BASF Aktie: Iran-Effekt stützt Prognose
Höhere Preise und Absatzmengen steigern BASFs Quartalsumsatz; der Aktionärsgewinn sinkt durch Restrukturierungskosten.

Kurz zusammengefasst
- Ebitda im dritten Quartal gestiegen
- Umsatzplus von 14,2 Prozent
- Jahresziel auf 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro angehoben
- Evonik-Angebot laut Kreisen auf rund 24 Euro erhöht
Der Iran-Krieg hilft BASF. Weil Konkurrenten in Asien stark von Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion abhängen, wandern Kunden zu europäischen Anbietern. Der Ludwigshafener Konzern konnte dadurch teilweise höhere Preise durchsetzen und hebt seine Jahresprognose zum zweiten Mal an.
Starkes Quartal, höheres Ziel
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag im dritten Quartal bei 1,64 Milliarden Euro, nach 1,43 Milliarden im Vorjahr. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Der Umsatz stieg um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro, getragen von höheren Preisen und Mengen. Die stärksten Beiträge kamen aus den Segmenten Chemicals und Nutrition & Care. Besonders das China-Geschäft legte zu, auch in Europa und Deutschland wuchsen die Erlöse zweistellig.
Für 2026 peilt BASF nun ein Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuvor lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden. Der Analystenschnitt rangierte bei 7,6 Milliarden Euro.
Unter dem Strich sank der Gewinn der Aktionäre um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro, vor allem wegen Restrukturierungskosten wie Abfindungen. Beim freien Cashflow bleibt das Ziel bei 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.
Skepsis wegen des Schlussquartals
Die Aktie legte zeitweise um rund ein Prozent auf 52,64 Euro zu, mehr ließ der Markt nicht zu. Seit Mitte Oktober stehen die Papiere etwas unter Druck. Ein Grund: Die Prognose impliziert für das vierte Quartal ein Ergebnis unter den Markterwartungen. Das sehen Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro und JPMorgan-Experte Chetan Udeshi so.
Bernstein belässt BASF auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 61 Euro. Analyst James Hooper sieht ein starkes Quartal, dem ein enttäuschender Schlussabschnitt im Ausblick gegenübersteht. Der Konzern liefere damit Optimisten wie Pessimisten Argumente.
Evonik bleibt das große Thema
Konzernchef Markus Kamieth warb erneut für einen Zusammenschluss mit Evonik. Der Schritt sei logisch und komme zum richtigen Zeitpunkt, da die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche bereits begonnen habe. Er betonte zugleich die finanzielle Disziplin: Eine Transaktion komme nur infrage, wenn sie für die Aktionäre wirtschaftlich sei, einen überhöhten Preis werde BASF nicht zahlen. Zum Stand der Gespräche äußerte er sich nicht. Über Jahre würden sie sich aber sicher nicht ziehen.
Nach Informationen aus Kreisen der Transaktion hat BASF das Angebot auf rund 24 Euro je Aktie erhöht, zunächst standen 22,15 Euro im Raum. Das entspricht gut 11 Milliarden Euro. Die RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent der Evonik-Aktien hält, hat besonderes Gewicht. Kritik kommt aus der Politik: CDA-Chef Dennis Radtke fürchtet Tausende verlorene Arbeitsplätze und plädiert dafür, den Vorgang zu beenden.
Sparkurs läuft weiter
Der Konzern will bis Ende 2026 jährlich 2,3 Milliarden Euro einsparen. Seit Anfang 2024 sank die Beschäftigtenzahl um 8.600, zwei Drittel davon in Europa. Weitere Stellenstreichungen und Anlagenschließungen schließt das Management nicht aus. Rund 93.000 Beschäftigte hat BASF weltweit noch.
Zum Jahresende fällt damit eine doppelte Entscheidung: ob das vierte Quartal die vorsichtigen Analystenerwartungen bestätigt und ob BASF die Evonik-Offerte bei etwa 24 Euro je Aktie hält oder nachlegt.
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