Workday Aktie: 43-Milliarden-Bewertung durch Silver Lake

Silver Lake verhandelt über die Übernahme von Workday zu einem Preis von bis zu 250 US-Dollar je Aktie, was den Softwarekonzern mit rund 43 Milliarden US-Dollar bewerten würde.

Eduard Altmann ·
Workday Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Silver Lake führt Übernahmegespräche
  • Bewertung um 43 Milliarden Dollar
  • Kursziel zwischen 240 und 250 Dollar
  • Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Der US-Softwarekonzern Workday steht offenbar vor einer weitreichenden Veränderung seiner Eigentümerstruktur. Berichten vom gestrigen Samstag zufolge führt der Finanzinvestor Silver Lake fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme des Spezialisten für Cloud-basierte HR- und Finanzsoftware.

Diese Nachricht löste an den Märkten bereits am Donnerstag und Freitag erhebliche Kursbewegungen aus, da Investoren auf einen milliardenschweren Deal setzen, der den gesamten Softwaresektor stützen könnte.

Bewertung und Details der Gespräche

Die Verhandlungen mit Silver Lake könnten das Unternehmen mit rund 43 Milliarden US-Dollar bewerten. Medienberichten zufolge steht ein möglicher Übernahmepreis in einer Spanne von 240 bis 250 US-Dollar pro Aktie im Raum.

Analysten werten diesen Schritt als Vertrauensbeweis in das Geschäftsmodell von Workday, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Unsicherheiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), die zuletzt viele Softwarewerte unter Druck gesetzt hatten. Die Marktkapitalisierung von Workday beläuft sich nach dem jüngsten Handelsgeschehen auf 44,03 Milliarden Euro.

Trotz der deutlichen Kursgewinne der vergangenen Tage notiert das Papier am Handelsplatz Tradegate mit einem Schlusskurs von 171,02 Euro weiterhin mit einem Abstand von 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Die mögliche Privatisierung durch Silver Lake folgt einem Trend im Sektor; erst kürzlich wurde bekannt, dass der Finanzinvestor auch an der 55 Milliarden US-Dollar schweren Privatisierung von Electronic Arts beteiligt war. Experten sehen in derartigen Transaktionen ein Signal, dass professionelle Investoren die aktuelle Bewertung vieler Softwarehäuser als Einstiegsgelegenheit betrachten.

Quartalszahlen und Analysteneinschätzungen

Die Übernahmegespräche fallen in eine Phase solider operativer Ergebnisse. In einem früheren Quartal konnte Workday seinen Umsatz um 13,5 Prozent auf 2,54 Milliarden US-Dollar steigern. Dabei übertraf der Gewinn pro Aktie mit 2,66 US-Dollar die Erwartungen der Analysten, die im Konsens von 2,51 US-Dollar ausgegangen waren.

Besonders hervorzuheben ist die Stärke des Subskriptionsgeschäfts, das mittlerweile über 92 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht und für das laufende Geschäftsjahr in einer Spanne zwischen 9,925 und 9,950 Milliarden US-Dollar erwartet wird.

Die Analystenzunft reagiert differenziert auf die aktuellen Entwicklungen. Während das Analysehaus Baird die Aktie mit einem Kursziel von 215 US-Dollar und der Einstufung „Outperform“ favorisiert, zeigt sich die UBS mit einer neutralen Bewertung und einem Ziel von 220 US-Dollar etwas zurückhaltender.

Der Markt blickt nun gespannt auf den 27. August, wenn Workday seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen wird. Diese Zahlen dürften weitere Aufschlüsse darüber geben, ob die von Silver Lake anvisierte Bewertung durch die operative Dynamik untermauert wird.

Insider-Aktivitäten und Marktumfeld

Parallel zu den Übernahmegerüchten wurden im Sommer signifikante Aktienverkäufe durch Führungskräfte des Unternehmens bekannt. Im Juli veräußerte CFO Zane Rowe insgesamt 6.000 Anteile zu einem Kurs von 143,70 US-Dollar. Auch Mitbegründer David Duffield trennte sich von einem größeren Paket und verkaufte 107.500 Aktien.

Insgesamt veräußerten Insider in den vergangenen drei Monaten Papiere im Gesamtwert von über 144 Millionen US-Dollar. Solche Transaktionen sind bei börsennotierten Unternehmen nicht ungewöhnlich, gewinnen aber im Kontext von Übernahmegesprächen oft an zusätzlicher Aufmerksamkeit.

Das Marktumfeld für Softwarewerte hat sich zuletzt aufgehellt, was unter anderem auf positive Inflationsdaten aus den USA zurückzuführen ist. Während eine Herabstufung durch Morgan Stanley vor rund einem Monat die Stimmung kurzzeitig belastete, konnte die Aktie seither deutlich zulegen.

Die Partnerschaften mit Schwergewichten wie Google Cloud und AWS sowie die Einführung neuer KI-gestützter Funktionen wie „Agent Passport“ unterstreichen den Anspruch von Workday, seine Position im Wettbewerb mit Konkurrenten wie SAP und Oracle zu festigen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Gespräche mit Silver Lake tatsächlich in eine verbindliche Vereinbarung münden.

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Workday Aktie

171,02 EUR

– 7,78 EUR -4,35 %
KGV 62,09
KUV 5,17
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 49,07 Mrd. EUR
ISIN: US98138H1014 WKN: A1J39P

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