteilt, den Zeitplan für die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 wegen der finalen Restrukturierungsphase erneut zu verschieben. Eine Woche später folgte eine Vorabbekanntmachung zu anstehenden Quartalsberichten. Nach aktuellem Finanzkalender sollen Geschäftsbericht 2025 sowie die Quartalsmitteilungen für Q1, das erste Halbjahr und Q3 des laufenden Geschäftsjahres bis Ende Dezember 2026 nachgeliefert werden.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage weiterhin in einem schwachen Kursverlauf. Die Aktie notiert aktuell bei 0,9040 Euro und gibt damit auch am heutigen Montag um 1,31 Prozent nach. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 2,15 Euro, das erst Anfang November erreicht wurde, hat das Papier rund 57,86 Prozent an Wert verloren. Die formale Bestätigung des Lock-Up-Vollzugs konnte den Abwärtstrend bislang nicht stoppen – Anleger dürften die entscheidende Weichenstellung erst in der Gläubigerabstimmung im August sehen, wenn die neuen Anleihebedingungen endgültig festgeschrieben werden.
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