Xiaomi Aktie: Redmi K90 Ultra startet am 30. Juni
Trotz Redmi-K90-Launch leidet Xiaomi unter Chipkrise und hohen E-Auto-Verlusten. Die Aktie verlor 2026 bereits 45 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Aktie seit Jahresbeginn um 45% gefallen
- Neues Gaming-Handy Redmi K90 vorgestellt
- Speicherchip-Kosten haben sich verfünffacht
- E-Auto-Sparte mit Milliardenverlust
Am 30. Juni bringt Xiaomi sein neues Gaming-Flaggschiff auf den Markt. Das Redmi K90 Ultra lockt mit Hochleistungschips und aktiver Kühlung. An der Börse herrscht dagegen Eiszeit. Die Aktie stürzte seit Jahresbeginn um 45 Prozent ab. Der Schlusskurs von 2,46 Euro liegt nur knapp über dem Jahrestief.
Angriff im Gaming-Segment
Das neue Smartphone zielt auf das hart umkämpfte chinesische Mittelklasse-Segment. Für umgerechnet rund 440 US-Dollar verbaut Xiaomi den aktuellen Snapdragon-8-Elite-Prozessor. Ein aktives Luftkühlsystem soll die Gerätetemperatur unter Last rasant senken. Dazu kommen ein großer Akku und extrem schnelles Laden.
Ein neues Modell löst die grundlegenden Probleme des Konzerns allerdings nicht. Der weltweite Smartphone-Markt schrumpft massiv. Analysten von IDC erwarten einen historischen Rückgang der Verkäufe. Hauptgrund ist der drastische Mangel an Speicherchips.
Die Einkaufspreise für Smartphone-Speicher haben sich laut CEO Lei Jun verfünffacht. Diese Kostenexplosion trifft Xiaomi besonders hart. Mehr als die Hälfte der verkauften Geräte kostet weniger als 200 US-Dollar. In diesem Preissegment schlagen teure Bauteile direkt auf die Profitabilität durch.
Die Bruttomarge der Smartphone-Sparte fiel im ersten Quartal auf magere 10,1 Prozent. Parallel dazu brachen die Auslieferungen um fast ein Fünftel ein. Der Konzern rechnet noch für zwei weitere Jahre mit hohem Kostendruck.
Milliardenloch Elektromobilität
Auch die neue Elektroauto-Sparte bietet keine Entlastung. Im Gegenteil. Im ersten Quartal verbuchte dieser Bereich einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Xiaomi verliert mit jedem verkauften Fahrzeug umgerechnet rund 5.600 US-Dollar.
Die Produktionsziele wackeln ebenfalls. Bis Mai lieferte der Konzern gut 150.000 Autos aus. Das Jahresziel liegt bei 550.000 Einheiten. Um diese Lücke zu schließen, muss Xiaomi die monatlichen Auslieferungen drastisch steigern.
Im Mai gingen die Verkäufe jedoch um elf Prozent zurück. Das Unternehmen braucht nun einen konstanten Rekordausstoß bis Dezember. Das dürfte angesichts der aktuellen Marktlage schwierig werden.
Ein kleiner Lichtblick bleibt das Geschäft mit Smartwatches. Hier hält Xiaomi weltweit den dritten Platz. Das reicht aber nicht für eine Trendwende der Aktie.
Der nächste harte Prüfstein folgt am 26. August. Dann legt das Management die Zahlen für das zweite Quartal vor. Diese Bilanz muss beweisen, ob die Autoverluste sinken und die Smartphone-Margen halten.
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