BioNTech Aktie: Flossbach verkauft 2,2 Millionen Aktien
Trotz 24-Prozent-Wochenplus reduziert Flossbach Von Storch sein BioNTech-Engagement. Neue Onkologie-Daten im September und COVID-Anpassung prägen die Aussichten.
Kurz zusammengefasst
- Flossbach Von Storch verkauft 2,2 Mio. Aktien
- CIBC baut erstmals BioNTech-Position auf
- Kursplus von 24 Prozent in einer Woche
- Lungenkrebs-Daten im September erwartet
BioNTech bleibt trotz der jüngsten Kursrally im Fokus institutioneller Anleger – allerdings nicht nur mit Zukäufen. Nach Angaben aus einer 13F-Meldung hat Flossbach Von Storch seine BioNTech-Position im zweiten Quartal reduziert.
Der Vermögensverwalter trennte sich von rund 2,2 Millionen Aktien, was etwa 0,88 Prozent des Unternehmens entspricht. Die Meldung fällt in eine Phase, in der andere Adressen offenbar gegenläufig handeln: CIBC World Markets etwa baute laut eigener 13F-Meldung zum Stichtag 30. Juni erstmals eine Position in BioNTech-ADRs auf.
Die gegenläufigen Bewegungen bei institutionellen Investoren zeigen, wie unterschiedlich der Markt die Aktie nach der jüngsten Rally einschätzt. Der Kurs schloss am Freitag bei 99,80 Euro, ein Plus von 5,1 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 24 Prozent zu Buche, ausgelöst durch eine sektorweite Rally rund um mRNA-Werte, nachdem die Partner Merck und Moderna positive Phase-3-Daten zu einem personalisierten Melanom-Impfstoff gemeldet hatten. Das Ergebnis gilt als Bestätigung für den Wirkmechanismus, auf dem auch BioNTechs eigenes Programm BNT122 (Autogene Cevumeran) basiert.
Neue Onkologie-Daten im September
Für Anleger rückt nun ein konkreter Termin in den Blick: BioNTech wird am Weltkongress für Lungenkrebs (IASLC) vom 12. bis 15. September in Seoul erstmals globale klinische Daten zur Kombination aus Pumitamig (BNT327, ein PD-L1xVEGF-Bispezifikum) und Elfetabart Drozuntecan (BNT324/DB-1311, ein gegen B7H3 gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat) bei Lungenkrebs präsentieren.
Die Kombination gilt als eines der zentralen Zukunftsprojekte im Onkologie-Portfolio des Unternehmens, das seit der vor gut drei Wochen bekanntgegebenen Personalentscheidung – Guido Oelkers wird Ugur Sahin zum 1. Februar 2027 als Vorstandsvorsitzenden ablösen – verstärkt im Blick der Analysten steht.
Auf regulatorischer Seite gab es zudem eine Nachricht mit unmittelbarer Geschäftsrelevanz: Die Europäische Kommission erteilte BioNTech und Pfizer die Marktzulassung für den an die XFG-Variante angepassten COVID-19-Impfstoff für die Saison 2026/2027. Das sichert dem Unternehmen weiterhin Einnahmen aus dem ursprünglichen Kerngeschäft, während die Onkologie-Pipeline zunehmend das eigentliche Bewertungsthema wird.
Analysten uneins über Kursziele
Canaccord Genuity hob das Kursziel am Mittwoch von 135 auf 142 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung; Analyst William Maughan begründete dies mit dem Update der Onkologie-Pipeline und den Quartalszahlen.
Andere Häuser wie Citigroup, Evercore ISI und Berenberg hatten ihre Kursziele zuvor auf eine Spanne von 125 bis 132 US-Dollar gesenkt, hielten aber an Kauf- beziehungsweise Outperform-Einstufungen fest – mit Verweis auf einen aus ihrer Sicht „besser als befürchteten“ Umsatzausweis trotz gesenkter Jahresprognose.
Charttechnisch notiert die Aktie mit 99,80 Euro rund 5,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro vom 22. Januar, aber 46 Prozent über dem Tief von 68,35 Euro vom 10. März. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 81,36 Euro beträgt 23 Prozent – ein Hinweis auf die Wucht der jüngsten Bewegung.
Ein RSI von 78,3 signalisiert eine überkaufte Situation, was kurzfristige Rücksetzer nicht ausschließt. Die Seoul-Daten im September dürften der nächste Prüfstein dafür sein, ob die Rally fundamental unterlegt bleibt.
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