Wolfspeed Aktie: 2,26-USD-Verlust schockt Analysten
Wolfspeed verfehlt die Erwartungen deutlich und die Aktie fällt um 7,9 %. Neue Partnerschaften und ein Schuldenabbau stehen den operativen Verlusten gegenüber.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und Gewinn verfehlen Prognosen
- Aktie verliert 7,9 Prozent
- Partnerschaften mit GE Aerospace und Toyota
- Schulden um 600 Millionen reduziert
Der US-Halbleiterspezialist Wolfspeed hat am heutigen Donnerstag einen massiven Kursrückgang hinnehmen müssen, nachdem die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2026 die Erwartungen des Marktes weit verfehlt haben. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis pro Aktie blieb das Unternehmen deutlich hinter den Prognosen der Analysten zurück. Die Aktie verzeichnete heute ein Minus von 7,9 % und notiert bei 26,78 USD.
Operative Verluste übersteigen Erwartungen deutlich
Die nun vorgelegten Zahlen für das vierte Quartal verdeutlichen die aktuellen Schwierigkeiten des Unternehmens. Wolfspeed wies einen Umsatz von 149,6 Millionen USD aus, was deutlich unter dem Analystenkonsens von 224,5 Millionen USD liegt. Noch schwerer wiegt der bereinigte Verlust, der mit 2,26 USD je Aktie gemeldet wurde. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Minus von 0,52 USD pro Aktie gerechnet.
Trotz der schwachen Ertragszahlen konnte das Unternehmen die bereinigte Bruttomarge im Vergleich zum Vorquartal leicht um 70 Basispunkte steigern, wenngleich diese mit minus 19,9 % weiterhin im negativen Bereich verharrt.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 gab das Management eine Prognose ab, die einen Umsatz zwischen 140 Millionen und 160 Millionen USD vorsieht. Auch für diesen Zeitraum wird erwartet, dass die Bruttomarge negativ bleibt.
Strategische Allianzen mit GE Aerospace und Toyota
Abseits der enttäuschenden Finanzdaten treibt Wolfspeed seine technologische Aufstellung voran. Das Unternehmen gab gestern eine Absichtserklärung mit GE Aerospace bekannt.
Ziel dieser Kooperation ist die Lieferung von 10kV-Siliziumkarbid-MOSFETs (SiC) sowie die gemeinsame Entwicklung von Standardformaten für Hochspannungs-Leistungsmodule. Parallel dazu wurde die Partnerschaft mit Toyota im Bereich von Onboard-Ladesystemen für Elektrofahrzeuge vertieft.
Zusätzlich konnte Wolfspeed einen Auftrag eines europäischen Tier-1-Zulieferers für das Ladegeschäft eines deutschen Automobilherstellers gewinnen. Technologisch markiert die offizielle Markteinführung der fünften Generation (Gen 5) der SiC-MOSFET-Technologie einen wichtigen Meilenstein. Diese wird derzeit in der automatisierten Fertigungsstätte in Mohawk Valley produziert.
Bereits Anfang August wurde zudem eine strategische Partnerschaft mit LITEON Technology vereinbart, um die SiC-Technologie für KI-Rechenzentren zu qualifizieren.
Analysten reagieren verhalten auf neue Guidance
Die Reaktion der Experten auf die jüngsten Entwicklungen fällt zurückhaltend aus. Am heutigen Donnerstag bestätigten mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen. Das Analysehaus TD Cowen bekräftigte das Rating „Hold“ und setzte ein Kursziel von 25,00 USD fest.
Auch Christopher Rolland, Analyst bei Susquehanna, beließ die Einstufung auf „Hold“ mit einem Kursziel von 30,00 USD. Er verwies dabei auf die anhaltenden operativen Herausforderungen und die negativen Margen, die trotz positiver Impulse aus dem KI-Markt bestehen bleiben.
Auf der finanziellen Habenseite konnte Wolfspeed im Geschäftsjahr 2026 seine Gesamtverschuldung von rund 2,3 Milliarden USD auf 1,7 Milliarden USD senken. Dazu trug im vierten Quartal unter anderem die freiwillige Umwandlung von Wandelanleihen in Eigenkapital bei.
Medienberichten zufolge halten auch institutionelle Investoren weiterhin größere Positionen an dem Unternehmen; so meldete Goldman Sachs zum 30. Juni einen Anteil von 6,8 % am Unternehmen.
Dennoch spiegelt der Kursverlauf der letzten Wochen die Skepsis des Marktes wider: In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie bereits 16 % an Wert verloren. Die nächsten Quartalszahlen werden voraussichtlich am 20. Oktober veröffentlicht.
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