Rheinmetall Aktie: 2,31 Prozent Minus nach Sanktionen

Chinesische Exportbeschränkungen setzen Rheinmetall-Aktie zu. Trotz neuem Bundeswehr-Auftrag und Bewertungsanalyse verliert das Papier.

Felix Baarz ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • China verhängt Exportkontrollen gegen Rheinmetall
  • Aktie fällt unter 1.100 Euro Marke
  • Bundeswehr ordert 56 Schwerlasttransporter
  • Branche warnt vor Rohstoffabhängigkeit

Die Rheinmetall-Aktie gibt am Mittwoch nach, nachdem der Konzern erneut ins Visier chinesischer Handelsbeschränkungen geraten ist. Der Papier notiert bei 1.064,80 Euro und verliert damit 2,31 Prozent binnen eines Handelstages. Die Kursbewegung fällt in eine Woche, in der sich geopolitische Spannungen und ein Neuauftrag der Bundeswehr überlagern.

China verhängt Exportkontrollen gegen Rheinmetall

China hat Ende Juli Exportkontrollen gegen 14 EU-Unternehmen verhängt, darunter Rheinmetall, Vigo Photonics, IHC Merwede und Sindlhauser Materials. Die Maßnahme untersagt den Firmen den Bezug von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck aus China und gilt als Vergeltung für das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland. Es ist bereits die zweite derartige Reaktion Chinas nach einer vergleichbaren Maßnahme im April. Rheinmetall selbst bezeichnete seine Lieferketten trotz der neuen Beschränkungen als stabil. Die tschechische Tatra Trucks, ebenfalls betroffen, erklärte, praktische Auswirkungen seien bislang nicht spürbar.

Die Aktie hatte zuletzt einen deutlichen Erholungslauf hinter sich, verliert nun aber an Schwung. Nach dem gestrigen Schlusskurs von 1.090,00 Euro rutscht das Papier heute unter die runde Marke von 1.100 Euro und liegt damit rund 3,98 Prozent unter seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht bei Rheinmetall dennoch ein Minus von 31,41 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie stark der Titel im Verlauf des Jahres unter Druck geraten war, bevor die jüngste Gegenbewegung einsetzte.

Neuauftrag von der Bundeswehr für Schwerlasttransporter

Parallel zur Sanktionsdebatte meldete Rheinmetall MAN Military Vehicles einen weiteren Auftrag der Bundeswehr. 56 zusätzliche Schwerlasttransporter vom Typ Elefant 2 sollen 2026 und 2027 ausgeliefert werden, der Auftragswert liegt bei brutto rund 60,5 Millionen Euro. Der Zuschlag erweitert einen bestehenden Rahmenvertrag über bis zu 137 Fahrzeuge. Der HX81 Elefant 2 bringt 680 PS auf die Straße, erreicht bis zu 89 km/h und ist für ein Gesamtgewicht von 135 Tonnen ausgelegt. Solche Fahrzeugaufträge zählen für Rheinmetall zum verlässlichen Kerngeschäft im Bereich militärischer Logistik, auch wenn sie im Vergleich zu Munitions- oder Systemgeschäften finanziell überschaubar bleiben.

Rohstoffabhängigkeit und Bewertungsfrage im Fokus

Über den Einzelfall hinaus rückt die Abhängigkeit der europäischen Rüstungsindustrie von chinesischen Rohstoffen stärker in den Blick. Der Branchenverband ASD, dem neben Airbus, BAE Systems, Saab und Thales auch Rheinmetall angehört, warnt vor weiteren chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden, die ab dem 1. Dezember greifen sollen. China deckt nach Angaben des Verbands rund 31 Prozent des EU-Bedarfs an Wolfram und praktisch den gesamten Magnesiumbedarf. Die EU verfolgt mit ihrem Critical Raw Materials Act das Ziel, bis 2030 zehn Prozent des Bedarfs aus heimischer Förderung zu decken.

Zusätzlich befeuert eine Bewertungsanalyse von Simply Wall St die Diskussion um den fairen Wert der Aktie: Das Modell beziffert einen fairen Kurs von 1.721,35 Euro, deutlich über dem zuletzt genannten Schlusskurs des Analysehauses. Als Treiber gilt vor allem die Erwartung, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anhebt, was den Auftragsbestand der Branche laut der Analyse auf 80 bis 120 Milliarden Euro treiben könnte. Solche Modellrechnungen bleiben Schätzungen und keine Kursgarantie, sie zeigen aber, wie weit Markterwartung und aktuelle Notierung derzeit auseinanderliegen.

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Rheinmetall Aktie

1.120,60 EUR

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KGV 48,15
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,09 %
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ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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