Rolls-Royce Aktie: JPMorgan hebt Ziel auf 1.800 Pence
JPMorgan hebt das Kursziel für Rolls-Royce auf 1.800 GBX an. Militäraufträge und starke Quartalszahlen stützen die optimistische Analysteneinschätzung.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan erhöht Kursziel deutlich
- Militärgeschäft als Wachstumstreiber genannt
- Aktie knapp unter 52-Wochen-Hoch
- Sechs Kaufempfehlungen, ein Halten-Rating
Rolls-Royce bleibt im Fokus der Analysten. JPMorgan Chase hob sein Kursziel für die Aktie am Donnerstag von GBX 1.625 auf GBX 1.800 an und bestätigte das „Overweight“-Rating. Damit sehen die Analysten ein Aufwärtspotenzial von 17,69 Prozent gegenüber dem Eröffnungskurs von GBX 1.529,40 im Londoner Handel.
JPMorgan reiht sich damit in eine breite Front optimistischer Einschätzungen ein. Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von GBX 1.430 fest, RBC Capital Markets sieht die Aktie bei „Outperform“ mit Ziel GBX 1.600. Deutsche Bank votiert für „Kaufen“ mit GBX 1.325, während Jefferies mit GBX 1.870 das höchste Ziel im Analystenfeld ausgibt. In Summe kommen sechs Kaufempfehlungen und eine Halten-Einstufung auf ein durchschnittliches Kursziel von GBX 1.521 – ein klares Signal für anhaltendes Vertrauen der Investmentbanken in das Unternehmen.
Rückenwind aus dem Militärgeschäft
Parallel zur Analystenrunde meldete sich Konzernchef Tufan Erginbilgic zu Wort. Er verweist auf wachsende staatliche Investitionen in unbemannte Militärluftfahrzeuge als Treiber für den Markt autonomer Antriebssysteme. Konkret nennt er britische Ausgaben von 5 Milliarden Pfund für autonome Plattformen über vier Jahre, den ersten Flug der US Navy mit der Drohne MQ-25A, die von einem AE-Triebwerk angetrieben wird, sowie einen deutschen Vertrag zur Entwicklung eines skalierbaren Kern-Triebwerks für Combat-Cloud-Aircraft-Programme, der bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Konkrete Umsatz- oder Stückzahlen zu diesen Projekten nannte Erginbilgic nicht, doch die Aufzählung unterstreicht, dass Rolls-Royce sein Antriebsgeschäft zunehmend über die zivile Luftfahrt hinaus positioniert.
Für die Ertragslage lieferte zudem die jüngste Quartalszahl Substanz: Der Gewinn pro Aktie lag im zweiten Quartal bei GBX 22,17 – ein Wert, der die fundamentale Basis für die aktuelle Bewertungsdiskussion an der Börse bildet.
Kurs nähert sich altem Rekordhoch
Die Aktie honorierte das Nachrichtenumfeld bereits im Vorfeld: Am Mittwoch schloss das Papier bei 18,40 Euro, ein Tagesplus von 2,74 Prozent. Damit liegt der Kurs nur noch 0,38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am Vortag markiert wurde. Die Aktie bewegt sich also unmittelbar an ihrer bisherigen Bestmarke – ein Umstand, der die Kursziel-Anhebungen der Banken in ein passendes Timing rückt.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 55,75 zählt Rolls-Royce nach wie vor zu den ambitioniert bewerteten Titeln im europäischen Industriesektor. Für Anleger bedeutet das: Die positive Analystenstimmung und die strategische Erweiterung ins Militär- und Drohnengeschäft treffen auf eine Bewertung, die bereits viel Zukunft vorwegnimmt. Die Bandbreite der Kursziele – von GBX 1.325 bei Deutsche Bank bis GBX 1.870 bei Jefferies – zeigt zudem, dass selbst unter den Optimisten Uneinigkeit über das exakte Ausmaß des weiteren Potenzials besteht. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob sich die in Aussicht gestellten Staatsaufträge im Bereich autonomer Antriebe tatsächlich in messbaren Umsätzen niederschlagen – oder ob die aktuelle Bewertung bereits einen Großteil dieser Erwartungen eingepreist hat.
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