Silber: Chinas Ausverkauf bremst

Der Silberkurs verliert trotz neuer US-Importzölle, da massive Liquidierungen aus China den Markt belasten. Das sechste strukturelle Defizitjahr steht bevor.

Kurz zusammengefasst:
  • Massive Verkaufswelle aus China drückt Kurs
  • Neue US-Zölle bieten nur kurzfristigen Rückenwind
  • Sechstes strukturelles Defizitjahr in Folge erwartet
  • Gold-Silber-Verhältnis weitet sich wieder aus

Der Silberpreis steht am Dienstag unter Druck, trotz neuer US-Handelszölle, die eigentlich für Rückenwind sorgen sollten. Während die Einführung eines 15-prozentigen globalen Importzuschlags durch die USA normalerweise Edelmetalle stützt, drückt eine massive Verkaufswelle aus China den Kurs. Bei rund 87,50 Dollar je Unze liegt Silber knapp 1 Prozent im Minus – weit entfernt vom Allzeithoch von 121,64 Dollar Ende Januar.

Supreme Court kippt Trumps Zölle – neue Abgaben folgen sofort

Der Hintergrund der jüngsten Marktbewegungen liegt in Washington. Am 20. Februar kippte der Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen die weitreichenden Zölle der Trump-Administration, die auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt worden waren. Das Gericht befand, der Präsident habe seine Befugnisse überschritten.

Silber Preis

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Die Antwort folgte binnen Stunden: Bereits am Samstag kündigte die Regierung eine neue Rechtsgrundlage an. Unter Section 122 des Trade Act von 1974 gilt seit Dienstag ein 15-prozentiger Importzuschlag für bis zu 150 Tage – ohne Zustimmung des Kongresses. Die Unsicherheit über die Handelspolitik bleibt damit maximal hoch. Unternehmen fordern Rückerstattungen für geschätzt 133 Milliarden Dollar an bereits gezahlten Zöllen, was die Regierung vor ein haushaltstechnisches Dilemma stellt.

Am Montag waren Silber-Futures noch um 5 Prozent auf 86,61 Dollar gestiegen, getrieben von klassischem Fluchtkapital. Doch der chinesische Verkaufsdruck bremst die Erholung nun deutlich ab.

Chinesische Spekulanten liquidieren massiv

Der Einbruch vom Januar wirkt nach. Damals war Silber parabolartig auf über 121 Dollar geschossen – ein Plus von etwa 170 Prozent im Jahr 2025 und weiteren 60 Prozent Anfang 2026. Die Rally brach spektakulär zusammen, als die CME Group die Margin-Anforderungen erhöhte und gehebelte Positionen liquidiert wurden.

Chinesische Märkte zeigen weiterhin Verwerfungen: Der dortige Silberpreis liegt rund 10 Prozent über den internationalen Notierungen, was auf lokale Angebotsengpässe hindeutet. Gleichzeitig sorgt die Auflösung spekulativer Positionen für anhaltenden Verkaufsdruck, der am Dienstag die gesamte globale Preisfindung dominiert.

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Sechstes Defizitjahr in Folge

Strukturell bleibt der Silbermarkt angespannt. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge mit einem Angebotsfehlbetrag von 67 Millionen Unzen. Die kumulierten Defizite seit 2021 übersteigen 800 Millionen Unzen – nahezu eine gesamte Jahresproduktion der globalen Minen.

Die Details für 2026:

  • Industrienachfrage: Sinkt um 2 Prozent auf 650 Millionen Unzen, vor allem durch Substitution in der Solarbranche
  • Physische Investmentnachfrage: Steigt um 20 Prozent auf 227 Millionen Unzen, westliche Käufer kehren zurück
  • Gesamtangebot: Wächst um 1,5 Prozent auf 1,05 Milliarden Unzen, Recycling erreicht erstmals seit 2012 über 200 Millionen Unzen
  • Schmucknachfrage: Bricht um 9 Prozent auf 178 Millionen Unzen ein, niedrigster Wert seit 2020

Solarhersteller ersetzen Silber zunehmend durch Kupfer, um die gestiegenen Kosten aufzufangen. Der dramatische Preisanstieg macht sich hier direkt bemerkbar. Gleichzeitig sorgen Rechenzentren und KI-Infrastruktur für stabile Nachfrage aus dem Computersektor.

Gold-Silber-Verhältnis weitet sich aus

Das Verhältnis von Gold zu Silber hatte sich von etwa 80:1 im November auf unter 50:1 am Januar-Hochpunkt verengt. Nach der Korrektur liegt es nun wieder bei rund 65:1. Gold notiert aktuell bei 5.153 Dollar je Unze. J.P. Morgan prognostiziert für Silber einen Durchschnittspreis von 81 Dollar im Gesamtjahr 2026.

Im Jahresvergleich bleibt die Performance beeindruckend: Vor einem Jahr kostete Silber lediglich 32,35 Dollar – ein Plus von rund 172 Prozent. Doch gegenüber dem Vormonat (103,38 Dollar) steht ein Minus von etwa 15 Prozent zu Buche.

Die Kombination aus Handelskonflikten, anstehenden US-Iran-Atomgesprächen am Donnerstag und fortgesetzten chinesischen Liquidationen dürfte die hohe Volatilität auf absehbare Zeit zementieren. Der strukturelle Angebotsengpass bleibt bestehen, doch kurzfristig dominiert die Verunsicherung das Geschehen.

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