Rheinmetall Aktie: 500-Millionen-Auftrag der Bundeswehr
Rheinmetall sichert sich einen Großauftrag über mobile Rettungsstationen, muss jedoch die Jahresprognose nach dem Aus des F126-Programms kürzen.
Kurz zusammengefasst
- Bundeswehr bestellt 149 weitere Sanitätssysteme
- Auftragsvolumen übersteigt 500 Millionen Euro
- Produktionsstart für 2027 geplant
- Prognosekürzung nach Fregatten-Aus
Rheinmetall erhält von der Bundeswehr einen weiteren Zuschlag für mobile Rettungsstationen. Der zusätzliche Auftrag hat laut Unternehmensangaben ein Volumen von über 500 Millionen Euro brutto und umfasst 149 weitere geschützte und ungeschützte Systeme. Damit steigt die Gesamtzahl der bestellten Rettungsstationen auf 165 Systeme mit einem Gesamtwert von mehr als 600 Millionen Euro brutto. Der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, gebucht wurde der Auftrag bereits im Juli.
Das Geschäft reiht sich in eine Serie von Beschaffungen ein, mit denen die Bundeswehr ihre Sanitäts- und Rettungsfähigkeiten ausbaut. Für Rheinmetall bedeutet die Erweiterung eine planbare Umsatzbasis über mehrere Jahre, auch wenn die Produktion erst 2027 anlaufen soll und damit nicht kurzfristig auf die Bilanz durchschlägt.
Verzögerungen bei Verteidigungsprojekten dämpfen Euphorie
Der positiven Auftragsnachricht steht eine kritischere Entwicklung gegenüber: Medienberichten zufolge verweisen Beschaffungsstellen auf Verzögerungen bei deutschen Verteidigungsprojekten.
Serienlieferungen, die ursprünglich für 2025 vorgesehen waren, würden demnach erst im dritten Quartal 2026 erwartet. Solche Verschiebungen sind für Rüstungskonzerne kein neues Phänomen, sie erschweren Anlegern aber die Einschätzung, wie schnell sich Auftragsbestände tatsächlich in Umsatz übersetzen.
Diese Gemengelage aus Auftragswachstum und Lieferverzögerungen prägt derzeit das Bild bei Rheinmetall. Auf der einen Seite füllt sich der Orderbestand kontinuierlich, auf der anderen Seite bremsen operative Hürden das Tempo der Umsetzung.
Prognosekürzung nach geplatztem Fregattenprogramm
Belastend wirkt zudem die Absage des F126-Fregattenprogramms. Rheinmetall musste seine Jahresumsatzprognose deshalb um 300 Millionen Euro senken. Die neue Spanne liegt bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, zuvor waren 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro angepeilt.
Für ein Unternehmen, dessen Wachstumsstory maßgeblich auf steigenden Rüstungsausgaben in Europa fußt, ist ein solcher Dämpfer ein Warnsignal, auch wenn die Kürzung im Verhältnis zum Gesamtvolumen überschaubar bleibt.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Einschätzungen der Analysten gehen entsprechend auseinander. Jefferies hob das Kursziel am 14. August nach der Halbjahresberichterstattung auf 1.350 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“.
RBC nahm die Coverage am 11. August mit „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro auf – die optimistischste Marke im aktuellen Analystenfeld. Auf der anderen Seite hatte mwb research die Aktie bereits am 8. August von „Halten“ auf „Verkaufen“ zurückgestuft und das Kursziel von 1.150 auf 1.050 Euro gesenkt.
Diese Spannbreite zwischen 1.050 und 1.600 Euro zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer die Kombination aus Auftragsflut, Lieferverzögerungen und der jüngsten Prognosekürzung gewichten.
Was der Kurs von der Gemengelage hält
Der Aktienkurs bewegt sich mit 1.156,40 Euro zum Freitagsschluss noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde – ein Abstand von 42 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Minus von 26 Prozent zu Buche.
Die Rettungsstationen-Order allein dürfte diese Diskrepanz kaum auflösen; sie liefert aber einen weiteren Baustein für die These, dass der Auftragsbestand von Rheinmetall auch nach der jüngsten Prognosekürzung strukturell intakt bleibt.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...