Rheinmetall Aktie: 40 Prozent seit September-Hoch
Rheinmetall-Aktie verliert über 40 Prozent seit September-Hoch. Verkauf der Automotive-Sparte und enttäuschende Quartalszahlen belasten den Kurs.
Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert über 40 Prozent
- Verkauf der Automotive-Sparte beschlossen
- Enttäuschende Umsatzzahlen im ersten Quartal
- Bundeswehr erteilt neue Aufträge
1.190 Euro. Seit dem September-Hoch bei 1.995 Euro hat Rheinmetall über 40 Prozent eingebüßt. Die Aktie handelt 26,5 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Der RSI liegt bei 39,6 – kein klassisches Überverkaufssignal, aber nah dran.
Für mich stellt sich eine Frage: Ist das die Korrektur eines überkauften Titels – oder der Beginn einer strukturellen Neubewertung?
Der radikale Schnitt
Rheinmetall trennt sich von seiner Automotive-Sparte. 350 Millionen Euro Kaufpreis, vorbehaltlich der Kartellgenehmigung. Ein strategisch klarer Schritt. Der Konzern wird zum reinen Verteidigungsunternehmen.
Das dürfte langfristig Wert schaffen. Die Bundeswehr erteilt parallel neue Aufträge – zuletzt Laser-Light-Module im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Der Auftragsbestand bleibt rekordhoch.
Kurz gesagt: Das Fundament stimmt.
Die operative Realität sieht anders aus. Die Umsatzzahlen im ersten Quartal enttäuschten. Der Markt bestraft diese Kombination aus hoher Bewertung und schwacher Lieferperformance. Kein Wunder, dass die Aktie unter Druck steht.
Messen, Makro, Stimmung
Die kommende Woche bringt Bewegung. Rheinmetall ist auf der ILA Berlin vertreten – der wichtigsten Luftfahrtmesse Europas. Dazu die „Zukunft.DEFENCE“-Konferenz in Düsseldorf.
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Solche Termine können Impulse liefern. Neue Partnerschaften. Öffentlichkeitswirksame Aufträge.
Gleichzeitig entscheidet die EZB am Donnerstag über die Leitzinsen. Zwei Tage zuvor erscheinen die US-Verbraucherpreise. Makro-Termine, die die gesamte Branchenstimmung beeinflussen können.
Für mich überwiegen die Chancen, aber das Risiko bleibt hoch. Die Volatilität liegt bei annualisiert 52 Prozent – die Aktie kann an jedem Handelstag um drei bis vier Prozent ausschlagen. Nach unten wie nach oben.
Mein Urteil
Rheinmetall steht vor einem fundamentalen Wandel. Vom Mischkonzern zum reinen Rüstungssystemhaus. Das ist strategisch richtig, aber der Markt verlangt einen Preis dafür.
Der Kurs hat noch Luft bis zum 52-Wochen-Tief bei 1.099,80 Euro. Nur acht Prozent fehlen. Gleichzeitig ist die Aktie aus langfristiger Perspektive günstiger bewertet als im vergangenen Jahr.
Kurzfristig bleibe ich skeptisch. Die Abwärtsserie ist intakt, die gleitenden Durchschnitte fallen, die Stimmung ist angeschlagen. Neue Aufträge und Messe-Impulse könnten den Kurs stützen – den Trend umkehren werden sie nicht von heute auf morgen.
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