XRP: 5 Prozent Minus auf 1,02 Dollar
XRP fällt trotz Ledger-Upgrade und ETF-Zuflüssen auf 1,02 US-Dollar. Technische Abkühlung und fehlende US-Regulierung belasten die Kryptowährung.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von fünf Prozent
- Ledger-Upgrade auf Version 3.3.0
- Canary-ETF erhöht XRP-Bestände
- US-Senat vertagt Krypto-Gesetz
Während Bitcoin und Ethereum am Montag zulegten, ging XRP den entgegengesetzten Weg. Die Kryptowährung fiel um rund 5 Prozent und testete die kritische Unterstützung nahe 1,03 US-Dollar. Der Kurs notiert aktuell bei 1,02 US-Dollar und liegt damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar. Die Abkopplung vom breiten Kryptomarkt fällt ausgerechnet in eine Woche, in der Ripple ein wichtiges Protokoll-Update aktiviert und neue Zahlen zu institutionellen Beständen bekannt werden.
Fünf Amendments verschwinden aus dem Code
Das XRP Ledger ist offiziell auf Version 3.3.0 umgestiegen. Die Entwickler von RippleX haben damit fünf seit Jahren aktive Protokoll-Erweiterungen „in Rente geschickt“: Clawback, fixDisallowIncomingV1, fixInnerObjTemplate, fixNFTokenReserve und fixUniversalNumber.
Die Funktionen selbst verschwinden dabei nicht. Ihr Verhalten wird stattdessen fest in den Kern des Protokolls integriert. Der alte Code für die Zeit vor der jeweiligen Aktivierung fällt weg — er war teilweise seit über zwei Jahren überflüssig. Das Ziel: weniger technische Altlasten, weniger Komplexität im System. Die Clawback-Funktion, mit der autorisierte Emittenten Token unter bestimmten regulatorischen Bedingungen zurückholen können, bleibt voll funktionsfähig.
Zero-Knowledge-Proofs für institutionelle Kunden
Neben dem Aufräumen im Code bringt Version 3.3.0 sechs neue Vorschläge mit, über die Validatoren derzeit abstimmen. Der wichtigste heißt „Confidential Transfers“. Er nutzt Zero-Knowledge-Proofs, um Transaktionsbeträge zu verschlüsseln — konzipiert für Institutionen, die Privatsphäre brauchen, aber gleichzeitig prüfbar bleiben müssen.
Stimmen mehr als 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren über einen Zeitraum von zwei Wochen zu, sollen die neuen Amendments die Tokenisierung realer Vermögenswerte voranbringen. Bereits jetzt liegt der Wert tokenisierter Assets auf dem XRP Ledger bei über 474 Millionen US-Dollar. Der neue „Permissioning-Stack“ soll diesen Bereich für Banken und Kreditmärkte weiter ausbauen.
Canary-ETF stockt Bestände auf – trotz sinkendem Nettovermögen
Frische Unterlagen der US-Börsenaufsicht zeigen, wie Institutionen aktuell mit XRP umgehen. Laut einem ungeprüften Quartalsbericht von Canary Capital für seinen XRP-ETF (XRPC) wuchsen die Gesamtbestände im ersten Halbjahr 2026 um 31,7 Prozent. Zum 30. Juni hielt der Fonds rund 231,3 Millionen XRP, nach 175,6 Millionen Ende 2025.
Der Fonds sammelte über Anteilsverkäufe netto 82,36 Millionen US-Dollar ein. Trotzdem sank das Gesamtnettovermögen im gleichen Zeitraum von 322,8 Millionen auf 241,2 Millionen US-Dollar. Der Grund: Der Kursverfall des Basiswerts verursachte unrealisierte Verluste von etwa 164 Millionen US-Dollar und übertraf damit die frischen Zuflüsse deutlich.
Charttechnik zeigt Abkühlung, Politik bremst zusätzlich
Charttechnisch bewegt sich XRP derzeit in einer heiklen Zone zwischen 1,01 und 1,04 US-Dollar. Der Kurs liegt 6,16 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,09 US-Dollar — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Wochen. Marktbeobachter sehen einen Zusammenhang mit dem US-Senat, der ohne Abstimmung über den Digital Asset Market CLARITY Act in die Sommerpause gegangen ist.
Auch die Netzwerkaktivität kühlt spürbar ab. Am 5. August erreichten die täglichen erfolgreichen Zahlungen auf dem XRP Ledger mit 2,63 Millionen ein Vier-Monats-Hoch. Bis zum 8. August fiel der Wert auf 1,27 Millionen zurück — ein deutlicher Rückgang innerhalb weniger Tage.
Ob Käufer die psychologisch wichtige Marke von 1,00 US-Dollar verteidigen können, bleibt offen. Ohne Fortschritt bei der Gesetzgebung im US-Senat droht ein erneuter Test der Marke unter einem Dollar.
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