Rolls-Royce Aktie: London stellt sich hinter die Rückkehr
Die britische Regierung begründet ihre Förderung mit dem globalen Wettbewerb; die endgültige Einigung und Genehmigungen stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- Regierung verteidigt mögliche Marktrückkehr
- Zehnjähriges Triebwerksprogramm über £2,5 Milliarden
- Fördervereinbarung benötigt noch Genehmigungen
- FADEC-Triebwerkstest erreicht volle Leistung
Die britische Regierung verteidigt ihre Unterstützung für eine mögliche Rückkehr von Rolls-Royce in den Markt für Schmalrumpfflugzeuge. Wie Reuters heute berichtet, verwies der britische Industrieminister dabei auf den weltweiten Wettbewerb. Die Rolls-Royce-Aktie fällt heute um 3,7%; ein Zusammenhang zwischen der politischen Stellungnahme und dem Kursrückgang ist damit nicht belegt.
Triebwerksprogramm mit Vorbehalten
Am Mittwoch hatten Rolls-Royce und die britische Regierung ein gemeinsam finanziertes Programm zur Entwicklung von Triebwerkstechnologie angekündigt. Es umfasst £2,5 Milliarden und ist auf zehn Jahre angelegt. Die Vereinbarung steht allerdings unter dem Vorbehalt einer endgültigen Einigung und entsprechender Genehmigungen.
Nach Angaben von Rolls-Royce soll die staatliche Unterstützung auch Wirtschaftswachstum und fortschrittliche Fertigung fördern. Das Entwicklungsprogramm unterstützt zugleich die angestrebte Rückkehr des Unternehmens in den Markt für Schmalrumpfflugzeuge.
Der Guardian bezifferte den vorgesehenen Beitrag der Steuerzahler in einem Kommentar auf £1,25 Milliarden. Dabei handelt es sich nicht um eine bestätigte endgültige Förderzusage.
Entwicklungserfolg und schwächere Branchensignale
Einen technischen Fortschritt meldete Axios am 20. Oktober: Rolls-Royce brachte sein Triebwerk für die MV-75 Cheyenne mit einer neuen digitalen FADEC-Steuerung auf volle Leistung. Der Test gilt als Entwicklungsmeilenstein im Kipprotorprogramm der US-Armee.
Belastende Signale kamen dagegen aus dem Markt für Großraumflugzeuge. Am 23. Oktober warnte Safran vor schwächerem Wachstum in diesem Geschäft. Medienberichten zufolge gerieten daraufhin auch die Aktien von Rolls-Royce unter Druck.
Reuters berichtete für diesen Handelstag außerdem, dass steigende Ölpreise und eine breitere Risikoscheu den britischen Luftfahrt- und Verteidigungssektor belasteten. Die damalige Kursbewegung hatte damit einen ausdrücklich benannten Branchenhintergrund.
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