Nordex Aktie: Analysten uneins über Bewertung
RBC reduziert das Nordex-Kursziel, während Barclays es anhebt. Beide Häuser bewerten die Aktie trotz ähnlicher Ziele unterschiedlich.

Kurz zusammengefasst
- RBC reduziert Nordex-Kursziel auf 36 Euro
- Barclays hebt Ziel auf 35 Euro
- Nordex rund 30 Prozent unter Jahreshoch
- Keine neuen Unternehmensmeldungen binnen zwei Wochen
Zwei Analystenhäuser haben sich in den vergangenen Tagen mit gegensätzlichen Signalen zu Nordex zu Wort gemeldet. Während RBC Capital Markets vorsichtiger wird, sieht Barclays deutlich mehr Potenzial in der Aktie des Windturbinenherstellers.
RBC senkt, Barclays hebt kräftig an
RBC Capital Markets senkte am Donnerstag das Kursziel für Nordex von 38 auf 36 Euro und bestätigte die Einstufung „Underperform“. Die Analyse wurde von dpa-AFX verbreitet. Die Herabstufung reiht sich in eine skeptische Grundhaltung des Hauses gegenüber dem Papier ein.
Barclays kam am Freitag zu einem anderen Schluss und hob das Kursziel von zuvor 15,80 Euro auf 35 Euor an, beließ die Einstufung jedoch bei „Equal Weight“. Der Sprung fällt vor allem deshalb ins Auge, weil das alte Kursziel weit unter dem aktuellen Kursniveau lag – die Anhebung wirkt damit eher wie eine überfällige Anpassung an die Realität als wie ein neues Kaufsignal.
Zusammengenommen zeigen beide Einschätzungen, dass die Analystengemeinde bei Nordex derzeit keine einheitliche Linie findet. Die Kursziele beider Häuser liegen mit 36 und 35 Euro nah beieinander, unterscheiden sich aber deutlich in der Tonalität der zugrundeliegenden Einstufungen.
Kurs unter Druck, Bewertungslage bleibt gespalten
Die Nordex-Aktie notiert aktuell bei 35,78 Euro und damit rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 51,40 Euro, das im April markiert wurde. Der Abstand verdeutlicht, wie stark sich die Stimmung gegenüber dem Frühjahrshoch eingetrübt hat, auch wenn das Papier gegenüber dem Tief vom September vergangenen Jahres immer noch deutlich im Plus liegt.
Etwas älter, aber weiterhin als Kontext relevant, ist die Einschätzung von AlphaValue/Baader Europe von Anfang August. Das Analysehaus hatte sein Rating angehoben und das Kursziel angesichts einer anhaltend starken Auftragslage im ersten Halbjahr erhöht. Diese fundamentale Einordnung steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zur jüngeren Skepsis von RBC.
Was Anleger aus der Gemengelage mitnehmen können
Für Anleger ergibt sich damit ein zwiespältiges Bild: Auf der einen Seite steht eine über Monate belegte operative Stärke mit voller Auftragsbücher, auf der anderen Seite eine Analystenschar, die sich bei der Bewertung der Aktie uneins zeigt.
Konkrete neue Unternehmensmeldungen, etwa zu Aufträgen, Zahlen oder Personalien, liegen aus den vergangenen zwei Wochen nicht vor – die aktuelle Debatte wird also allein von der Einschätzung externer Beobachter getragen, nicht von frischen operativen Nachrichten aus dem Unternehmen selbst.
Die divergierenden Kursziele von RBC und Barclays markieren damit vor allem eines: Die Frage, ob der Rückschlag der vergangenen Wochen eine Kaufgelegenheit oder eine berechtigte Korrektur nach zu optimistischen Erwartungen darstellt, ist unter Analysten derzeit nicht einheitlich beantwortet.
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