Rheinmetall Aktie: Auftragsbestand steigt auf 80,5 Milliarden
Rheinmetall Naval Systems betreut vier LNG-Zollschiffe langfristig. Der Auftrag ergänzt den Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro Ende Juni 2026.

Kurz zusammengefasst
- Mehrjähriger Servicevertrag mit der Generalzolldirektion
- Wartung an vier deutschen Küstenstandorten
- Auftragsbestand erreicht 80,5 Milliarden Euro
- Umsatz der Munitionssparte steigt um 33 Prozent
Die Bundes-Zollverwaltung hat Rheinmetall mit der langfristigen technischen Betreuung ihrer modernsten Schiffe betraut. Die Konzerntochter Rheinmetall Naval Systems erhielt von der Generalzolldirektion einen mehrjährigen Rahmenvertrag über die Instandsetzung und Wartung von vier neuen LNG-Zollschiffen. Die Vereinbarung umfasst neben planmäßigen Wartungsarbeiten auch Reparaturen und Notfall-Unterstützung an den festen Liegeplätzen der Flotte.
Betreuung entlang der deutschen Küste
Die vertraglich vereinbarten Serviceleistungen erstrecken sich über die vier Stationierungsorte Lubmin, Neustadt in Holstein, Wilhelmshaven und Emden. Gegenstand des Kontrakts sind ein 67 Meter langes Schiff sowie drei Einheiten mit einer Länge von 55 Metern. Die aus Aluminium gefertigten Einheiten waren 2025 von der Peene-Werft in Wolgast abgeliefert worden.
Rheinmetall Naval Systems – die frühere NVL, die im März von Lürssen erworben wurde – übernimmt damit die Rundumbetreuung bei technischen Problemen. CEO Tim Wagner stellte heraus, dass das Unternehmen die Schiffe über ihren gesamten Lebenszyklus begleiten werde. Ein konkretes finanzielles Volumen für den Rahmenvertrag wurde nicht genannt.
Der Schritt stärkt die maritime Sparte des Konzerns, die nach der Werftübernahme gezielt auf wiederkehrende Wartungs- und Dienstleistungsaufträge für behördliche Kunden setzt. Durch feste Serviceverträge sichern sich Wehrtechnikkonzerne kontinuierliche Einnahmen abseits zyklischer Neubauprojekte.
Hoher Auftragsbestand stützt das Geschäft
Der Servicevertrag ergänzt ein umfangreiches Orderbuch. Ende Juni 2026 belief sich der Auftragsbestand von Rheinmetall auf 80,5 Milliarden Euro, nachdem er Ende Juni 2025 noch bei 56,0 Milliarden Euro und im Jahr 2022 bei 18,4 Milliarden Euro gelegen hatte.
Von den aktuellen Bestellungen entfallen 56,3 Milliarden Euro auf feste Aufträge sowie 24,1 Milliarden Euro auf Rahmenvereinbarungen. Das Munitionsgeschäft bleibt dabei ein zentraler Treiber: In der Sparte Weapon & Ammunition stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 33 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro.
Zudem verbuchte der Konzern am 14. September einen Auftrag über einige zehntausend Artilleriegranaten des Kalibers 155 Millimeter im Wert von niedrigen hunderten Millionen Euro. Bis etwa 2030 strebt das Unternehmen eine Jahreskapazität von 1,5 Millionen 155-Millimeter-Granaten an.
Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Umsatzprognose nach dem Abbruch des F126-Vorhabens, der das Ziel um 300 Millionen Euro minderte, bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro.
Am gestrigen Mittwoch legte die Aktie an der Börse um 2,7 Prozent auf 1.021,80 Euro zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro bleibt das Papier mit einem Abstand von 49 Prozent jedoch noch deutlich entfernt.
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