Tiefrote Zahlen, gestrichene Dividende und ein Management auf dem Absprung: Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 liest sich bei Covestro desaströs. Doch für die verbliebenen Anleger rückt die operative Misere in den Hintergrund. Alles blickt jetzt auf den neuen Mehrheitseigner XRG und den finalen Fahrplan für den Rückzug von der Börse.
Operatives Geschäft am Boden
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache über den Zustand der Chemiebranche. Covestro schloss das Jahr 2025 mit einem massiven Konzernverlust von 644 Millionen Euro ab. Der Umsatz schrumpfte um fast neun Prozent, da das Unternehmen weltweit unter erheblichem Preisdruck und einer schwachen Nachfrage litt.
Eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Das Management rechnet auch für das laufende Jahr mit einem schwierigen Marktumfeld, geprägt von Überkapazitäten und protektionismusbedingten Handelshemmnissen. Konsequenterweise fällt die Dividende für 2025 aus. Dass die Aktie heute nur leicht auf 60,32 Euro nachgibt, liegt allein an der Sondersituation der Übernahme.
Der Fahrplan zum Delisting
Der Kursverlauf hat sich von den fundamentalen Daten weitgehend entkoppelt. Nachdem sich XRG (Adnoc) rund 95,1 Prozent der Anteile gesichert hat, steht der sogenannte Squeeze-out unmittelbar bevor. Dabei werden die verbliebenen Kleinaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt.
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Der Zeitplan für dieses finale Kapitel steht bereits fest. Am 15. April 2026 soll auf der Hauptversammlung der Beschluss zum Squeeze-out gefasst werden. Parallel dazu läuft der Rückzug aus dem qualifizierten Marktsegment: Am 5. Mai 2026 wird der Wechsel vom Prime Standard in den General Standard wirksam, was die Transparenzpflichten für den Konzern deutlich reduziert.
Umbruch in der Chefetage
Der Eigentümerwechsel zieht auch personelle Konsequenzen nach sich. CEO Markus Steilemann wird nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen, und Finanzvorstand Christian Baier verlässt den Konzern bereits im kommenden September. Während XRG im Hintergrund die strategischen Weichen stellt – etwa durch Zukäufe in Thailand und den USA –, wird die Führungsebene neu geordnet.
Für die Minderheitsaktionäre ist die operative Zukunft von Covestro jedoch kaum noch von Belang. Das entscheidende Puzzlestück fehlt noch: die konkrete Höhe der Barabfindung. Sobald dieser Betrag kommuniziert und der Squeeze-out ins Handelsregister eingetragen ist, gehen die restlichen Aktien automatisch auf XRG über und die Notierung endet.
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